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Prinz Philip: Godesberger Schneeflöckchen traten 1990 für ihn auf

Männerballett : Als die Godesberger Schneeflöckchen für Prinz Philip tanzten

Der Tod von Prinz Philip hat auch den Godesberger Manfred Budzinski sehr bewegt. 1990 tanzte er als Mitglied des Männerballetts Schneeflöckchen für den Duke of Edinburgh. Dass es dazu kam, war ein Zufall.

Es gibt Momente, die sind gerade deshalb schön, weil nicht plan- und noch weniger vorhersehbar. Ungefähr so verhält es sich mit dem Zusammentreffen von Mitgliedern des Godesberger Männerballetts Schneeflöckchen und Philip, kürzlich verstorbener Prinzgemahl von Queen Elizabeth II. Angesichts des Todes des Duke of Edinburgh hat Manfred Budzinski jetzt seine Erinnerungen noch einmal hervorgeholt.

Seinen Anfang nahm das Treffen an Rosenmontag im Kelterhaus in Muffendorf. „Wir sind dort aufgetreten, und der damalige Bezirksvorsteher Norbert Hauser hatte die Bürgermeister der Patenstädte dabei“, erzählt Budzinski. Vor allem das Oberhaupt von Windsor-Maidenhead zeigte sich begeistert und kündigte eine Einladung an. „Die hat mich dann wenig später in meinem Frisörsalon erreicht“, sagt der heute 72-Jährige, der seit der Gründung 1984 in der Formation mittanzte.

Stadt Bonn sponserte die Flüge

Am Hörer war eine Mitarbeiterin der Stadt Bonn. „Wir waren das Geschenk der Bundeshauptstadt für einen Wohltätigkeitsball“, beschreibt der Bad Godesberger die Ausgangslage. Zehn der elf Mitglieder – Budzinski, Jürgen Thelen, Baldur Höpfner, Kalle Eisel, Dieter Schirmacher-Lamberty, Wilfried Hensel, Werner Kress, Albert Groß, Heinz Tscherney und Volker Borowski – flogen kurz darauf an einem Freitag mit ihren Frauen gen Großbritannien. Mit dabei natürlich auch die Tanztrainerinnen Sybille und Gabriela Kreutz aus dem gleichnamigen Tanzstudio. Nur Leo Bauckhage fehlte.

Für die Flüge sei die Stadt aufgekommen. Man kam bei Gastfamilien unter. „Erst als wir im Bus zum Auftritt saßen, haben wir erfahren, dass die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Prinz Philip stand“, so das frühere Schneeflöckchen, das wie die anderen Mitglieder erst mit 30 Jahren mit dem (Männer-)Balletttanz angefangen hatte. „Wir standen dann fertig umgezogen im Flur eines alten Hotels in Windsor, als auf einmal der Prinz mit seinen Sicherheitsleuten durch die Tür kam.“ Er habe jedem die Hand geschüttelt und sei fasziniert gewesen von den angeklebten, langen Wimpern.

Prinz lobt das Aussehen der Tänzer

 „Schließlich meinte er auf Deutsch zu uns ‚Ihr seht gut aus‘“, freut sich Budzinski auch noch 31 Jahre später. Denn, wie er betont, man sei nie komödiantisch oder ordinär aufgetreten, sondern mit Spitzenhose unter dem Tutu und ohne ausgestopften Busenbereich. Ob dem Gemahl der damals nicht anwesenden Queen die Darbietung, darunter der Tanz der vier kleinen Schwäne, gefallen hatte, ist nicht überliefert. Aber der Masse, weshalb der Conférencier die Godesberger um eine Zugabe um Mitternacht bat und sie alle namentlich vorstellte. Dabei konnte Budzinski als „Prince Carnival from Bonn“ in royaler Hinsicht fast mithalten. Denn just 1990 stellte er als Manfred II. mit Karin Hüffel das Godesberger Prinzenpaar.

Tief beeindruckt ist er noch heute vom Essen tags darauf im Rathaus von Windsor – zwar ohne die königliche Familie, dafür aber unter großen Gemälden sitzend: „Wir wurden wie Stars behandelt.“ Zurück in Deutschland gab es Post aus der Partnerstadt: Auf einer Karte fand sich das Wappen von Windsor-Maidenhead, daneben die Unterschrift von Prinz Philip und darunter ein Foto des (zumindest für die Schneeflöckchen) historischen Handschlags.

2010 löste sich die Formation auf

2000 verließ Budzinski die Formation, die sich zehn Jahre später auflöste. „Wir hatten immer mächtig viel Spaß, vor allem an Weiberfastnacht, aber auch bei Weihnachtsfeiern von Zechen im Ruhrgebiet“, so der Mann, der von sich selbst sagt, er sei „Karnevalsjeck durch und durch“. Er betreibt auf Facebook die Gruppe „Bad Godesberger Karnevalsgeschichten“. Eigentlich treffen sich die Ballett-Veteranen stets am Freitag vor dem Godesberger Zoch im Bergischen Hof in Mehlem. Budzinski hofft, dass das nächstes Jahr wieder möglich ist.