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Sanierung der Stadthalle Bad Godesberg: Politiker lehnen Restaurant im Trinkpavillon ab

Sanierung der Stadthalle Bad Godesberg : Politiker lehnen Restaurant im Trinkpavillon ab

Politiker diskutierten mehrere Stunden über die Zukunft der Stadthalle in Bad Godesberg. Die Bezirksvertretung möchte die Gastronomie am altbekannten Ort lassen. Und auch die Suche nach einem Interimspächter geht weiter.

Man kann nicht behaupten, dass sich die Kommunalpolitiker die Entscheidung am Mittwochabend in der Sitzung der Bezirksvertretung leicht gemacht haben. Doch am Ende einer mehrstündigen Diskussion über das künftige Raum- und Nutzungskonzept der Stadthalle stand ein Kompromiss, mit dem sich (fast) alle – bis auf den Bürger Bund Bonn – einverstanden erklärten. Die Bad Godesberger Tagungsstätte wird im Sinne der ersten Variante saniert.

Diese setzt unter anderem auf eine maximale Teilbarkeit aller Räume, darunter den Großen Saal. Außerdem soll eine Cateringküche mit Vollküchenanteil installiert werden, das Restaurant bleibt am altbekannten Ort. Und wird nicht in den Trinkpavillon verlagert. Am Donnerstagabend dann stand das Thema außerdem auf der Tagesordnung des Hauptausschusses. Bis Redaktionsschluss lag noch kein Abstimmungsergebnis vor.

Wie berichtet, hatte die Tourismus & Congress GmbH im Auftrag der Stadt ein Raum- und Nutzungskonzept in drei Varianten für die Stadthalle erstellt. Stadt und GmbH präferierten die zweite Variante. Diese sieht unter anderem vor, den Pavillon in ein Restaurant umzuwandeln. Ein Vorschlag, der für einen Sturm der Entrüstung gesorgt hatte. Und das nicht nur beim Verein Bürger.Bad.Godesberg, der das Gebäude vor gut zweieinhalb Jahren in Eigenregie als kulturelle und gesellschaftliche Begegnungsstätte reaktiviert hat – sondern im gesamten Stadtbezirk.

Vereine sollen weiterhin weniger zahlen als kommerzielle Kunden

„Wir brauchen maximale Nutzbarkeit und maximale Flexibilität“, hatte T & C-Geschäftsführer Udo Schäfer in der Sitzung ausgeführt. Nur so könne man die Stadthalle wirtschaftlich betreiben und gestaffelte Preise anbieten. Denn auch künftig sollen Vereine und regionale Nutzer andere Preise zahlen als kommerzielle Kunden. Darüber hinaus sei es auch künftig wichtig, ein Restaurant zu betreiben. Dieses habe man in den Trinkpavillon verlegen wollen, „weil so mehr Tagungskapazitäten geschaffen werden“. Sprich: Die jetzigen Gastroräume wären umfunktioniert worden. Was sich auch finanziell anbieten würde. „Ein Raum bringt zwischen 50 000 und 100 000 Euro pro Jahr“, so Schäfer.

Dem aber erteilte die Bezirksvertretung mit ihrem Bekenntnis zur ersten Variante eine Absage. Und ging noch einen Schritt weiter: Der Trinkpavillon wird auch künftig ausschließlich kulturell genutzt. Das entschieden SPD, Grüne, FDP, BBB und Linke gegen die Stimmen der CDU. Die Union hingegen hatte vorgeschlagen, alle Multifunktionsräume der Stadthalle auch für die Kultur zu öffnen. Für diesen Vorstoß fand sich ebenfalls eine Mehrheit.

Politiker fordern einen Zeitplan für die Sanierung

Einstimmig beauftragte das Gremium die Stadt, für die Zeit der Sanierung eine Zwischenlösung für die jetzigen Nutzer der Stadthalle zu finden. Denn diese, darunter zahlreiche Bad Godesberger Vereine, sollen ihre Veranstaltungen auch in der Bauphase ortsnah durchführen können. Darüber hinaus soll die Verwaltung, so die einhellige Meinung, einen Zeitplan vorlegen – die nächsten Schritte inklusive.

Darüber hinaus gaben die Kommunalpolitiker der Stadt einige Prüfaufträge mit auf den Weg. So soll eruiert werden, wie auch künftig ein Hallenmanagement vor Ort eingerichtet werden kann und wie die öffentlich zugängliche Außengastronomie aussehen kann. Die Idee, die Pächterwohnung in Tagungsräume umzuwandeln, soll die Verwaltung zudem näher betrachten. Abgelehnt allerdings wurde ein Vorstoß von BBB und Linke, die den Großen Saal lieber ohne Trennwände gesehen hätten.

Suche nach Interimspächter läuft weiter

Derweil geht die Suche nach einem Interimspächter weiter. Dieser soll die Stadthalle bis zur Sanierung weiterführen, nachdem der bisherige Betreiber Thomas Weiermann Insolvenz angemeldet hatte (der GA berichtete). Man habe diverse Angebote erhalten und zu fünf Unternehmen Kontakt aufgenommen, so die Verwaltung. „Die Gespräche laufen, und wir hoffen, ab Sommer einen Interimsbetreiber zu haben“, so Bonns Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe.