Rüngsdorf Rettungsdienste und Taxifahrer in die Irre geleitet

RÜNGSDORF · Feuer in der Offenbachstraße. Aus dem lichterloh brennenden Gebäude schlagen die Flammen, eine verzweifelte Frau steht auf der Straße, ihre beiden Kinder sind noch im Haus.

 Die Feuerwehr ist in der vergangenen Nacht mit einem Großaufgebot zu einem angeblichen Brand in Rüngsdorf ausgerückt.

Die Feuerwehr ist in der vergangenen Nacht mit einem Großaufgebot zu einem angeblichen Brand in Rüngsdorf ausgerückt.

Foto: Axel Vogel

So weit das dramatische Szenario, mit dem ein bisher unbekannter Anrufer in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Polizei und Rettungskräfte nach Rüngsdorf gerufen hat. Dort aber entpuppte sich der vermeintliche Notfall als reine Fantasie. Jetzt ermittelt die Polizei.

Zwei Löschzüge der Bonner Berufsfeuerwehr sowie die Freiwillige Feuerwehr und der Rettungsdiensten waren gegen 0.30 Uhr zur Offenbachstraße 25 ausgerückt. "Vor Ort stellte sich schnell heraus, dass das geschilderte Szenario nicht den Tatsachen entspricht", sagt Elke Palm vom Presseamt der Stadt.

Zwar erkundeten die Einsatzkräfte noch die Umgebung, um ein Missverständnis bei der angegebenen Adresse auszuschließen. Relativ schnell wurde ihnen aber klar, dass sie offenbar hereingelegt worden waren. Zur Aufklärung beigetragen hatte vor Ort auch Taxifahrer Payam Khamoushi. Der war nämlich schon lange vor dem Einsatz um 23.48 Uhr von seiner Zentrale zu einer Tour nach Rüngsdorf beordert worden.

Ein Anrufer habe gleich zehn Taxen zur Lorzingstraße 1 gerufen, die unmittelbar von der Offenbachstraße abzweigt. Als der Taxifahrer am Zielort eintraf, war aber weit und breit kein Kunde zu sehen. "Ich bin alle Straßen ringsherum abgefahren, es war alles ruhig", sagt Khamoushi.

Da er noch nahe der Offenbachstraße stand, als Streifenwagen und die ersten Feuerwehrfahrzeuge eintrafen, informierte er die Retter sogleich darüber, dass es nicht brenne. "Dass uns jemand nur so zum Spaß für eine Tour anfordert, kommt fast jede Schicht vor. Aber das gleich zehn Taxen auf ein Mal bestellt werden, habe ich noch nie erlebt", sagt Khamoushi.

Die jüngste Fehlalarmierung in der Offenbachstraße reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorkommnisse. "Im laufenden Jahr haben wir elf Fälle von Notrufmissbrauch verzeichnet", sagt Polizeisprecher Robert Scholten. In fast allen Fällen sei es der Polizei gelungen, die Täter dingfest zu machen.

Auf die Schliche kamen die Ermittler ihnen zumeist aufgrund der Daten, die das für den "Notruf" benutzte Telefon automatisch als Spuren hinterlässt. Auch im aktuellen Fall ist die Polizei zuversichtlich, die Tat aufklären zu können. Noch aber dauern die Ermittlungen an.

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