1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Rheinaue in Bonn: Sorge um verdorrte Wiesen

Rasenflächen in Bonn : Besucher sorgen sich um verdorrte Wiesen in der Rheinaue

Einige Besucher sorgen sich um die verdorrten Rasenflächen der Bonner Rheinaue. Statt in grün zeigen sich die Wiesen in Braun- und Gelbtönen. Für das Amt für Stadtgrün besteht jedoch kein Grund zur Sorge.

Wüstenwindtrockene Phasen erlebte die über 1,4 Millionen Quadratmeter große Fläche der Rheinaue in den letzten Wochen. Bewässerte Beete und Einzelbäume widerstanden dem erbarmungslosen Trockensommer gut. Die ausgedehnten Wiesen vergilbten jedoch zusehends, bis sie aussahen wie vergilbtes Pergament. Laut dem Amt für Stadtgrün besteht jedoch kein Grund zur Sorge: Die Rasenflächen regenerieren sich von selbst, sobald wieder genügend Wasser zur Verfügung steht.

Wer in den letzten Wochen die frisch duftende Natur im Rheinauenpark genießen wollte, musste seine Schritte zum See lenken oder sich am Vormittag unweit der gewässerten Beete auf eine der Ruhebänke setzen. „Alles andere ist gelb und staubig wie alte Bücher“, sagte ein Radler, der auf seinen regelmäßigen rund 30 Kilometer langen Touren gerne hier rastet. Wo es noch grün sei, könne er nach wie vor die seltenen Vögel beobachten und die bunt schimmernden Blumen genießen. Wie viele andere Besucher der Auen sorgte er sich nicht nur um das Wiesengrün, das so gar nicht mehr zu leben schien. Auch die seiner Meinung nach riesigen Wassermengen, die mittlerweile für die Bewässerung benötigt würden, stimmten ihn nachdenklich.

Das Amt für Stadtgrün gab auf Anfrage des GA Entwarnung „Die Rheinaue ist so angelegt, dass mit rund 25 900 Quadratmetern im Verhältnis zur Gesamtgröße nur wenige Flächen gewässert werden müssen“, sagte Markus Schmitz vom Presseamt. Die zu 98 Prozent aus Wald und Wiese bestehenden Abschnitte kämen mit der Trockenheit verhältnismäßig gut zurecht. Bewässert würden vor allem empfindlichere Flächen. Darunter fielen ausgewählte Einzelbäume wie Neupflanzungen, mittelalte Bäume oder besonders trockenheitsempfindliche Einzelexemplare.

Bisher bewässern die Mitarbeiter des Amts für Stadtgrün mit mobilen Sprinkleranlagen, die das Wasser im Bogen über den Beeten versprühen und so Kühlung und zugleich Bewässerung liefern. Optimal ist diese Bewässerungsmethode nicht, weil sie im Verhältnis zur Tröpfchenbewässerung mehr Wasser verbraucht. Bisher behält die Stadt Bonn diese Methode jedoch aus Kostengründen bei.

„Tröpfchenbewässerungsanlagen sind in der benötigten Größenordnung sehr teuer“, erklärte Schmitz. Deshalb sei eine Anschaffung solcher Anlagen zurzeit nicht vorgesehen. Allerdings seien die Trockenphasen in den letzten Jahren länger geworden. Deshalb müsse an einzelnen Stellen nun auf jeden Fall länger gewässert werden als in den vergangen Jahren. Um die Flächen für Mensch und Tier als Erholungsraum zu erhalten, werden als weitere Maßnahme Veranstalter verpflichtet, im Anschluss an ihre Aktivitäten den Ursprungszustand wiederherzustellen.

Daten über seltene Pflanzen- und Tierarten werden bei der Stadtverwaltung speziell für die Rheinaue zwar nicht erhoben. Aber auch dort sind die seltenen Falter, Wildbienen, Orchideen und Fledermäuse als Siedler im stadteigenen Grün bekannt. Besucher kennen zudem manch ungewöhnlichen Gast, wie die vor wenigen Wochen erstmals am See beobachtete Gelbwangenschildkröte, die sich als Profiteur des Klimawandels hier wohlzufühlen scheint.