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Neue Photovoltaikanlage geht in Bad Godesberg in Betrieb

Kläranlage in Bad Godesberg : Stadt nimmt große Photovoltaikanlage in Betrieb

Seit Mitte Januar produziert die Kläranlage in Bad Godesberg nahe der Rheinaue ihren Strom selber. Dadurch kann die Stadt nicht nur Stromkosten sparen, sondern auch den Ausstoß von Kohlendioxid verringern. Auch die evangelische Johannes-Kirchengemeinde hat nun eine Photovoltaikanlage.

Das Tiefbauamt der Stadt Bonn hat in die Bad Godesberger Kläranlagen investiert: Seit Mitte Januar verfügt die Kläranlage über eine große Photovoltaikanlage. Dort wurden 261 Solarmodule auf zwei Dächern und einer benachbarten Freifläche auf 402 Quadratmetern installiert.

Drei Prozent der Stromkosten können eingespart werden

Laut der städtischen Prognose kann die Anlage rund 63 000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen - dieser erzeugte Strom soll dem Betrieb der Kläranlage dienen. Die Photovoltaikanlage hat eine Leistung von 77,8 kWp und spare nach städtischen Angaben pro Jahr etwa drei Prozent der jährlichen Stromkosten ein. „Das mag zunächst wenig erscheinen, wichtig ist aber der Beitrag zur Reduzierung des Kohlendioxids“, erklärt Tiefbauamtsleiter Peter Esch. Natürlich spart die Stadt dadurch auch Geld, auch wenn Geld in die neue Anlage investiert werden musste. Über die Jahre gesehen lohnt sich eine solche Anlage, weshalb auch viele weitere Städte und Gemeinden an ihren Kläranlagen Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen haben.

Kläranlage Beuel soll auch eine Photovoltaikanlage erhalten

Drei der vier städtischen Kläranlagen, nämlich Duisdorf, Bad Godesberg und Bonn sind mit Photovoltaik-Anlagen auf einer Fläche von rund 1773 Quadratmetern ausgestattet, die eine Gesamtleistung von 275,4 kWp haben und somit 219 000 Kilowattstunden Kohlendioxid-neutralen Strom pro Jahr erzeugen. Damit spare das Tiefbauamt pro Jahr insgesamt 129 Tonnen Kohlendioxid ein.

Die Kläranlage am Salierweg unweit des Römerbades verfügt über eine 1274 Quadratmeter große Photovoltaikanlage, die mit einer Leistung von 185 kWp rund 150 000 kWh Strom pro Jahr erzeugen kann. In Duisdorf steht die kleinste Anlage, deren Solaranlage nur eine Größe von 97,4 Quadratmetern hat. Dort werden im Jahr 8000 Kilowattstunden bei einer Höchstleistung von 12,6 kWp produziert. Die Beueler Kläranlage soll auch nachgerüstet werden, dort ist nach Angaben der Stadtverwaltung eine Photovoltaikanlage ebenfalls in Planung.

Auch die evangelische Johannes-Kirchengemeinde hat nun eine Photovoltaikanlage

Die evangelische Johannes-Kirchengemeinde hat nach der Gesamtsanierung ihrer Immanuelkirche jetzt ebenfalls Photovoltaikelemente auf ihrem Dach im Einsatz. Sie erzeugt also selbst Strom. „Wir sind damit Teil der illustren Gemeinschaft der Energieerzeuger geworden“, erklärt der ehrenamtliche Kirchbaumeister Wolfgang Bauer im Godesberger Gemeindebrief. Der Presbyter hat den Umbau der Kirche von Mai 2019 bis Oktober 2020 fachlich geleitet. Wie berichtet, war bei der Gemeindeversammlung 2019, die die Sanierung beschloss, festgelegt worden, das Prinzip Bewahrung der Schöpfung und Nachhaltigkeit auch am Gotteshaus selbst umzusetzen. So wurden schließlich auf der einzig dafür möglichen Dachfläche 32 Quadratmeter Solarpaneele befestigt, die besonders in den Sommermonaten rund 5400 Kilowatt Strom erzeugen werden. Dieser laufe dann für Monate mit besonderem Strombedarf über einen Wechselrichter und dann über einen Zähler in das Stromnetz ein, erläutert Bauer. Das sei zwar nicht gerade eine gewinnbringende Stromerzeugung. Aber über zwölf Jahre hinweg werde man die Baukosten über die Stromabrechnung wieder hereinbekommen. „Wichtig ist letztlich, dass wir Energie CO2-neutral erzeugen“, betont der Presbyter.