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Bezirksvertretung Bad Godesberg: Noch ist das Areal Gewerbefläche

Bezirksvertretung Bad Godesberg : Noch ist das Areal Gewerbefläche

Ein Investor möchte an der Mainzer Straße zwei Häuser mit 80 Wohnungen errichten. Das Vorhaben war am Mittwochabend Thema in der Bezirksvertretung.

Wohnungen sind es, die ein Investor auf seinem Grundstück an der Mainzer Straße 250 bauen möchte. Mit einbezogen werden sollen auch die daneben liegende Fläche mit der Nummer 248 sowie benachbarte städtische Areale, die der Investor kaufen möchte. Geplant ist laut Verwaltung, an der Mainzer Straße zwei dreigeschossige Wohngebäude zu errichten, hinzu kommt jeweils ein Staffelgeschoss.

Es sollen 80 Wohneinheiten entstehen, der Investor möchte hauptsächlich Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen bauen, und zwar „mit Mitteln der öffentlichen Wohnbauförderung“, so die Verwaltung. Sämtliche Wohnungen sollen barrierefrei sein. Das Gelände wird über die Mainzer Straße erschlossen, die notwendigen Stellplätze sollen in einer Tiefgarage untergebracht werden. Dadurch würde der Innenbereich autofrei bleiben und könnte als Frei- oder Spielfläche genutzt werden, so die Verwaltung.

Der Bebauungsplan für das betroffenen Areal muss jedoch geändert werden, da die Grundstücke im Gewerbegebiet liegen. Und nur wenn die Politik zustimmt, dürfen dort Wohnungen entstehen. Die Verwaltung sieht darin kein Problem: „Aus unserer Sicht kann auf die gewerbliche Nutzung dort verzichtet werden.“ Es bestehe Bedarf an Wohnraum, außerdem gebe es in dem betroffenen Gebiet „keine große gewerbliche Ansammlung“. So grenzt das betroffene Gebiet zum Beispiel an bestehende Wohnbebauung an.

„Unsere Linie ist es, bestehende Gewerbegebiete auch dafür zu erhalten“, betonte Marcel Schmitt vom Bürger Bund Bonn (BBB). Deswegen spreche er sich gegen eine Umwidmung der Fläche aus. Die SPD sah dies anders: „Wir plädieren für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, und das bietet sich hier an“, sagte Angelika Stabenow. Warum der Schwerpunkt des Investors aber auf Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen liege, erschließe sich nicht. „Wir brauchen auch Wohnungen für Familien.“ Dem schloss sich Ralf Jochen Ehresmann von der Linken an, auch die Grünen und die CDU standen dem Vorhaben prinzipiell positiv gegenüber.

Entschieden ist noch nichts. Zunächst fasst die Politik den Grundsatzbeschluss, für den sich die Bezirksvertretung mehrheitlich gegen die Stimmen des Bürger Bunds Bonn aussprach. Dieser beinhaltet eine schnelle Beteiligung der Öffentlichkeit – Bürger und Politik haben also die Möglichkeit, sich frühzeitig zu den Plänen zu äußern und Kritik, Bedenken oder auch Lob zu artikulieren.

Dieser Grundsatzbeschluss „ist eine neue Möglichkeit in Bonn“, so die Verwaltung. So werde früh Transparenz geschaffen. „Allerdings bedeutet es auch, dass die Planungen noch nicht komplett durchgeprüft worden sind.“ Sicher aber ist eins: Auch die Verwaltung wünscht sich nicht ausschließlich Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen auf dem Areal. Man habe den Investor darauf hingewiesen, „dass wir eine Durchmischung für nötig halten“.