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Filmnächte im Freibad: Open-Air-Filmnächte im Friesi sind gestartet

Filmnächte im Freibad : Open-Air-Filmnächte im Friesi sind gestartet

Freibad-Freunde Friesdorf sind in die achte Open-Air-Saison der Filmnächte gestartet. Bonner Kinemathek wählt die Filme aus. Kommendes Wochenende geht es weiter.

Vor dem Film stand eigentlich der Badespaß. Doch nur wenige Besucher – überwiegend waren es Kinder und Jugendliche – nutzten in den Abendstunden des Wochenendes die Möglichkeit ins Wasser zu springen und noch schnell einige Runden zu schwimmen, bevor im Friesdorfer Freibad die Freibad-Freunde Friesdorf (FFF) mit den Bonner Kinematheken zum achten Mal die Filmnacht starteten.

„Die Idee zur den Filmnächten entstand 2010/2011, als wir uns neue Projekte überlegt haben, um mehr Leben in unser Freibad zu bekommen“, sagte der Vorsitzende der FFF, Stephan Eder. Inzwischen seien die Filmnächte auch überregional, vor allem in der Kultur- und Filmszene, bekannt und würden so viele Gäste anlocken, die das Friesi noch nicht kennen würden und es so kennenlernen, sagte Eder. „Das Publikum der Filmnächte ist immer ganz unterschiedlich, es hängt vom Film ab, wer kommt“, sagte er.

Die Bonner Kinemathek stelle immer ein tolles Programm zusammen, bei dem die FFF zwar Mitspracherecht hätten und auch Wünsche äußern könnten, sich aber auch oftmals überraschen ließen, so Eder lächelnd. Mit verantwortlich für die Technik und den Aufbau war Andreas Giersberg, der die Techniker der Kinemathek unterstützte.

Leinwand hat neuen Standort

Der Aufbau der 8,50 mal 4,50 Meter großen Leinwand und wetterfesten Lautsprecherboxen habe gegen 14 Uhr begonnen und gut vier bis fünf Stunden gedauert, sagte Giersberg. In diesem Jahr musste die Leinwand aus platztechnischen Gründen an einer anderen Stelle aufgebaut werden. Die Technikgeräte standen vor Regen geschützt in einem Anhänger. „Nur bei Gewitter brechen wir ab, weil dann eine Gefahr für unsere Besucher besteht“, sagte so Giersberg.

Viele der Besucher hatten es sich mit Picknickdecken und Kissen auf der Wiese vor der großen Leinwand gemütlich gemacht. Auch ein Regenschauer eine Viertelstunde vor Filmbeginn konnte ihnen nichts anhaben, da die meisten außerdem mit Regenschirmen und Regenjacken gekommen waren. „Wenn es zeitlich passt, kommen wir immer. Uns gefällt, dass man draußen ist und man hier viel schneller in Kontakt kommt als im Kino“, sagte ein Besucher, der mit der ganzen Familie ins Friesi gekommen war. Das Ambiente, die netten Gespräche, die man mit den Sitznachbarn führen könne, und das Gemeinschaftsgefühl beim Filmgucken waren die meistgenannten Gründe der Gäste, weshalb es sie auch zu so später Stunde ins Freibad ziehe.

Den Auftakt der Filmnächte machte der Film „25 km/h“ mit den bekannten Schauspielern Lars Eidinger und Bjarne Mädel, die in dem Film zwei Brüder verkörpern. Der Roadtrip mit dem Mofa, den die beiden Brüder seit ihrer Jugend geplant haben und der sie nach der Beerdigung des Vaters vom Schwarzwald an den Timmendorfer Strand führen soll, läuft wie erwartet nicht reibungslos ab. So muss das entfremdete Brüderpaar einige Hindernisse überwinden und sich kurzzeitig trennen, bevor es doch am Ziel ankommt.

Wenige nutzen das Angebot, vorher noch zu schwimmen

„Den Film wollte ich immer schon sehen, außerdem bin ich oft im Friesi zum Schwimmen“, sagte eine Frau. Sie sei schon in den Vorjahren zu den Filmen gekommen, die sie interessiert hätten, und sei nie enttäuscht worden, sagte sie. Der Film kam beim Publikum denn auch gut an, es wurde viel gelacht. Für das Wohl der Gäste sorgten die FFF mit einem Getränke- und einem Würstchenstand.

Ulli Klinkertz von der Bonner Kinemathek, die für die Programmzusammenstellung verantwortlich ist, sagte: „Wir machen das ja schon seit ein paar Jahren, und die Vorbereitung ist nicht so aufwendig, da es ähnlich zu unserer sonstigen Arbeit in der Beueler Brotfabrik ist.“ Es würden Filme ausgesucht, die Open-Air-tauglich seien und deren Geschichten überwiegend draußen spielten. „Da die Filmnächte immer in den Sommerferien sind, achten wir darauf, dass die Filme generationsübergreifend und familientauglich sind“, sagte Klinkertz. Außerdem würden die Filme nach dem Erfolg im Kinojahr und der Beliebtheit beim Publikum ausgewählt.

Im Gegensatz zum Kinosaal sei die Atmosphäre im Freibad schon ein bisschen unruhiger und die Zuschauer guckten die Filme nicht ganz so konzentriert, hat Klinkertz beobachtet. „Wenn genügend Leute kommen, funktionieren die Filme aber trotzdem,“, sagte er lachend.