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Bürgerhaushalt für Bad Godesberg: Neuer Skatepark ist bislang der Favorit

Bürgerhaushalt für Bad Godesberg : Neuer Skatepark ist bislang der Favorit

Bis Sonntag können die Bonner über die Vorschläge zum Bürgerhaushalt abstimmen. Unter den Favoriten in Bad Godesberg ist aktuell der Wunsch nach einem neuen Skatepark auf der Rigal’schen Wiese sowie ein Open-Air-Kino im Redoutenpark.

Mehr Zeit oder mehr Interesse – mindestens eins von beidem scheinen die Bad Godesberger zu haben, wenn man sich den sogenannten Bürgerhaushalt 2021/22 anschaut. Denn die Beteiligung ist diesmal mit 108 Vorschlägen fast doppelt so hoch wie bei der zurückliegenden Auflage mit 65.

Der Bürgerhaushalt ist so etwas wie ein kleines Stück vom großen Kuchen, den die Bewohner in jedem der Stadtbezirke abbekommen können (siehe Infobox). Für Bad Godesberg gibt es genau 49 940 Euro. Wer etwas von besagtem Kuchen haben will, braucht zunächst eine gute Idee und danach Fürsprecher.

Abstimmung läuft noch bis Sonntag

Über eine Hotline und auf der Homepage www.Bonn-macht-mit.de hatten Bürger bis zum 7. Januar ihre Ideen einreichen und auch Vorschläge anderer kommentieren können. Derzeit läuft noch bis Sonntag, 17. Januar, die Abstimmungsphase. Zu den Favoriten unter den 108 vielfältigen Überlegungen für den Stadtbezirk zählten am Mittwochvormittag folgende: Skatepark Rigal‘sche Wiese (115 Bewertungen), Open-Air-Kino im Redoutenpark (35 Bewertungen), Rollende Kultur in Bad Godesberg (32 Bewertungen) sowie Unterstützung fürs Kleine Theater (27 Bewertungen).

Auf den Plätzen fünf und sechs standen Naturthemen: Bäume für den Ria-Maternus-Platz (26 Bewertungen) und eine gewünschte Begrünung des Moltkeplatzes (22 Bewertungen).  Wobei die Stadtverwaltung, wie berichtet, in Sachen Maternus-Platz Mitte Oktober noch einmal klargemacht hatte, dass aufgrund des U-Bahn-Tunnels dort keine Bäume gepflanzt werden könnten. Kübel-Bäume, wie damals von SPD und BBB ins Spiel gebracht, lehnt die Verwaltung ebenfalls entschieden ab. Zu viel Pflegeaufwand, zu wenig nachhaltig, da sie irgendwann umgepflanzt werden müssten, so die Argumentation einer Vertreterin des Amtes für Stadtgrün.

Zwei der 108 Ideen kommen vom Verein KuKuG

Nicht alle Einsender der Ideen treten mit Klarnamen auf. Anders sieht das bei den vorgeschlagenen Projekten Open-Air-Kino und der Rollenden Kultur aus. Hinter beiden steckt Sabine Köhne-Kayser, Vorsitzende des Vereins KuKuG (Kunst & Kulturverein Godesberg). „Mit beiden Vorschlägen wollen wir Kunst, Kultur und social distancing zusammenbringen“, sagte Köhne-Kayser auf Anfrage. Um den Redoutenpark zu beleben, wünscht sich der Verein für ein Kino unter freiem Himmel eine große aufblasbare Leinwand. „Diese könnte windgeschützt hinter dem alten Verwaltungsgebäude stehen und die aufsteigende Wiese wäre ein idealer Platz für die Zuschauer“, so die Vorsitzende.

Der Verein KuKuG hat über seine Vorsitzende die Idee einer aufblasbaren Leinwand eingebracht, wie sie hier bei einer Fußball-WM zu sehen ist. Foto: picture-alliance/ dpa/Frank Rumpenhorst

Die zweite Idee ist eine mobile Bühne, auf der „die Kunst direkt zum beliebigen Veranstaltungsort rollen kann“. Theater, Musik, Lesungen, Puppenspiele und vieles mehr könnten dort stattfinden, wo sie laut Köhne-Kayser gebraucht werden: zum Beispiel an Altenheimen, auf Marktplätzen oder auch in Bad Godesberger Parks.

Vater setzt sich für seinen skatenden Sohn ein

Viel Luft nach oben besteht für Oliver Dilly bei der Attraktivität des Skateparks an der Rigal‘schen Wiese. Genauer für seinen Sohn, weshalb er sich in dessen Namen für eine Renovierung der Anlage einsetzt. „Zum einen ist eine der kleinen Rampen mittlerweile im Boden versunken und zum anderem geht bei der kleinen Halfpipe ein Riss durch die Mitte“, schreibt er stellvertretend für seinen Sohn, der Stunt-Scooterfahrer ist. Zudem könne man nur bei Tageslicht aktiv sein, da die Straßenlaterne kaputt sei. „Da es der einzige Ort ist, wo man in Bad Godesberg als Jugendlicher skaten kann, sehe ich eine große Dringlichkeit in unserem Problem“, so der Vater über seine Eingabe, die aktuell Spitzenreiter ist.

Bis Sonntag also sind die Bürger zu den 108 Godesberger Ideen gefragt. Und natürlich auch zu den anderen Projekten im Stadtgebiet. Laut Kristina Buchmiller vom Presseamt sind insgesamt 558 Beiträge eingegangen mit 4842 Bewertungen und  470 Kommentaren. Vom 18. Januar bis 15. Februar bewertet die Verwaltung dann die jeweils zehn besten Vorschläge aus den vier Stadtbezirken unter anderem darauf, ob sie grundsätzlich umsetzbar sind, ob die Stadt dafür zuständig ist oder ob die Projekte eventuell bereits unabhängig vom Bürgerdialog zum Haushalt verfolgt werden. Außerdem gibt sie eine Schätzung der Kosten ab, die bei der Umsetzung des Vorschlags anfallen würden.

Zwischen 16. Februar und 2. März können alle Bonner zwei Wochen lang online über die als realisierbar eingestuften Top-Vorschläge abstimmen. Und dann müssen Bezirksvertretungen und Rat bei der Haushaltsverabschiedung über die Bestenliste entscheiden.