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Aktionstag: Neues Sandarium für die Wildbienen

Aktionstag : Neues Sandarium für die Wildbienen

Beteiligung schafft Identifikation: Quartiersmanagement Pennenfeld und Anwohner trafen sich am Samstag zur Pflege des PikoParks.

So ein PikoPark ist kein starres fertiges Gebilde – der naturnahe Garten in Pennenfeld entwickelt sich stetig weiter. Die neueste Erweiterung: ein „Sandarium“ im Boden, für das ein fast quadratisches Loch von etwa 40 Zentimetern Tiefe ausgehoben wurde. „Ich musste erstmal im Internet nachschauen, was das überhaupt ist“, gab Frank Wilbertz vom Quartiersmanagement der Vebowag zu. In einem Sandarium können sich zum Beispiel Wildbienen einnisten, die Insektenhotels meiden, weil sie sandige Brutstätten bevorzugen.

Diese Maßnahme war Teil der Pflege-Aktion am Samstag für den PikoPark, der auf etwa 300 Quadratmetern zwischen Max-Planck- und Frascatistraße angelegt ist. Anwohner waren gekommen, um aus den Pflanzhügeln und Beeten das herauszuholen, was früher Unkraut hieß – „unerwünschte Pflanzen“ nannte es Wilbertz diplomatisch. An einem Tisch konnten Kinder und Jugendliche Nistkästen für Vögel zusammenbauen und nach Wunsch auch zu Hause bunt anmalen, bevor sie aufgehängt werden. Und da war eben das Sandarium.

Einfachen Sandkastensand solle man nicht nehmen, erklärte Wilbertz. „Der Sand darf nicht gewaschen sein.“ Denn dann würden die Bruthöhlen, die die Insekten bauen, zu leicht einstürzen. Zumindest sollte es also alter Spielsand sein, der an einer sonnigen Stelle ausgelegt wird. Damit Katzen darin nicht ihr Geschäft verrichten, wird dorniges Gestrüpp darauf gelegt. Auch ein alter Vogelkäfig oder ein Grillrost helfen. Eine ganz einfache effektive Maßnahme, die jeder im Garten anlegen kann.

 Die Anwohner helfen mit bei der Frühjahrspflege im PikoPark in Pennenfeld.
Die Anwohner helfen mit bei der Frühjahrspflege im PikoPark in Pennenfeld. Foto: Stefan Knopp

„Dem Insektenexodus etwas entgegensetzen“

Die Idee hatte Daniela Mager, die schon so manche Anregung für den Park geliefert hat. „Man kann damit dem Insektenexodus etwas entgegensetzen.“ Am Samstag bepflanzte sie mit anderen die Baumscheibe vor dem Konrad-Adenauer-Gymnasium: Sedum, Dianthus, Alyssum, Arenovia und Astern sollen sich darauf ausbreiten, alles insektenfreundliche Blumen, außerdem wurde die Erde aufgelockert und ein bisschen Grün eingesät. „Ich radele hier ständig durch und freue mich, wenn es irgendwo blüht“, sagte Mager, die in Pennenfeld aufgewachsen ist.

Mager gehörte auch zu denen, die den PikoPark im Bonner Süden 2017 mit dem Wissenschaftsladen Bonn (WiLa) initiiert haben, sagte sie. Dort haben die ersten Frühblüher schon ihr Nektarsortiment für die Bestäuber eröffnet, im Juli, schwärmte Wilbertz, gebe es ein richtiges Blütenmeer auf der Fläche. Alles heimische Pflanzen, auch im Naschbeet rund um den kleinen Olivenbaum, den dort mal jemand gepflanzt hat. Dort half Karina mit, die unerwünschten Pflanzen zwischen den erwünschten herauszuzupfen.

 Frank Wilbertz gräbt ein rechteckiges Loch aus: Hier entsteht das Sandarium für den Pennenfelder PikoPark.
Frank Wilbertz gräbt ein rechteckiges Loch aus: Hier entsteht das Sandarium für den Pennenfelder PikoPark. Foto: Stefan Knopp

Ideen werden im Vorfeld in die Planung einbezogen

Die 15-Jährige hatte auch schon vor drei Jahren ein wenig bei der Gestaltung mitgewirkt, indem sie einen der Pflastersteine auf den Wegen mitgestaltet hatte, die jetzt die Beete trennen. In diese Steine konnten die Kinder damals Kiesel einarbeiten. Sie wohne in einem der angrenzenden Häuser und half gerne mit, den Wohnort ein bisschen schöner zu machen. „Irgendwie tut man ja etwas Gutes.“

Sie ist ein gutes Beispiel dafür, was mit dem PikoPark auch bezweckt werden soll: Die Leute, die daran mitgewirkt haben, schaffen eine Identifizierung mit dem Projekt und seien stolz darauf, sagte Michaela Shields vom WiLa. „Sie haben die Trockenmauer zusammen gebaut und Pflanzen gemeinsam eingesetzt.“ Und ihre Ideen wurden im Vorfeld in die Planung einbezogen, weil sie bei einem Workshop gefragt wurden, was sie dort gerne an Natur erleben wollten. Das sorge dafür, dass sie sich auch gerne kümmern. Das sieht man an den Pflege-Aktionen, zu denen in der Regel dreimal im Jahr aufgerufen wird. Und weil das funktioniert, erhielt der WiLa im September 2020 dafür den Nachhaltigkeitspreis „ZeitzeicheN“.