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Kommentar zum Godesberger Kurfürstenbad: Sanierung ist sinnlos

Kommentar zum Godesberger Kurfürstenbad : Sanierung ist sinnlos

Lohnt sich eine Sanierung des Kurfürstenbades? GA-Redakteurin Ayla Jacob sieht das kritisch, weil dafür ein zweistelliger Millionenbetrag fällig wäre.

Die Schließung des Kurfürstenbads ist ein Thema, das jede Menge Emotionen auslöst. Vor allem bei den alteingesessenen Bad Godesbergern, die dort mit ihren Eltern, ihren Klassenkameraden und später mit ihren eigenen Kindern schwimmen gegangen sind. Dass sie das Bad ihrer Kindheit nicht kampflos aufgeben wollen, ist verständlich.

Viele Bürger identifizieren sich außerdem mit dem Stadtbezirk, zu dessen Geschichte das Bad genauso gehört wie die Quelle. Dass sich Initiatoren und Unterstützer des geplanten Bürgerbegehrens für dezentrale, wohnort- und schulnahe Hallenbäder einsetzen, ist nachvollziehbar. In Zeiten, in denen immer mehr Kinder nicht schwimmen können, sind gut erreichbare Bäder gerade für Schulen ein Muss.

Die aber müssen nicht nur bezahlbar und gut in Schuss sein, sie müssen auch den heutigen Ansprüchen genügen. Diese Kriterien erfüllt das Kurfürstenbad nicht (mehr). Lüftung, Technik, Rohrleitungssystem und Elektrik sind marode. Und zwar so sehr, dass die Stadt die Halle direkt nach Bekanntwerden der Mängel geschlossen hat.

Um es einigermaßen auf Vordermann zu bringen, müsste ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden. Selbst bei gut gefüllten Kassen wäre es fraglich, ob eine derartige Investition sinnvoll wäre: Denn ein saniertes Kurfürstenbad würde weiterhin nicht über ein dringend benötigtes Lehrschwimmbecken verfügen.

Außerdem wäre es dann noch weit entfernt von einem Bad, das nicht nur funktional, sondern auch attraktiv ist. Die Möglichkeit, eine Halle für Vereine und Schulen, für Erwachsene, Jugendliche und Kinder zu schaffen, bietet sich aber in Dottendorf – nicht weit von der Grenze Bad Godesbergs entfernt.