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Vor Schulausschuss: Päda-Träger beantwortet Fragen zu Missbrauchsfällen

Vor Schulausschuss : Päda-Träger beantwortet Fragen zu Missbrauchsfällen

Den Fragen des Schulausschusses stellte sich jetzt Klaus Otto Kühne für den Träger der Otto-Kühne-Privatschule, des Bad Godesberger Pädagogiums (Päda). Wie berichtet, hatte er im März bei der Staatsanwaltschaft Bonn Anzeige wegen möglichen Missbrauchs im Jahr 2007 gegen einen ehemaligen Päda-Lehrer gestellt.

"Die Aufarbeitung ist auf dem Weg. Wir haben aber bisher keine neuen Erkenntnisse", berichtete Kühne, der eine Hotline für Betroffene eingerichtet hat.

Es handele sich weiter um den Fall von 2007 und einen verjährten Fall von 1986 durch denselben Lehrer. Man sei dabei, eine externe Person zwecks Aufklärung zu verpflichten. "Wir haben nichts zu verbergen", sagte Klaus Otto Kühne. Die Platzierung des Missbrauchsthemas auf Seite eins seiner Schul-Homepage wurde vom Ausschuss auch gelobt.

Ob das Päda einen unabhängigen Aufklärungsbericht in Auftrag geben wolle, wie es das Aloisiuskolleg getan habe und jetzt auch das Collegium Josephinum plane, um strukturelle Fehlentwicklungen zu analysieren, fragte die Ausschussvorsitzende Dorothee Paß-Weingartz nach. Damit wolle man warten, bis die Vorwürfe von der Staatsanwaltschaft bewertet seien, entgegnete Kühne.

Es gehe aber wohl doch nicht nur um gesetzesrelevante, sondern, etwa beim Verjährungsfall, auch um mögliche moralische Schuld und Verantwortung, kam der Einwand aus dem Schulausschuss. Der wolle man sich selbstverständlich stellen, war Kühnes Antwort.

Wie berichtet, läuft bundesweit erstmals im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen an Schulen in Köln eine Klage gegen eine Schulaufsichtsbehörde, hier die Bezirksregierung Köln. Nach GA-Informationen hat sich die Klägerschaft auf inzwischen sechs Opfer am Aloisiuskolleg und am Ako-pro-Seminar erhöht.

Die Frage von Paß-Weingartz nach möglichen Andeutungen von Päda-Fällen im Erfolgsbuch "Spieltrieb" von Ex-Päda-Schülerin Juli Zeh aus dem Jahr 2004, in dem es im Bad Godesberg Villenviertel um ein brisantes Lehrer-Schülerin-Verhältnis geht, wich Klaus Otto Kühne aus. "Das müssen Sie Frau Zeh fragen. Für mich ist das ein fiktiver Roman."