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Raubüberfall in Bonn: Kioskbetreiberin in Plittersdorf schildert Erlebnisse

Raubüberfall in Plittersdorf : So hat eine Betreiberin den Überfall auf ihren Kiosk erlebt

Nachdem ihr Kiosk an der Wurzerstraße in Plittersdorf überfallen wurde, versucht die Betreiberin Edith Wallbruch, Abstand zu den Geschehnissen zu bekommen.

Einen Schrecken in der Abendstunde erlebte Cavit Wallbruch, Mitbetreiber des Kiosks an der Wurzerstraße 108. Am Freitagabend um 18.15 Uhr sah er sich an der Kasse plötzlich einem Räuber gegenüber. Mit einem Messer in der Hand wollte der Mann die Herausgabe von Bargeld erpressen. Auch wenn der Überfall für Wallbruch glimpflich verlief, wünschen sich er und seine Frau Edith Wallbruch, Betreiberin des Kiosks, jetzt nur noch eins: ein bisschen Normalität.

„Er hat es mir erst am nächsten Tag gesagt“, berichtet Kioskbetreiberin Edith Wallbruch, wie ihr Mann trotz des eigenen Schreckens auf sie Rücksicht genommen hat. „Ich hätte sonst die ganze Nacht kein Auge zugemacht.“ Er selbst wollte am Montag am liebsten gar nicht mehr über den Überfall sprechen. Oft schon hätten sie gemeinsam überlegt, was man am besten machen sollte, wenn ihr Kiosk wie der einiger Kollegen überfallen würde, sagt Edith Wallbruch. „Aber so etwas kann man gar nicht vorausplanen. Da reagiert man ganz spontan“, beschreibt sie die Geschehnisse.

Spontan hat ihr Mann sich nämlich schlichtweg geweigert, dem Räuber die Tageseinnahmen aus der Kasse zu überlassen. „Er hat ihn angeschrien“, berichtet die Kioskbetreiberin. Schließlich habe der Räuber ihren Mann zur Seite gestoßen, sich einige Packungen Zigaretten aus den Regalen geschnappt und die Flucht ergriffen. „Wir betreiben den Kiosk seit 22 Jahren. So etwas haben wir bisher nicht erlebt“, sagt die Inhaberin. Zweimal sei in den vergangenen Jahren hier eingebrochen worden. Dann installierten sie eine Alarmanlage und Kameras. „Seitdem ist Ruhe“, sagt sie.

„Wir wünschen uns nur ein bisschen Normalität“

Mehr Abstand zum Thema Überfall wünsche sie sich. „Wir freuen uns, wenn die Kunden zu uns kommen und wir einfach ganz normal reden können, ohne daran zu denken“, drückt sie ihr Bestreben nach Normalität aus. Sie lebe seit 56 Jahren in Plittersdorf und ist vor neun Jahren mit dem Kiosk vom ursprünglichen Standort am Schaumburger Hof auf die Wurzerstraße gezogen.

Die meisten kennen sie hier. Edith Wallbruch genießt die Atmosphäre des Viertels. „Wir haben unheimlich nette und liebenswürdige Kunden“, sagt sie. Außer den Schulkindern, die Schreibwaren und Süßigkeiten kaufen, kommen auch viele vorbei, um ein wenig zu plaudern oder um ihre selbstgehäkelten Dreieckstücher zu kaufen. „Diese Normalität wünschen wir uns zurück“, so Edith Wallbruch. „Und natürlich, dass sie ihn kriegen.“

Der Täter ist etwa 1,80 Meter groß, hat kurze, schwarze Haare und eine auffallend schlanke Statur. Er trug einen schwarzen Mund-Nase-Schutz, einen schwarzen Pullover und eine dunkle Hose.  Hinweise von Zeugen nimmt die Polizei unter 0228/150 entgegen.