Station in der Rheinaue Schafherde schafft weitere Attraktion neben Bonn-Marathon

Bad Godesberg · Am Rande des Bonn-Marathons gab es am Sonntagnachmittag ein weiteres Spektakel in der Rheinaue: Wanderschäfer Johannes Bois machte in der Nähe der Großveranstaltung mit seinen rund 550 Tieren Halt.

 In der Rheinaue tummelten sich am Sonntag neben Ausflüglern und Sportlern auch viele Schafe.

In der Rheinaue tummelten sich am Sonntag neben Ausflüglern und Sportlern auch viele Schafe.

Foto: Petra Reuter

Was machen rund 550 Schafe am Rande des Bonn-Marathons? Zufällig haben sich die Zeitplanungen der Sportler und des Wanderschäfers Johannes Bois am Sonntag überschnitten. Just am Wochenende der Großveranstaltung machten die Tiere just am Wochenende des Lauf-Events in der Rheinaue Station. In die Quere kam man sich dabei nicht. „Die Läufer sind weiter oben unterwegs, wir laufen am Radweg direkt am Rhein“, sagte Bois, der das ganze Jahr mit seinen Schafen zusammen draußen unterwegs ist.

Die Nacht zuvor hatten die Tiere umgeben von einem rund 1,10 Meter hohen mobilen Netz-Zaun auf einer Wiese in Rolandseck verbracht. Am Sonntag zogen die Schwarzkopfschafe, Coburger Fuchsschafe, Texelschafe und ein paar Bergschafkreuzungen mitsamt einem zur Herde gehörenden Esel etwa fünf Stunden lang am Rhein entlang. Das Ziel der Tagesetappe, den Bismarckturm, erreichten sie an diesem Tag aber nicht.

 Für Lämmchen und ältere Tiere entschied der Schäfer am Sonntag, die Tagesetappe abzukürzen.

Für Lämmchen und ältere Tiere entschied der Schäfer am Sonntag, die Tagesetappe abzukürzen.

Foto: Petra Reuter

„Man merkt den Tieren an, wenn es zu viel wird“, sagte Bois. An zwei Tagen hintereinander war er mit ihnen insgesamt fast 14 Kilometer gelaufen. Für zwei gerade mal vier Tage alte Lämmer und einige ältere Tiere wurde es zunehmend anstrengend. „Wir bleiben hier und gehen morgen das letzte Stück weiter“, entschied der Schäfer unweit der Baseballanlage. In der Rheinaue sollen die Schafe dann bis Mittwochmorgen weiden, bevor es per Fähre weiter in Richtung Siebengebirge geht. Diese Überfahrt mit rund 550 Schafen hatte schon im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt.

Station in der Rheinaue: Schafherde schafft weitere Attraktion neben Bonn-Marathon
Foto: Petra Reuter

Schafherde als Attraktion am Rande des Bonn-Marathons

Spaziergänger, die meisten Radfahrer und Gäste des Bonn-Marathons freute der Besuch der Schafherde in der Rheinaue am Sonntag. Die siebenjährige Luisa war mit ihrem Bruder Paul und ihren Eltern dort, „weil die Oma hier einen Halbmarathon läuft“, erzählte die junge Sinzigerin. Ihr gefiel ein kleines weißes Lamm am besten. Wie ihr Bruder beobachtete sie die Tiere, um herauszufinden, welchem man sich zum Streicheln nähern konnte. „Das machen normalerweise nur die Flaschenschafe“, erklärte Schäfer Bois. Wer mit der Flasche großgezogen worden sei, habe keine Scheu sich anfassen zu lassen. Die anderen Schafe wollten meist lieber ihre Ruhe.

Eine Plittersdorferin hatte die Herde gesehen und war eigens hinterhergeradelt, um das Schauspiel zu genießen. „Ich finde, der Schäfer sollte für die Beweidung hier bezahlt werden. Das sollte in einer Stadt zur modernen Landschaftspflege dazugehören“, sagte sie.

 Von den Tieren wurden viele Fotos und Videos gemacht.

Von den Tieren wurden viele Fotos und Videos gemacht.

Foto: Petra Reuter

Die Aufnahme von Fotos oder Videos störten weder Tiere noch Schäfer. „Ich schätze, heute werden es vielleicht sogar tausend gewesen sein“, sagte Bois zur Anzahl der Fotos, die am Sonntag von den Schafen gemacht wurden. Gut 80 Prozent der Menschen, denen er mit seinen Vierbeinern begegnet, reagierten freundlich, berichtete er. In Bonn seien unter den anderen 20 Prozent vor allem einige Radfahrer. „Die fühlen sich vielleicht gestört, weil sie ihre übliche Strecke nicht in der üblichen Zeit schaffen“, sagte der Remagener zu manch unwirscher Rüpelei. Beim Überqueren der B9 in Rolandseck seien die Autofahrer dagegen völlig entspannt geblieben und hätten knapp 15 Minuten lang einfach zugeschaut, bis auch das letzte Schaf die Ampelanlage passiert hatte – übrigens ohne auf Rot- oder Grünlicht zu achten.

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