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Amerikanische Siedlung: Plittersdorferin kritisiert Mieterhöhung der Vebowag

Amerikanische Siedlung : Plittersdorferin kritisiert Mieterhöhung der Vebowag

Dass Mieten von Zeit zu Zeit erhöht werden, dafür hat eine Plittersdorferin Verständnis. Dass die Vebowag dies als städtisches Tochterunternehmen jedoch mitten in der Corona-Krise erledigt, ärgert sie maßlos. Der Wohnungsbauvorstand erklärt den Schritt.

Fehlendes Fingerspitzengefühl wirft eine Mieterin aus der Amerikanischen Siedlung der Wohnungsbaugesellschaft Vebowag vor. Sie fragt sich, warum das städtische Tochterunternehmen mitten in der Krise die Miete hinaufsetzt: „Ich möchte die Rechtmäßigkeit dieser Erhöhung gar nicht infrage stellen, den Zeitpunkt jedoch schon.“ So etwas hätte die Plittersdorferin, die anonym bleiben möchte, eher von privaten Unternehmen erwartet.

Vielen Mietern, so auch ihr als Selbstständiger sei das Einkommen komplett weggebrochen – „und just dann schickt man die maximal mögliche  Erhöhung“. Begründet worden sei das mit einem neuen Mietspiegel vom September 2020. 

Mietanpassung alle drei Jahre

Vebowag-Chef Michael Kleine-Hartlage bestätigte die Erhöhung um 15 Prozent bei den frei finanzierten Wohnungen. „Unser Geschäft läuft trotz Krise normal weiter“, begründete er den Schritt. Es handele sich um eine Mietanpassung, die dem Unternehmen alle drei Jahre gestattet sei. Bei den frei finanzierten Wohnungen orientiere man sich dabei natürlich am geltenden Mietspiegel. Wobei Kleine-Hartlage Wert legte auf die Feststellung, dass es Zeiträume gegeben habe, wo die Forderungen gleich geblieben seien.

Seiner Ansicht nach sind viele Mieter gar nicht finanziell von der Corona-Krise betroffen. „Wenn es aber Probleme gibt, sind wir gesprächsbereit, wir setzen ja niemanden aus der Wohnung raus“, meinte er. Auch beim geförderten Wohnungsraum hat die Vebowag in der Ami-Siedlung und laut Kleine-Hartlage an weiteren Standorten die Mieten angehoben. „Diese steigen jährlich um 1,5 Prozent“, so der Vorstand.