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Evangelische Landeskirche: Pfarrer Eckert: Beim Sparen Theologie stärker beachten

Evangelische Landeskirche : Pfarrer Eckert: Beim Sparen Theologie stärker beachten

Eine "theologisch sachgemäße Haushaltskonsolidierung" fordert der Friesdorfer Pfarrer Siegfried Eckert in einem Initiativantrag an die zurzeit in Bad Neuenahr-Ahrweiler tagende Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Eckert, der der Synode angehört, kritisierte am Freitag in der Aussprache des Parlaments, dass man offensichtlich vor allem aus ökonomischen Gründen das "Haus der Begegnung" auf dem Heiderhof mit Pädagogisch-Theologischem Institut und Evangelischer Akademie aufgeben wolle.

Überhaupt hat Eckert den Eindruck, dass bei den anstehenden Sparmaßnahmen bis 2018 zu wenig theologische Überlegungen eine Rolle spielen. Deshalb solle der von ihm vorgeschlagene Lenkungsausschuss bis zur Landessynode 2015 Vorschläge für eine "theologisch-sachgemäße Haushaltskonsolidierung" vorlegen. Der Ausschuss soll aus fünf Mitgliedern des synodalen Theologischen Ausschusses, Präses, Vizepräses und fünf sachkundigen Mitgliedern aus Ämtern, Werken und Einrichtungen der rheinischen Kirche bestehe.

Ferner will Eckert mit seinem Initiativantrag erreichen, dass der Düsseldorfer Kirchenleitung bis zur Landessynode 2015 die Möglichkeit eingeräumt wird, Moratorien für laufende Reform-, Spar- und Strukturprozesse zu prüfen und bei Bedarf durchzusetzen. Dieses Instrument solle genutzt werden, "um Zeit für ein stärker theologisch orientiertes Handeln zu gewinnen und Ergebnisse des Lenkungsausschusses berücksichtigen zu können".

In der Begründung seines Initiativantrages übt der Synodale Eckert zum Teil scharfe Kritik an bisherigen landeskirchlichen Maßnahmen. So werde die Haushaltskonsolidierung "ohne theologische Grundlagenarbeit" nicht gelingen. Mit der Neuen Kirchlichen Finanzbuchhaltung (NKF) lasse sich die Kirche wie ein Konzern führen. Dafür seien rund 60 Millionen Einführungskosten aufzuwenden - ohne zu klären, ob die Umstellung der Buchführung wirklich soviel wert sei.

Unterschrieben wurde der Initiativantrag von Pfarrer Eckert bislang von weiteren 19 Frauen und Männern der Landessynode.