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Rat gibt grünes Licht: Neue Feuer- und Rettungswache für Bad Godesberg

Rat gibt grünes Licht : Neue Feuer- und Rettungswache für Bad Godesberg

Trotz vorheriger Bedenken ob einer Kostenexplosion hat der Bonner Rat den Neubau der Feuerwache in Bad Godesberg beschlossen. Wann es losgeht, lässt die Stadt noch offen. Aber Anfang 2027 soll alles fertig sein an der Friesdorfer Straße.

Für rund 40 Millionen Euro wird die Feuer- und Rettungswache in Bad Godesberg neugebaut. Das hat der Stadtrat Ende Juni in seiner Sitzung beschlossen. Die Maßnahme ist nötig, weil das Gebäude in keinem guten Zustand ist.

40 Millionen Euro, statt 16,9 Millionen Euro

Zuvor hatte es, wie berichtet, innerhalb der Koalition Kritik an der Kostenexplosion gegeben. Nach den damaligen Plänen sollten der Abriss bereits in diesem Jahr beginnen und die Maßnahme insgesamt rund 16,9 Millionen Euro kosten. Doch das daraus nichts wird, wurde aus einer Vorlage der Stadtverwaltung deutlich. Die Stadt bezifferte die Kosten auf 40,269 Millionen Euro. In der Summe enthalten sind dabei ein Risikozuschlag in Höhe von 20 Prozent und eine Baukostensteigerung von vier Prozent pro Jahr. Die Maßnahme an sich wird auf 29,876 Millionen Euro beziffert. Die Summen hatten in einer Sitzung des Betriebsausschusses des Städtischen Gebäudemanagements im Mai für Kopfschütteln gesorgt, weshalb die Koalition aus Grünen, SPD, Linken und Volt das Thema vertagte, um die Kosten besser aufgeschlüsselt zu bekommen. Die Kostensteigerung kam vor allem auch durch neue Funktionszuweisungen zustande, die in der Politik teilweise kritisiert wurden.

Sobald der Neubau fertig ist, stünden zehn Einzel- und acht Doppelstellplätze statt bisher zehn Doppelstellplätze zur Verfügung. Reservefahrzeuge des Rettungsdienstes und für vom Land NRW in Kürze auszuliefernde Katastrophenschutz-Fahrzeuge besteht dann Platz. Darüber hinaus entfalle die aktuell praktizierte Anordnung von prioritär eingesetzten Fahrzeugen hintereinander. Außerdem beinhaltet die neue Halle auch die Waschhalle, die Umkleidepunkte an den Rutsch-Schachtanlagen sowie die Umkleide- und Sanitärbereiche für die Freiwillige Feuerwehr.

Im Wachgebäude sollen auch die Wäscherei für die persönliche Schutzausrüstung der gesamten Feuerwehr Bonn sowie der Dekontaminationsbereich für Atemschutzgeräte untergebracht werden. Der Feuerwehr-Übungsturm, der sich bereits auf dem Gelände befindet, soll beibehalten werden. Bereits jetzt beherbergt die Feuerwache 3 die Umweltschutzeinheit der Berufsfeuerwehr, die im gesamten Stadtgebiet zum Einsatz kommt sowie die Wäscherei. Das neue Wachgebäude werde mit gleicher Geschosszahl, aber größerer Grundfläche neu gebaut.

Oberbürgermeisterin Dörner: „Eine Investition in die Zukunft“

„Der bauliche Zustand und die ausgeschöpften räumlichen Ressourcen machen eine Sanierung der Gebäudeteile, die lange Zeit favorisiert wurde, nicht mehr möglich“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Die Planungen sehen nun vor, dass die Bestandsgebäude in zwei Bauabschnitten im laufenden Betrieb abgebrochen und durch Neubauten am selben Standort an der Friesdorfer Straße ersetzt werden. „Mit dem Neubau der Feuerwache 3 erhalten die Mitglieder der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Godesberg moderne und der Größe der Einheit angepasste Räume, in denen sie alles vorfinden, was sie für ihren Dienst an der Gemeinschaft brauchen“, so Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne). Gleichzeitig bezeichnet sie die hohen Kosten als „eine Investition in die Zukunft“. Denn so könnte auch sichergestellt werden, dass „weiterhin eine adäquate Ausbildung der Freiwilligen-, Jugend- und Kinderfeuerwehr gewährleistet“ sei.

Es bleibt bei drei Geschossen – aber die Grundfläche ist größer

Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde die Feuerwache auf dem Gelände zwischen der Friesdorfer Straße und der Sankt-Augustinus-Straße Anfang der 1970er-Jahre errichtet und seitdem ununterbrochen genutzt. „Im 24-Stunden-Dienst versehen 18 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie ein Notarzt oder eine Notärztin ihren Dienst auf der Feuer- und Rettungswache“, heißt es seitens des städtischen Presseamtes. Die freiwilligen Kräfte haben dort aktuell eine eigene Unterkunft und besetzen insgesamt vier Fahrzeuge.

Auf der Fläche der jetzigen Fahrzeughalle wird nach Angaben der Stadt ein zweigeschossiger teilunterkellerter Neubau entstehen. „Im Keller werden die erforderlichen Technikräume sowie notwendige Lagerräume untergebracht“, heißt von der Stadt. Im Erdgeschoss befindet sich die Fahrzeughalle mit einer vergrößerten Grundfläche. In der neuen Halle werden zudem eine Waschhalle, Umkleidepunkte an den Rutsch-Schachtanlagen sowie Umkleide- und Sanitärbereiche für die Freiwillige Feuerwehr eingerichtet.

Atemschutzwerkstatt kommt nach Bad Godesberg

Im Obergeschoss befinden sich für die Berufsfeuerwehr-Kräfte Umkleide- und Sanitärräume, Ruheräume, ein Gästezimmer für auswärtige Ausbildungskräfte, eine Küche sowie Büro- und Sozialräume. Direkt neben dem Haupteingang befinden sich die Wäscherei sowie der Dekontaminationsbereich für Atemschutzgeräte. „Im ersten Obergeschoss sind ein Sportraum, Werkstätten, Sozial- und Aufenthaltsräume für die Freiwillige Feuerwehr sowie die Kinder- und Jugendfeuerwehr, außerdem Schulungsräume geplant“, heißt es von der Verwaltung.

Im zweiten Obergeschoss des Neubaus wird eine Atemschutzwerkstatt inklusive Übungsstrecke untergebracht – diese war in der Machbarkeitsstudie von 2019 noch nicht berücksichtigt, bislang befindet sich die Werkstatt in der Feuerwache 1. Da es zahlreiche Schnittstellen zwischen dem Fachbereich Umweltschutz und dem Thema Atemschutz gebe, sei die Werkstatt in Bad Godesberg besser untergebracht. Wann die Arbeiten beginnen, hat die Stadt nicht verraten. Nur, dass die Fertigstellung aller Gebäudeteile und die finale Inbetriebnahme für Anfang 2027 vorgesehen sei.