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Kirche in Bad Godesberg: Pfarrer Jochen Flebbe geht im August

Kirche in Bad Godesberg : Pfarrer Jochen Flebbe geht im August

Veränderungen auf der Pfarrebene in der evangelischen Thomas-Kirchengemeinde: Pfarrer Jochen Flebbe verlässt Bad Godesberg.

In der evangelischen Thomas-Kirchengemeinde gibt es neue Entwicklungen im Seelsorgeteam. Zum einen wird Pfarrer Jochen Flebbe, der vier Jahre lang an der Seite von Pfarrer Siegfried Eckert auf halber Stelle in der Friesdorfer Pauluskirche arbeitete, die Gemeinde im August verlassen.

Der promovierte Theologe tritt im September eine neue Stelle als evangelischer Studierendenpfarrer in Göttingen an. Zum anderen ist die Übergangsleitung der Gemeinde, der Bevollmächtigtenausschuss, dabei, mit Eckert und dessen Kollegen Oliver Ploch, Plittersdorfer Christuskirche, „ein gemeinsames Leitungsverständnis“ zu entwickeln. Das nämlich sei „für das Zusammenwachsen unserer Gemeinde unabdingbar“, formuliert der Ausschussvorsitzende Götz Huttel im Godesberger Gemeindebrief.

Wie berichtet, hatte sich die eigentliche Gemeindeleitung, das Presbyterium, im September 2021 auf eigenen Wunsch aufgelöst. Als Gründe waren eskalierende Konflikte um eine gerechte Verteilung von Ressourcen zwischen den Bezirken Plittersdorf und Friesdorf genannt worden. Sie waren 2003 fusioniert.

Der Bevollmächtigtenausschuss hat nun in der Krisensituation die Aufgabe, die Wogen zu glätten, angefallene Probleme zu lösen und schließlich neue Presbyteriumswahlen auszuschreiben. Die gemeinsamen und einzelnen Gespräche mit Pfarrer Eckert und Pfarrer Ploch sind dabei ein wichtiger Baustein. Im Ausschuss arbeitet auch Claudia Müller-Bück, die neue Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel, mit.

Jochen Flebbe, der zukünftige Studierendenpfarrer in Göttingen, der anfangs auch auf einer Viertelstelle an der nachbarlichen Johannes-Kirchengemeinde tätig war, sieht vor seinem Abschied im August auf vier „bunte und schöne, auch nachdenkliche und stürmische Jahre“ in Bad Godesberg zurück, erklärt er im Gemeindebrief. „Was haben wir für schöne Gottesdienste gefeiert, für nachdenkliche, tröstende oder auch traurige Gespräche geführt.“

Besonders gerne habe er Kultur und Glauben zusammen zelebriert. Die Gemeinde selbst äußert, dass Flebbe als Quereinsteiger zwei Jahre bei Pfarrer Eckert das Handwerk des Gemeindepfarrers lernte und ihn dann unterstützt habe, als Eckert das bundesweite Forum Reformation aufbaute. Sie dankt, dass sie speziell von Flebbes Liebe zu Kultur und Literatur, von seiner Erfindung eines „Kultur.Abend.Segens“ und der Gründung des Erprobungsraums „Kult-Ur-Kirche Bonn“ profitiere.

Wie berichtet, liebt der bislang auch an der Evangelischen Fakultät der Universität Bonn tätige Flebbe die Kombination aus Musik und kleinen meditativen, anregenden, spirituellen und nachdenklichen Texten. „In Kunst und Gottesdienst geht es darum, Unaussprechliches auszusagen, Worte und Töne für etwas zu finden, was man eigentlich nicht beschreiben kann“, erklärte er dem GA.

Mensch als Herz und Seele der Welt

Dass der Mensch vor allem Herz und Seele in einer materialistischen und durchgetakteten Welt ist, das sei das Thema des Glaubens und der Kunst. Mit seinen neuen Formaten habe er Menschen weit über die Gemeindegrenzen hinaus aus Bad Honnef und der Eifel, aus Bornheim und Meckenheim angesprochen, sagte Flebbe dem GA.

Katholiken seien ebenso dabei wie Menschen, die damit erstmals eine Kirche beträten. Flebbe wird am 21. August im Gottesdienst ab 10.30 Uhr in der Pauluskirche, In der Maar 7, verabschiedet.