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Godesburg: Photovoltaik soll Stromkosten reduzieren

Godesburg : Photovoltaik soll Stromkosten reduzieren

Wer als Burgherr monatelange Belagerungen überstehen wollte, musste autark sein. Heute sind es eher die laufenden Kosten, die moderne Burgherren in die Knie zwingen. Die Betreiberinnen der Godesburg zahlen im Monat alleine 6000 Euro für Strom.

Der Bezirksverordnete Jürgen Bruder hatte deshalb die Idee, mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach Abhilfe zu schaffen.

Solarzellen auf dem Godesberger Wahrzeichen? Was ungewöhnlich klingt, hat einen ganz sachlichen Hintergrund. "Es geht nicht nur um Kostenreduzierung, sondern auch um die Ökobilanz der Godesburg", sagt Bruder. Küche, Heizung und Kühlanlage brauchten sehr viel Strom. Deshalb will Bruder gemeinsam mit CDU und Grünen in einer Großen Anfrage an die Stadtverwaltung wissen, welche Möglichkeiten sie sieht, um auf dem Flachdach eine Photovoltaikanlage zu errichten.

"Wir finden, dass die Energiewende auch ein historisches Gebäude wie die Godesburg einbeziehen darf", sagte Philipp Lerch (CDU). Das Ganze sei ein "ambitioniertes, aber sinnvolles Projekt", das jedoch erst einmal geprüft werden müsse.

Auch für die Umsetzung soll die Verwaltung Vorschläge machen. Die Vermietung des Dachs an einen Betreiber sei ebenso denkbar wie ein Genossenschaftsmodell, an dem sich auch Bürger beteiligen könnten. "Wenn sich die Godesburg mit Hilfe einer Photovoltaikanlage auch wirtschaftlicher betreiben ließe, wäre das eine gute Sache", findet Lerch. Andreas Falkowski (Grüne) sieht mögliche Schwierigkeiten wegen des Denkmalschutzes. Jede Möglichkeit, auf erneuerbare Energien umzusteigen, sei aber wichtig. Die Fragesteller wollen deshalb unter anderem wissen, welche Umstände der Denkmalschutz bereitet und ob möglicherweise Einwände von Architekt Gottfried Böhm zu erwarten sind, der die Erweiterungsbauten geplant hatte. Ein weiteres Thema ist - wegen der exponierten Lage der Godesburg - der Schutz einer Solaranlage vor Blitzen.

Zum Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien sollten, wenn möglich und sinnvoll, gerade städtische "Vorzeigeimmobilien" einen Beitrag leisten, sagen die Kommunalpolitiker. Dies gelte insbesondere dann, wenn sie eine so spektakuläre Ausrichtung zur Sonne aufweisen wie die "herausragende" Godesburg.

Da die Große Anfrage erst diese Woche bei der Stadt eingegangen ist, liegt laut Presseamt noch keine Antwort vor. Das Thema steht am Mittwoch, 18. März, auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Bad Godesberg.