Gerichtsverhandlung um Supermarktüberfall in Mehlem Pannen auch beim dritten Anlauf

Mehlem · Das Bonner Landgericht verhandelt erneut gegen drei junge Männer wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an einem Überfall auf einen Lebensmittelmarkt in Mehlem vor drei Jahren. Zweimal musste das begonnene Verfahren bereits vertagt werden. Doch jetzt reichte es der Vorsitzenden Richterin.

 Die Statue Justitia.

Die Statue Justitia.

Foto: dpa/Peter Steffen

Das Verfahren scheint unter keinem guten Stern zu stehen: Nachdem bislang zwei Anläufe gescheitert waren, über drei junge Männer wegen ihrer Beteiligung an einem Raubüberfall auf einen Edeka-Markt vor drei Jahren in Mehlem zu urteilen, holperte es auch diesmal wieder. Der ältere von zwei 23 und 24 Jahre alten Angeklagten, die sich bislang noch auf freiem Fuß befanden, erschien nämlich nicht zur festgelegten Uhrzeit im Gericht. Die beiden vorausgegangenen Anläufe scheiterten jeweils an Terminschwierigkeiten nach kurzfristig vorgebrachten Anträgen zweier Verteidiger. Auch beim letzten Verfahren saßen zu Beginn nur zwei Männer auf der Anklagebank; damals war allerdings der Jüngste nicht erschienen.

Offenbar reichte es der Vorsitzenden Richterin aber diesmal endgültig; sie ordnete die sofortige Vorführung des Ferngebliebenen an und so konnte das Verfahren gegen Mittag fortgesetzt werden. Der Mann wird sich auf die nächsten Verhandlungstermine nun wohl aus dem Gefängnis heraus vorbereiten müssen.

Die Wartezeit nutzte das Gericht, um einen Tatbestand anzuverhandeln, der seit dem letzten gescheiterten Anlauf neu hinzugekommen ist und der nur den ältesten Angeklagten betrifft. Der 25-Jährige sitzt als einziges Mitglied des Trios bereits seit Beginn des ersten gescheiterten Verfahrens in Haft. Zusätzlich zu seiner Beteiligung an dem Überfall auf den Lebensmittelmarkt wirft ihm die Staatsanwaltschaft nun auch noch eine weitere Straftat vor: Er soll am 19. April vergangenen Jahres einer jungen Frau im Hofgarten deren Laptop gestohlen und das Opfer anschließend geschlagen haben. Um diesen Anklagepunkt verhandeln zu können, trennte die Strafkammer das Verfahren gegen den 25-Jährigen vorübergehend ab. Nachdem der der Verhandlung zunächst ferngebliebene 24-jährige Mitangeklagte dann von der Polizei zum Gericht begleitet worden war, verbanden die Richter die Verfahren wieder und verhandelten wegen des Edeka-Raubes gegen das komplette Trio.

Zum Überfall gezwungen?

Zu dem Überfall auf den Lebensmittelmarkt sei er von den Mitangeklagten gezwungen worden, sagte der 23-Jährige dem Gericht nun bereits zum dritten Mal. In der Wohnung des Ältesten habe man ihm Gewalt angedroht und ihn dann mit einem Küchenmesser als Waffe ausgestattet in den Markt geschickt. Er habe dort 2085 Euro Beute gemacht und das Geld in einer Tüte in eine Unterführung unter der B 9 geworfen. Dort sollten seine Kumpel es dann abholen. Wie auch in den vorausgegangenen Verfahren schweigen die Mitangeklagten bislang zu den Vorwürfen. Wenn keine weiteren Komplikationen dazwischenkommen, will die Kammer nun Ende des Monats ein Urteil verkünden.

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