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Neues Kletterparadies in der Rheinaue: Parcours bietet mehr als 50 Spielmöglichkeiten

Neues Kletterparadies in der Rheinaue : Parcours bietet mehr als 50 Spielmöglichkeiten

Ab Januar dürfen Kinder und Jugendliche den neuen Abenteuerspielplatz in der Rheinaue entdecken. Die Stadt hat für den neuen Kletterparcours mehr als 250 000 Euro investiert. Inklusion und Langlebigkeit spielten eine große Rolle.

Es ist wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, das aber erst im Januar ausgepackt werden darf: Auf dem ehemaligen Abenteuerspielplatz, der 1979 in der Rheinaue entstand, entsteht derzeit ein wahres Kletterparadies für die jungen Bonnerinnen und Bonner.

Seit Mitte September lässt das Amt für Umwelt und Stadtgrün die Kletterlandschaft errichten. Die Arbeiten sind fast abgeschlossen, in der kommenden Woche soll der Spielplatz sicherheitstechnisch abgenommen werden und im Januar dann zum Spielen freigegeben werden. Solange wird noch ein Zaun den Zugang versperren.

Kinder wurden 2018 zum neuen Spielplatz befragt

Der neue Spielplatz wurde unter dem Motto „Kunterbuntes Auf und Ab“ gebaut und fußt vor allem auf den Wünschen der Kinder, die im Jahr 2018 befragt wurden. Klettern und Rutschen stand bei den Antworten ganz weit oben auf der Wunschliste.

„Wir sind wirklich stolz“, sagte Gerd Busch vom Amt für Umwelt und Stadtgrün am Mittwoch bei einem Vor-Ort-Termin. Sein Blick schweifte dabei über drei Rutschen, verschiedene Hangelstrecken, Stege und Podeste. Die vielen Parcours bieten den Kindern und Jugendlichen zahlreiche Möglichkeiten, sich auszutoben und Abenteuer zu erleben. Laut Busch soll es fast 50 verschiedene Spielmöglichkeiten geben. Besonders viel Nervenkitzel wird ab Januar eine Freifallrutsche bieten, die mit einem Gefälle von 58 Grad besonders steil ist. Die Stadt hat sich den neuen Spielplatz einiges kosten lassen: Rund 250 000 Euro wurden investiert.

Das große Holzdeck ist über einen barrierefreien Steg zu erreichen

Besonders wichtig war der Stadt bei der Planung der neuen Anlage, dass der Parcours inklusiv gestaltet ist. Im Mittelpunkt der Anlage steht deshalb unter anderem ein großes Holzdeck, das über einen Holzsteg barrierefrei zu erreichen ist. „So können auch Kinder, die in einem Rollstuhl sitzen, mittendrin im Geschehen sein“, so Gerd Busch. Es wurde aber auch an Sehbehinderte gedacht: Damit sich diese gut auf der Kletteranlage zurecht finden können, wurden einzelne Elemente mit kräftigen und vor allem gut sichtbaren Farben gestrichen. „Besonders das Gelb soll bei einer Sehschwäche noch gut wahrnehmbar sein“, so Busch.

Apropos Elemente: Das Amt für Umwelt und Stadtgrün hat bei der neuen Anlage großen Wert auf Langlebigkeit gelegt. Die tragenden Pfosten der Kletterlandschaft und die Dachkonstruktion sind aus lackiertem Stahl gefertigt. Die Podeste und Stege sind aus Robinienholz gebaut, die Kletterseile bestehen aus Herkulestauen. Gerd Busch geht davon aus, dass der neue Spieltplatz die nächsten 25 Jahre halten wird. Dass das nicht immer der Fall war, konnte man am alten Abenteuerspielplatz erkennen. Dieser musste über die Zeit hinweg immer weiter zurückgebaut werden, weil die Hölzer im Laufe der Zeit zu sehr von der Verwitterung angegriffen wurden.

Altes Klettergerüst wurde in Beuel wieder aufgebaut

Das kann bei dem neuen Kletterparcours nicht passieren: denn hier können einzelne Elemente einfach ausgebaut und entsprechend erneuert werden. „Der Spielplatz wurde in einer Modulbauweise errichtet. Teile davon gibt es auch in anderen Städten. So wie der Kletterparcours hier steht, gibt es ihn aber nur in Bonn“, sagte Sabine Berger vom Amt für Umwelt und Stadtgrün. Die Spielgeräte stammen von der ESF Emsland Spiel- und Freizeitgeräte GmbH. „Ich bin schon ganz gespannt, wie die Kinder den Spielplatz annehmen werden – vor allem, wie die Freifallrutsche ankommt“, so Berger.

Der ein oder andere Rheinauen-Besucher wird sich sicherlich noch an den Vorgänger des neuen Kletterparcours erinnern. Das war nämlich ein Klettergerüst, das aus dicken Seilen bestand. „Dieses wurde zwischen den Jahren 2000 und 2003 errichtet und stammte von der Berliner Seilfabrik. Dieses wurde abgebaut und steht nun an der Elsa-Brandström-Straße“, so Gerd Busch.