1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Sanierung mit Geld aus Nachlass: Rigal'sche Kapelle erstrahlt in neuem Glanz

Sanierung mit Geld aus Nachlass : Rigal'sche Kapelle erstrahlt in neuem Glanz

Die Rigal'sche Kapelle wird am Sonntag neu eingeweiht. Die Sanierung wurde mit Geldern aus einem Nachlass finanziert. So wurden Boden, Beleuchtung und Heizung nachgebessert.

Die Rigal'sche Kapelle ist aus dem Bad Godesberger Stadtbild nicht wegzudenken. 1856 wurde der Grundstein gelegt, nach der Fertigstellung diente sie zunächst als Privatkapelle des Freiherrn Ludwig Maximilian von Rigal-Grunland, der sie 1860 der evangelischen Kirchengemeinde schenkte. Das Gotteshaus steht also seit mehr als 160 Jahren an der Kurfürstenallee – und es wird rege genutzt. So wird wohl kaum jemand damit rechnen, dass die Kapelle an diesem Sonntag noch einmal eingeweiht wird. Doch genau das wird geschehen. Denn der neuromanische Bau wurde in den vergangenen Wochen saniert und erstrahlt nun in neuem Glanz. Ermöglicht wurde dies mit Geldern aus einem Nachlass (siehe Infokasten).

Vor allem die Änderungen in der Krypta unter der Kapelle können sich sehen lassen. „Wir haben die Leitungen unter Putz gelegt, die Wände ausgebessert und gestrichen“, berichtet Hans-Georg Kercher, Presbyteriumsvorsitzender der Johannes-Kirchengemeinde. Beleuchtung, Boden, Heizung – alles komplett neu. Wobei letztere fast eine Revolution darstellt. Denn die Gemeinde hatte in der Krypta jahrelang mit Feuchtigkeit zu kämpfen. Die sogenannte Temperierung soll nun die Lösung sein. Jetzt verlaufen Kupferrohre direkt an der Wand, die Heizung soll künftig nicht die Luft, sondern die Wände erwärmen, erklärt Kercher. So sollen diese trocken gehalten werden.

Dass es funktionieren kann, habe ein Baubiologe bestätigt, den die Gemeinde mit ins Boot geholt hat. Dieser habe schon viele feuchte Gebäude so wieder nutzbar gemacht, sagt Kercher. Unter anderem diene ein alter Stall nun „als Lagerraum für Kunstwerke“. Und wenn die Feuchtigkeit zurückkommt? Das hoffe man nicht, sagt Kercher. Falls doch, muss nachgebessert werden. Vermutlich von außen – was man vor allem wegen der hohen Kosten eigentlich verhindern möchte.

Begeistert dabei war außerdem die Bonner Schreinerei Raderschad, erzählt Kercher. Diese habe zum Beispiel einen Handlauf installiert, einen Garderobenschrank gebaut und den Altartisch gefertigt, der dem in der Immanuelkirche nachempfunden ist. Am Sonntag wird der Handwerker ebenfalls anwesend sein. Dann überreicht er das neu gestaltete Kreuz, das er der Gemeinde schenken wird.

Doch nicht nur in der Krypta, auch in der Kapelle hat sich einiges getan. So können die Leuchten nun per Fernbedienung gesteuert werden – genau wie die Glocken, berichtet Presbyterin Helgard Rehders. Außerdem gibt es eine neue Orgel. Das Instrument wurde gebraucht gekauft und anschließend überholt, sagt Kercher. Kostenpunkt: zwischen 20 000 und 22 000 Euro. „Die alte war nicht mehr zu reparieren“, so der Presbyteriumsvorsitzender. Außerdem standen Investitionen in die Elektrik und Heizung auf dem Programm, genau wie Anschaffungen für die Sakristei, so zum Beispiel ein neuer Tisch. Darüber hinaus wurden einige alte Fußbodenkacheln ausgebessert.

An der neuen alten Kapelle können sich viele Gläubige erfreuen. Nicht nur, dass sie ein beliebter Ort für Hochzeiten, Taufen oder auch Beerdigungen ist. Neben der Johannes-Kirchengemeinde werden Gotteshaus und Krypta von weiteren Gruppen genutzt, so von der frankophonen Gemeinde, der Gebetshausinitiative, der Johannesbruderschaft, dem Haus der Familie und der Gruppe Vivere. Außerdem finden dort Taizé-Andachten statt. „Die Kapelle liegt zentral in Bad Godesberg. Sie ist für alle da“, stellt Kercher fest. Die Vielseitigkeit der religiösen Gruppen solle in ihr eine Heimat finden.

Der Gottesdienst beginnt an diesem Sonntag um 10.30 Uhr in der Rigal'schen Kapelle, Kurfürstenallee 11. Im Anschluss stehen die Einweihung des Gotteshauses und die Neueröffnung der Krypta an. Wer den Gottesdienst in der Kapelle miterleben möchte, müsse rechtzeitig kommen, rät Kercher. „Ansonsten wird nach draußen übertragen, wo auch Bänke und Stehtische sein werden.“