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Bürgerservice im Godesberger Rathaus: Per Touchscreen zum neuen Ausweis

Bürgerservice im Godesberger Rathaus : Per Touchscreen zum neuen Ausweis

Die Bonner Stadtverwaltung setzt im Bad Godesberger Rathaus ein Selbstbedienungs-Terminal ein. Die Außenstellen in Beuel und Hardtberg sollen in Kürze folgen. Der Datenschutz ist laut Stadt gewährleistet.

Ein wenig futuristisch mutet das Gerät im Wartebereich vor dem Bürgerbüro im Bad Godesberger Rathaus an. Hell leuchtet eine senkrecht aufgestellte Platte vor einem Selbstbedienungs-Terminal. Zwischen Licht und Terminal können Bürger ihre biometrischen Passfotos und Unterschriften für neue Ausweise, wie berichtet, seit Anfang des Jahres selbst anfertigen. Bis die Augenhöhe des Fotomotivs gefunden wird, kann es für kleine Personen allerdings auch mal drei Anläufe brauchen.

Gleich im ersten Schritt informiert der große Touchscreen des Automaten über den bunten Strauß an Pässen und Formularen, die mit den hier erfassten Fotos und Unterschriften bestückt werden können: Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Aufenthaltstitel und viele andere Notwendigkeiten des Lebens profitieren von der digitalen Datenübermittlung. In Bad Godesberg wählen die Nutzer zwischen Bild und Unterschrift für einen Reisepass als ePass, einem Personalausweis, einem vorläufigen Reisepass oder einem Kinderausweis.

Die Kamera passt sich der Größe des Antragstellers an

Wer sich angesichts der hohen Kameraposition Sorgen wegen seiner Körpergröße macht, erkennt die Flexibilität der Bedienungseinheit spätestens dann, wenn die gesamte Apparatur wie von Geisterhand auf die Kopfhöhe des menschlichen Fotomotivs herunterfährt. In unserem Testfall brauchte das Gerät drei Anläufe, dann passte es. Ist die Ablichtung im Kasten, gilt es nur noch, mit dem anhängenden Stift seine Unterschrift auf einem kleinen Panel zu verewigen. Einzig angesichts der aktuellen Situation wunderte es ein wenig, dass sich weder Desinfektionsmittel am Gerät befanden, noch Hinweise darauf, unter welchen Umständen und wie lange man die Maske in dem recht kleinen Warteraum ablegen darf.

Seit 2017 setzt die Stadt neben dem Schalterservice auf die Selbstbedienungs-Terminals. Los ging es im Stadthaus mit einem Apparat, jetzt sind es dort vier. Sie werden angenommen, wie Kristina Buchmiller vom städtischen Presseamt auf Anfrage sagte: „Im Bereich Bürgeramt wurden die Geräte in der Zeit vom 1. Februar 2017 bis 17. Januar 2021 49 422 mal benutzt.“ Für die Führerscheinstelle, die die Terminals im Stadthaus ebenfalls für einige Dienstleistungen anbietet, seien im gleichen Zeitraum 2685 Fälle registriert worden.

Die Stadt äußert sich nicht zu Kosten

Grund genug also für die Stadt, auch in Bad Godesberg den Einsatz zu testen. Laut Pressemitteilung soll für die Außenstellen in Beuel und Hardtberg in Kürze ebenfalls jeweils ein Selbstbedienungs-Terminal beschafft werden. Zu den Kosten äußert sich die Verwaltung nicht: „Zu den Vertragsinhalten mit der betreffenden Firma können keine Aussagen getroffen werden“, sagte Buchmiller. Für Bad Godesberg gibt es noch keine offizielle Statistik. „Vergangene Woche haben etwa zehn Personen die Station genutzt“, antwortet die Presseamtsmitarbeiterin. Aber das Gerät sei ja auch erst seit wenigen Tagen in Betrieb.

Nutzer werden wahlweise auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Russisch oder Türkisch durch den Erfassungsvorgang geführt. Die eingegebenen Daten können die Mitarbeitenden des Dienstleistungszentrums anschließend von ihren Bedienplätzen aus digital abrufen und direkt weiterverarbeiten. Die Kosten für die Datenerfassung von 4,50 Euro werden zusammen mit den Verwaltungsgebühren am Schalter abgerechnet und können bar oder bargeldlos bezahlt werden.

24 Stunden nach Abruf der Daten werden diese gelöscht

Angst um seine Angaben, gerade angesichts des immer größer werdenden Datenschutzes, muss laut Stadt niemand haben: „Die Selbstbedienungs-Terminals sind vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert.“ Die Daten werden anonymisiert und ohne Verknüpfung mit persönlichen Angaben unter einer Identnummer erfasst sowie verschlüsselt gespeichert und übertragen. Nach dem Abruf durch die städtischen Mitarbeiter werden die Informationen nach 24 Stunden gelöscht.

2017 hatte der damalige Leiter der Abteilung für Bürger- und Straßenverkehrsangelegenheiten, Thomas Fricke, erklärt, dass sich durch die Automatisierung der bisherige Zeitaufwand für die Erstellung von Fingerabdrücken und Unterschriften am Arbeitsplatz um etwa fünf Minuten pro Vorgang verkürze.