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Theaterstück zum Thema Aids: Präventionsarbeit auf emotionaler Ebene

Theaterstück zum Thema Aids : Präventionsarbeit auf emotionaler Ebene

Eine besondere Form der Präventionsarbeit in Sachen HIV erlebten die Oberstufenschüler des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums (NCG) jetzt in der Aula ihrer Schule.

Auf dem Programm stand das Theaterstück "I will survive" von Raoul Biltgen, in dem ein junger Mann, gespielt von Schauspieler Michael Wanker, in einer One-Man-Show erzählt, was es für einen Menschen bedeutet, sich mit HIV zu infizieren und warum sich das Leben dadurch radikal verändert.

Thema ist immer noch aktuell

"Was wir hier machen, ist Präventionsarbeit auf emotionaler Ebene. Das geht ins Herz, nicht in den Kopf", meinte Wanker, der seit sechs Jahren mit dem Stück auf Tournee durch Deutschland ist und nach eigener Aussage "bislang rund 30.000 Schüler erreicht hat." Die Aufführung im NCG war eine Bonner Premiere, die auf Initiative der Mathematiklehrerin Stephanie Kunze zustandekam, die sich an die Michael Stich Stiftung in Hamburg gewendet hatte, um in den Genuss einer Aufführung zu kommen. "Auch wenn das Thema in den 80er Jahren wesentlich dramatischer war, ist es immer noch sehr aktuell", meinte sie am Rande der Aufführung.

Ein "professioneller Aidskranker" auf Tour

Der Held des Stückes, Martin Rehbein, gespielt von Michael Wanker, ist HIV-infiziert. Er reist von Stadt zu Stadt und hält Vorträge über seine Erkrankung. Er erzählt, wie er sich infiziert hat, wie er gelernt hat, damit zu leben und daran zu sterben. Er will aufklären und damit Leben retten. Er lebt vom eigenen Sterben. Ein "professioneller Aidskranker" auf Tour.

"Am Ende des Stückes herrscht oft Verwirrung bei den Schülern", berichtete Wanker, der auch für die Produktion in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Woy verantwortlich zeichnete. "Ist das jetzt echt oder Theater. Ist der Mann auf der Bühne jetzt infiziert oder nicht?"

Das Stück ergänzt den Unterricht

"Bedenken, dass bei dem Besuch der Veranstaltung der Unterricht ausfällt, sollte kein Lehrer haben", meinte der ehemalige Tennisprofi und Stifter Michael Stich. "Im Gegenteil: Das Stück ergänzt den Unterricht, in dem es über die Themen HIV und Aids aufklärt und den Schülern ermöglicht, im Anschluss Fragen zu stellen."

Das Ergebnis, so Wanker: "Die Schüler identifizieren sich mit der Figur. Sie sehen: Das ist ein Mensch genau wie du und ich." Seit 1994 unterstützt Michael Stich mit seiner Stiftung HIV-Infizierte und an Aids erkrankte Kinder in Deutschland. Neben der Hauptaufgabe der Stiftung, betroffenen Kindern "ein Lachen zu schenken", engagiert sich die Stiftung verstärkt in der Prävention und Aufklärung über Krankheiten wie HIV und Aids.