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Rüngsdorf: Rheinhotel Dreesen - ARD dreht Zweiteiler über Hoteliersfamilie

„Das Weiße Haus am Rhein“ : ARD dreht im Rheinhotel Zweiteiler über Hoteliersfamilie Dreesen

Noch bis Freitag entstehen im Rheinhotel Dreesen in Rüngsdorf Szenen für den ARD-Zweiteiler „Das Weiße Haus am Rhein“. In den Hauptrollen sind Jonathan Berlin, Benjamin Sadler, Katharina Schüttler, Pauline Rénevier und Nicole Heesters zu sehen.

Der Kamerakran, der an diesem Morgen über dem Biergarten des Rheinhotels Dreesen schwebt, zeigt weithin sichtbar an, dass die Dreharbeiten dort in vollem Gange sind. Wie berichtet, produziert die Kölner Firma Zeitsprung Pictures unter Federführung der ARD Degeto mit SWR und WDR für die ARD den Zweiteiler „Das Weiße Haus am Rhein“. Bis Freitagnacht entstehen in Rüngsdorf Außen- und Innenaufnahmen.

Da auch für das Team strenge Corona-Auflagen gelten, ist ein offizieller Setbesuch nicht möglich. Allerdings kann man von der Rheinstraße aus kurze Blicke aufs Geschehen erhaschen. Und auch sehen, dass die Schauspieler die Einstellungen zunächst mit Maske und dicker Jacke probten. Das Team ist durchaus prominent besetzt: In den Hauptrollen spielen als Familie Dreesen Jonathan Berlin, Benjamin Sadler, Katharina Schüttler, Pauline Rénevier und Nicole Heesters. Denn um die Hoteliersfamilie Dreesen, die mittlerweile in fünfter Generation agiert, dreht sich – mal frei erfunden, mal historisch belegt – alles.

Thematisiert wird die Zeit vom Ende des Ersten bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs

Im Drehbuch von Dirk Kämper geht es um die Geschichte des jungen Emil Dreesen und den Überlebenskampf seiner Familie zwischen dem Ende des Ersten bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Regie führt Thorsten M. Schmidt. Warum die Wahl gerade aufs Dreesen fiel, begründet Christoph Pellander, Redaktionsleiter der ARD Degeto, wie folgt: „Eine große Hotel-Geschichte in der rheinischen Provinz, die einen ganz neuen Blick auf die Weimarer Zeit wirft: Nicht aus Sicht der Metropole, sondern aus der der ländlichen Idylle bei Bad Godesberg – das hat uns überzeugt.“

Teilen dürften Kenner der Historie des Hauses die  Einschätzung aus der Pressemitteilung, wonach hier „die wechselvolle Geschichte Deutschlands seit Anfang des 20. Jahrhunderts“ vielleicht wie nirgendwo anders gespiegelt wird. Schließlich logierten hier Machthaber jeder politischen Couleur, Künstler, Philosophen und internationale Stars. Es wurden  Großmachtsträume, Revolutionen wie auch der Gedanke Europas entwickelt. Widerspruch ruft allerdings die Einschätzung hervor, es handele sich „um einen bis heute weitgehend unbekannten Ort am Rhein“.

Die Geschichte dreht sich um Hoteliers-Sohn Emil Dreesen

Die Produzenten Michael Souvignier und Till Derenbach schwärmen: „Vor der Kulisse des mächtigsten Stromes, des europäischsten aller Flüsse, des Rheins, an einer der schönsten und mythischsten Stellen, spielt unser Zweiteiler.“ Wobei es ein ambitioniertes Unterfangen sei, die dramatische Geschichte eines ganzen Kontinents, über die nicht minder dramatische Biografie eines einzelnen Menschen, und damit Emil Dreesen, begreifbar zu machen.

Gestartet ist das Team in Polen, seit Dienstag leuchten die Scheinwerfer in Rüngsdorf. Am Freitag ist noch einmal ein langer Drehtag, von 12 bis 19 Uhr bleibt die Uferpromenade gesperrt. Eine Sicherheitsfirma weist Passanten darauf hin. Bis 24 Uhr gilt das Halteverbot an der Rheinstraße, an der sich die Filmfahrzeuge aneinanderreihen. Danach soll es in Bayern weitergehen, die letzte Klappe Anfang Dezember fallen. Zu sehen sein wird „Das Weiße Haus am Rhein“ im Ersten, nach GA-Informationen im Herbst 2021.

Relativ gelassen nimmt Hotelier Fritz Dreesen den Trubel in seinem Haus zur Kenntnis. „Man merkt, dass in der Produktion viel Geld steckt, es geht wahnsinnig professionell zu“, sagt der 70-Jährige dem GA.