1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Campingplatz Genienau hat neue Betreiber: Neue Sanitäranlagen sind fällig

Campingplatz Genienau hat neue Betreiber : Neue Sanitäranlagen sind fällig

Fast ein halbes Jahrhundert hat Elfgard Weber den Campingplatz Genienau geleitet. Jetzt hat sie die Anlage in Mehlem in neue Hände gegeben. Die neuen Betreiber wollen den Campingplatz Genienau modernisieren und den Baumbestand im alten Park pflegen.

Rund 46 Jahre hatte Elfgard Weber den Campingplatz Genienau betrieben. Vor knapp zwei Jahren entschied sie sich dann dazu, in  den Ruhestand zu gehen und verpachtete den Platz. Weil aber die Verantwortung auch danach noch an ihr zehrte, entschied sie sich schließlich für den Verkauf. „Interessenten gab es viele“, sagte die aktive Seniorin. Corona brachte jedoch einige Schwierigkeiten mit sich, bis Michael Paul Burkat sich für den Platz interessierte. An ihn übergab sie jüngst das Zepter am Platz mit dem Drachenfelsblick.

„Für große Interessenten war der Platz zu klein, für kleinere zu groß“, beschrieb Weber die Krux, mit der sie beim Verkauf zu kämpfen hatte. Dazu kam die Pandemie, wegen der viele Banken Existenzgründern nicht gerne Kredite gaben. Nervenaufreibend sei es gewesen, mal wurde zugesagt, dann wieder abgesagt, dann fehlte es an diesem oder jenem, weil in der Zeit des Shutdowns und den folgenden Wochen alles stockte. Als sie vor einer Woche den Platz offiziell an Burkat übergab, fiel zumindest dieser Stress von ihr ab.

Ganz weg ist sie aber dennoch nicht. Vor allem ist sie als guter Geist des Platzes den Menschen im Gedächtnis geblieben, die regelmäßig herkamen. So hatte Ursula Westphal der ehemaligen Eigentümerin einiges an Grüßen auszurichten, als man sich auf dem Platz traf. Westphal sei das Gesicht des Platzes in Rolandswerth gewesen, berichtete Burkat. In der Genienau wird sie in das dortige Haus einziehen und Ansprechpartnerin für die Gäste sein. In Rolandswerth hatten Westphal und Burkat den Campingplatz Siebengebirgsblick verwaltet. Burkat hatte zudem bis 2019 am Ufer einen mobilen Biergarten betrieben, für den der Pachtvertrag nicht mehr verlängert wurde.

„Selbstständig sind wir hier zum ersten Mal“, sagte der neue Eigentümer. Um gut zu starten, hatten die beiden mit einem weiteren Helfer gleich losgelegt. Bei der ersten Orientierung dazu, was sich wo befindet und welche Formulare genutzt werden, half Weber spontan beim Treffen. „Zuerst müssen wir uns um die Bäume kümmern“, sagte Burkat. Auch wenn der alte Baumbestand wunderschön ist, so ist mancher grüne Zeitzeuge des letzten Jahrhunderts in die Jahre gekommen. „Wir müssen aus Sicherheitsgründen leider einige Bäume fällen“, so Burkat. Offen ist der Platz trotzdem für alle Camper ab sofort. „Die Gastronomie werden wir schrittweise in Betrieb nehmen“, waren sich Burkat und Westphal einig.

Schritt für Schritt will Burkat den Platz und seine Gebäudeteile so sanieren, dass Charakter und Charme erhalten bleiben. Mit einem Teil der Sanitäranlagen will er im Winter anfangen. „Für diese Zeit werden dann mobile Anlagen da sein“, so Burkat. Vor allem naturbelassen soll der Platz bleiben. „Das ist etwas, was die Gäste hier schon immer geschätzt haben“, bestätigte Weber. Rund 120 Plätze finden Gäste hier. Das Zelt aufschlagen oder den Wohnwagen abstellen darf man hier, wo man möchte.

Den ersten Gast beherbergte Burkat am Eröffnungstag innerhalb kurzer Zeit. „Es ist ein Gast, der schon einmal hier war. Er wird für einige Monate in Bonn arbeiten und in dieser Zeit hier wohnen“, sagte er. Dieter Willemsen war mit seiner Frau kurze Zeit später im Wohnmobil gekommen. „Bisher sind wir hier noch nicht gewesen, aber wir kommen wieder“, kündigte er an. Auf dem Rückweg von einer dreiwöchigen Urlaubsreise hatte er hier im Rheintal Halt gemacht. Ehe sie den Rückweg in den Kreis Kleve antraten, wollten sie noch eine Tante in Bad Honnef besuchen.

Und Elfgard Weber? Mit gemischten Gefühlen und Dankbarkeit betrachtete sie den Platz und erinnerte an den Gründer: „Toni Dehrendorf hat den Platz 1965 gegründet. Von 1974 bis 2008 haben wir ihn zusammen geführt.“ Danach hatte sie die Arbeit allein bewältigt. „Wenn man am Ziel angekommen ist, sollte man nie vergessen, wem man den Anfang zu verdanken hatte“, sagte sie. Damit sei nicht nur der Gründer gemeint, sondern auch all die treuen Saisongäste, Dauercamper und internationale Touristen, die dem Campingplatz treu geblieben waren, sagte Weber.