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„Wir unter der Godesburg“: Neuer Verein will Bad Godesberg grüner machen

„Wir unter der Godesburg“ : Neuer Verein will Bad Godesberg grüner machen

Der Verein „Wir unter der Godesburg“ will mit einem Gartenprojekt an der Michaelschule die Friesdorfer Straße mit Leben füllen. Weitere Projekte sind bereits in der Planung. Die Mitglieder erhoffen sich Gehör bei der Politik.

Rund um die ehemalige Michaelschule an der Friesdorfer Straße in Alt-Bad Godesberg soll es schöner und vor allem „grüner“ werden. Das ist zumindest eine der erklärten Absichten des neuen Vereins „Wir unter der Godesburg“  um seinen Vorsitzenden Nils Fasting und dessen Stellvertreter Ruwen Noltenhans.

Vier Hochbeete wurden mit Kompost befüllt

Am vergangenen Wochenende wurde dazu nun ein erster Schritt unternommen: Mitstreiter des Vereins brachten das Projekt „Urban Gardening“ auf den Weg und füllten es mit Leben. Dazu wurden vier neue Hochbeete von den Aktiven mit Kompost gefüllt und sollen anschließend nun bepflanzt werden. Finanziert aus dem Bürgerhaushalt der Stadt Bonn, hatten Schüler der inklusiven Siebengebirgsschule die Hochbeete gebaut, die nun auf dem Gelände der ehemaligen Michaelschule stehen. Den Kompost stiftete Klaus Riebau von der Kompostieranlage in Wachtberg Gimmersdorf. Geht es nach Fasting & Co, wird das nicht die letzte Aktion gewesen sein.

Verein hat bislang 40 Mitglieder

    „Wir wollen mitgestalten“, so könnte man das Motto der rund 40 Mitglieder des Vereins „Wir unter der Godesburg“ auf einen kurzen Nenner bringen. Für das Motiv gibt es nachvollziehbare Gründe. Schließlich hatten viele Anlieger der Friesdorfer Straße im Jahr 2019  miterleben müssen, wie das leer stehende Gelände der Michaelschule mehr und mehr zum Problemareal verkam und sich zum Treffpunkt für Kleinkriminelle und die Drogenszene entwickelte, so erinnert sich mancher. Um dieser negativen Entwicklung ihres Viertels eine positive Wendung zu geben,  gründete sich 2020 der Verein, so Fasting.  Mit dem „Urban Gardening“-Projekt wolle man daher auch einen ersten Akzent in Sachen Mitgestaltungswillen setzen, bringt es Noltenhans auf den Punkt: „Schließlich leben wir hier und kennen daher das Viertel.“

Verein will bei der Neuentwicklung des Viertels gehört werden

    Ganz wichtig ist dem Verein daher auch bei der Neuentwicklung des brachliegenden Geländes der Michaelsschule „gehört zu werden“, ergänzt Fasting. Wie berichtet, wollen der Mieterbund und Haus und Grund 55 Wohnungen und eine Kindertagesstätte auf dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Friesdorfer Straße und der Aennchenstraße errichten. Derzeit führt die Stadt für ihr Grundstück eine Wertermittlung durch und prüft, ob das Areal verkauft oder in Erbbaupacht vergeben werden soll. Bei der Umsetzung des Projektes, bei dem vor allem geförderter Wohnungsbau geplant ist, möchte der Verein „Wir unter der Godesburg“  mit seinen Belangen zumindest „gehört werden“.

Verein bringt Bürgerantrag ein

    Darum wurde auch ein Bürgerantrag eingebracht, der auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung  am 17. März steht. In dem Bürgerantrag begrüßt der Verein, grundsätzlich die Entwicklung des Geländes der Michaelschule:. „Allerdings beinhaltet das geplante Bauprojekt eine 100-prozentige Quote geförderten Wohnraums“, heißt es weiter: „Der Verein vertritt die Position, dass dies ein falscher Weg für die zukünftige Einwohnerstruktur im Bezirk 251 ist, der bereits jetzt schwierige soziale Verhältnisse und Wohnsituationen sieht.“ Einer gewünschten Durchmischung des Viertels werde das Bauprojekt, so wie es jetzt geplant ist, abträglich sein und bestehende Problemlagen verschärfen, heißt es weiter in dem Antrag. „Mehr Hetrogenität und weniger Homogenität“ wünschen sich Fasting und Noltenhans.

In Zukunft soll eine „Give-Box“ im Viertel aufgestellt werden

    Neben der Bebauung des Areals will der Verein sein Augenmerk aber auch auf weitere Aktionen richten. Fasting kann sich im Zuge des jetzt angelaufenen „Urban Gardening“-Projektes nicht nur die Entwicklung einer „grünen“ Friesdorfer Straße vorstellen. Auch das Aufstellen einer GiveBox, eines öffentlichen Schrankes für Dinge, die zu schade sind, um weggeworfen zu werden, ist bereits in der Mache. Kostenpunkt rund 5000 Euro, 2500 Euro sind bereits aus dem Bürgerhaushalt finanziert, sagt Noltenhans: „Es fehlt noch die andere Hälfte. Wir hoffen auf Mittel aus dem Haushalt 20/21.“

Weitere Infos zu dem Verein unter www.wirunterdergodesburg.de