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Bad Godesberger Kindgärten: Neugründung und Jubiläum

Bad Godesberger Kindgärten : Neugründung und Jubiläum

Nachbarn, Opas, Omas, Väter, Mütter und Kinder in jedem Alter drängen sich vor dem Weg zum Neubau des Kindergartens Arche Noah am Langenbergsweg. Ein Polizist versieht seinen wahrscheinlich angenehmsten Wochendienst.

Die Bezirksbürgermeisterin Schwolen-Flümann hält sichtlich erfreut eine Begrüßungsrede, der Pfarrer spricht ein kurzes Gebet, und nach einem allgemeinen Amen steigen Luftballons auf, wird das Band durchschnitten und die Menge begutachtet mit vielen "Ahs" und "Ohs" die vielseitigen, hellen und noch nach "neu" riechenden Räume des Kindergartens.

Hinter einer eher funktionalen Außenfassade verbirgt sich ein zweistöckiges Kinderparadies. "Hier wäre ich gern wieder Kind". Gerhard Lemm, scheidender Bezirksverordneter der Grünen, spricht aus, was viele Anwesende denken. Keine Wünsche bleiben offen: entsprechend dem offenen Konzept, können sich Kinder im "Weißen Raum" zurückziehen, im "Sinnesraum" wahrnehmen, in der "Cafeteria" frühstücken und zu Mittag essen, im "Kreativraum" basteln, in das "Bällebad" eintauchen, sich im "Schlafraum" erholen oder im "Konstruktionsraum" bauen. Im "Forschungslabor" ihre Neugierde befriedigen oder sich im "Bewegungsraum" austoben. Dachterrasse und Garten ergänzen das Angebot nach Außen. Natürlich gibt es ein Büro, Personalraum, Küche und Toiletten. Jeder Raum ist konzeptionell bestens seiner Bestimmung entsprechend ausgestattet.

Neun Betreuer kümmern sich hier um insgesamt 65 Kinder von zwei bis sechs Jahren, aufgeteilt in drei Gruppen. Der Neubau wurde durch den Beschluss erforderlich, zwölf Plätze für Zweijährige einzurichten. Hierfür wurde der alte, ebenerdige Kindergarten abgerissen, in dem 75 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Platz fanden. Gute 13 Monate wurden Kinder und Betreuer in die leerstehende alte Grundschule ausquartiert. "Die Baukosten betrugen 1,2 Millionen, von denen der Bund etwa 200 000 Euro beisteuerte", erläuterte Ralf Guta, der Finanzkirchmeister.

Hinter der Attraktivität dieses Kindergartens gibt es jedoch eine ernüchternde Realität. "Wir konnten 16 Kinder aufnehmen", erklärt Dagmar Höhn, die Leiterin, "zwölf Zweijährige und vier Dreijährige." "60 Eltern musste ich für dieses Jahr eine Absage erteilen", ergänzt sie. "Aufnahmekriterien sind Religions- und Gemeindezugehörigkeit. Natürlich werden Geschwisterkinder wie auch soziale Aspekte berücksichtigt." Die Betreuungssituation sei in Mehlem sehr prekär. Einem steten Zuzug von Familien stünde ein sich kaum geändertes Betreuungsangebot gegenüber. Muslimische Familien würden auch durchaus konfessionelle Kindergärten bevorzugen, neun Kinder muslimischen Glaubens würden derzeit in der Arche Noah betreut.

Feierstunde in Friesdorf

Vor einem halben Jahrhundert wurde der Pauluskindergarten von einer Dame gegründet, die alle nur "Tante Ulla" nannten. Sie war 66 Jahre alt, als sie damals für 60 Kinder den Kindergarten eröffnete. Heute beherbergt er noch 46 Kinder. Zusammen mit ihren Eltern und Großeltern feiern sie an diesem Himmelfahrtstag das Jubiläum ausgiebig.

Die Feierlichkeiten beginnen mit einem Freiluftgottesdienst vor der Kirche. Die kleine Stärkung danach gibt es in Form von Würstchen und Steaks im Brot. Für die musikalische Untermalung sorgt Clara Gaviria, eine Mitarbeiterin des Kindergartens. Als "Los Mojitos" präsentieren sie und ihr Begleiter am Keyboard Lieder auf Portugiesisch. Ehrengast der Feierlichkeiten ist auch hier Annette Schwolen-Flümann. In einer kurzen Rede bedankt sich die scheidende Bezirksbürgermeisterin für die jahrelange Arbeit und überreicht dem Kindergarten mit den Worten "Bücher werden immer gebraucht" einen Buchgutschein. Mit dem Lied "Viel Glück und viel Segen" würdigen die Anwesenden sodann das zwölfjährige Wirken der Politikerin.

Im Kindergarten gibt es neben Hüpfburgen zahlreiche Spiel- und Bastelangebote. Jugendleiter Daniel Schöneweiß und die Jungen und Mädchen aus seiner Jugendgruppe verkaufen Kuchen zugunsten ihres Freizeittreffs. Abgerundet wird der Nachmittag durch ein Konzert von "Krümelmucke". Die unkomplizierten, eingängigen Lieder schrieb ihre Urheberin Christiane Weber speziell für Kleinkinder. Statt der Autorin stehen am Donnerstag Filipina Henoch und Markus Kötter für die kleinsten Besucher auf der Bühne. Seit Weber 2012 an Krebs verstorben ist, führen die beiden Musiker die Krümelmucke-Konzerte weiter.

Der Pauluskindergarten in Friesdorf ist einer von drei Kindergärten der evangelischen Thomas-Kirchengemeinde. Seit dem Umbau vor vier Jahren bietet er dank neuer Wasch- und Schlafräume Platz für rund 40 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren.