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Wachtberger Klimaprojekt: Noch Luft nach oben

Wachtberger Klimaprojekt : Noch Luft nach oben

„KlimaQuartier Köllenhof“: Die Gemeinde zieht für Sanierungen der 1970er-Jahre-Häuser positiv Bilanz, hofft aber durch Neuzuzüge auf mehr Aktivität.

Die Gemeinde Wachtberg zieht drei Jahre nach dem Startschuss für ihr Sanierungskonzept im Areal Köllenhof eine positive Bilanz. „Das Konzept war ein guter Anstoß sowohl an die Grundstückseigentümer im Quartier als auch an alle übrigen Wachtberger, um auf die Notwendigkeit energetischer Sanierungen aufmerksam zu machen“, erklärt Pressesprecherin Margrit Märtens auf Anfrage. Dank der im Rahmen des Projekts angeregten Maßnahmen werde vor Ort nachweislich der CO²-Ausstoß gemindert. „Das ist ein wichtiger Baustein in der Bekämpfung der Klimakrise.“ Denn zu den entsprechenden Veranstaltungen seien immer auch Bürger gekommen, die gar nicht im Quartier wohnen, um sich über Sanierungsmaßnahmen älterer Häuser auf dem Laufenden zu halten.

Wie berichtet, ernannte die Gemeinde Wachtberg das Areal Köllenhof im Ortsteil Ließem 2017 zum „KlimaQuartier“. In der in den 1970er Jahren gebauten Wohnsiedlung mit 146 Gebäuden, darunter 135 Einfamilienhäusern, standen bis Mai 2019 zwei sogenannte Quartiersmanagerinnen bereit, die rund 450 Bewohner für nachhaltige Energieeinsparungen und Klimaschutz zu sensibilisieren. Den Auftrag dafür hatte das Villiprotter Fachbüro NC-Architekten bekommen. Die beiden Architektinnen Severine Nicolaus und Katharina Chatterjee suchten alsbald für interessierte Bürger unentgeltlich, individuelle Sanierungslösungen und bildeten bei Informationsveranstaltungen weiter. Das Projekt wurde von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.

„Die Beratungsstelle wurde im Zeitraum des Projektes, also in rund zweieinhalb Jahren, besonders anfangs stark in Anspruch genommen, es gab eine regelmäßige Sprechstunde“, erläutert Pressesprechern Märtens. Die öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen hätten immer regen Zulauf gehabt. Zum Ende des Projekts seien dann Beratungsgespräche nur noch nach telefonischer Vereinbarung geführt worden. Praktisch ging es meist um die Themen Heizungs- und Fenstertausch, Wärmedämmung und Dachsanierung, Heizen mit erneuerbaren Energien sowie Förderangebote.

Konkrete Erfolgsbilanz ist noch nicht möglich

Allerdings wäre es natürlich letztlich wünschenswert gewesen, wenn dann doch noch mehr Anlieger ihre Häuser wirklich energetisch saniert hätten, schränkt Märtens auf Nachfrage ein. Durch das Quartiersmanagement seien zwar einige Maßnahmen bereits verwirklicht, viele weitere seien angestoßen worden. „Da die meisten energetischen Sanierungen vom ersten Gedanken bis zur Fertigstellung aber viel Zeit benötigen, werden sich, durch die begrenzte Laufzeit des Projekts, weitreichende Ergebnisse erst in nächster Zeit zeigen“, vermutet Märtens. Es sei also mit einer stetigen energetischen Optimierung auch nach Ende der Projektlaufzeit zu rechnen. „Und somit bleibt grundsätzlich das Resümee positiv.“

Ein Grund für die teilweise Zurückhaltung dürfte sein, dass der Altersdurchschnitt in der Siedlung wohl immer noch ein wenig höher liegt als im übrigen Wachtberg und dass ältere Bewohner wohl weniger sanierungsfreudig sein dürften als junge. Es finde in der Siedlung aber ein Generationswechsel statt, erläutert Märtens.

„Der Prozess ist schlecht prognostizierbar, die Gemeinde Wachtberg geht jedoch von einem Zeitraum der kommenden zehn bis 15 Jahre aus.“ Mit der Weitergabe an die nächste Generation werde die energetische Modernisierung der Gebäude sicherlich nochmals deutlich voranschreiten und der Energieverbrauch und damit CO²-Ausstoß weiter sinken.