1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Offener Bücherschrank in Mehlem: Bürger stellen Bürgerantrag

Bürgerantrag in Bad Godesberg : Anwohner in Mehlem wünschen sich einen Bücherschrank

Die Mehlemer wünschen sich einen Bücherschrank auf dem Marktplatz im Ortszentrum. Um ihr Anliegen durchzusetzen, haben sie einen Bürgerantrag für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung gestellt.

Offene Bücherschränke erfreuen sich einer stetig wachsenden Beliebtheit. Kein Wunder. Schließlich ist ihr Prinzip gleichermaßen einfach wie genial: Bücher, die man selbst nicht mehr braucht, können zu den Schränken gebracht werden und potenzielle neue Leser erfreuen.

Einige Bücherschränke stehen bereits im Stadtbezirk, künftig soll es außerdem einen in Mehlem geben. Das zumindest ist der Wunsch einiger Bürger, die ihrem Ansinnen in einem Antrag Ausdruck verliehen haben, mit dem sich die Bezirksvertretung in ihrer nächsten Sitzung am 25. August beschäftigen wird.

Der Bücherschrank, so der Wunsch, soll auf dem Mehlemer Marktplatz aufgestellt werden. Material und Fundament könnten aus dem Bad Godesberger Feuerwehrtopf finanziert werden, über den die Bezirksvertretung frei bestimmen kann. Herstellung und Installation würde die Tischlerei Kolb übernehmen, heißt es in dem Antrag.

In Bonn gibt es bereits mehrere öffentliche Bücherschränke, unter anderem einen privat initiierten in der Straße An der Nesselburg. Im Mehlemer Zentrum aber fehle ein solches Angebot, meinen die Antragsteller. Und haben eine Lösung parat: „Die sehenswerte Neugestaltung des Mehlemer Marktplatzes wird der Bedeutung dieses gesellschaftlichen, kulturellen und kommerziellen Zentrums gerecht.“ Daher sei der Platz an der Mainzer Straße ein idealer Standort für einen Bücherschrank, der den Marktplatz weiter aufwerten würde, sind die Mehlemer überzeugt.

Seit April 2019 gibt es den Bücherschrank in Friesdorf. Foto: Stefan Knopp

Ersten Offenen Bücherschrank in Bonn gibt es seit 2003

Der erste Offene Bücherschrank in Bonn wurde 2003 mit Förderung der Bürgerstiftung Bonn auf der Poppelsdorfer Allee aufgestellt. Seitdem wächst die Zahl kontinuierlich. Unter anderem gibt es Schränke in Duisdorf, Tannenbusch, auf den City-Terrassen und in Friesdorf. Einige werden von der Bürgerstiftung, andere von Privatpersonen oder auch Firmen initiiert, wie zum Beispiel der in Pennenfeld.

Wie es ist, sich um einen Bücherschrank zu kümmern, weiß Holger Liczner, Geschäftsführer des Ortsausschusses Friesdorf (OA). Im April 2019 wurde auf Betreiben des OA der Offene Bücherschrank auf dem Klufterplaz eingeweiht, und zwar im Zuge des Maibaumaufstellens. Er, so Liczner, erfreut sich seither großer Beliebtheit.

„Für die ‚Kontrolle’ des Schrankes wurden seitens des OA zwei ehrenamtliche Helfer gesucht und gefunden, die sporadisch nach dem Rechten schauen“, beschreibt der OA-Geschäftsführer. Insgesamt gesehen sei der Schrank ein Selbstläufer, „die Tätigkeiten der Bücherschrank-Paten bestehen aus Einsortieren der Bücher, wenn sie einfach quer hineingelegt wurden oder der Buchrücken nicht lesbar ist, da das Buch verkehrt herum hineingestellt wurde“. Außerdem müssten manchmal abgelegte Tageszeitungen entnommen werden. Die Reinigung der Schrankscheiben übernimmt laut LIczner der Friesdorfer Edeka-Markt.

2000 Euro mussten die Bürger für die Errichtung des offenen Bücherschranks in ihrem Stadtteil aufbringen. So hoch ist der Eigenanteil bei den von der Bürgerstiftung Bonn initiierten Projekten. Für die Friesdorfer kein Problem. Innerhalb weniger Wochen kam der Betrag Ende 2018 durch Spenden zusammen, so Liczner. Den Rest steuerten die Bürgerstiftung (3000 Euro) und die Sparkasse KölnBonn (1000 Euro) bei.