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Elisabeth-Selbert-Gesamtschule: Schüler erfinden einen "Fitness-Stuhl"

Elisabeth-Selbert-Gesamtschule : Schüler erfinden einen "Fitness-Stuhl"

Mit ihrem "Fitness-Stuhl" hat die Erfinder-AG der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule einen Preis beim Erfinderwettbewerb "i hoch 3" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gewonnen.

AG-Leiter Andreas Kirst und seine beiden Schüler Matylda Kelbert und Alex Hetzel konnten es kaum glauben. "Ich habe den Brief zweimal gelesen, erst beim zweiten Mal habe ich gesehen, dass wir wirklich gewonnen haben", erzählt Matylda.

Andreas Kirst erklärt die Idee hinter dem Fitness-Stuhl: "Täglich müssen Schüler in der Schule lange Zeit auf harten, starren Stühlen sitzen", sagt er. "Dabei haben Kinder und Jugendliche einen großen Bewegungsdrang". Um diesem Problem entgegenzuwirken, hatten die Kinder der Erfinder-AG die Aufgabe, einen Stuhl so zu verändern, dass man sich auf ihm bewegen kann, ohne andere zu stören. Außerdem soll unruhiges Kippeln vermieden werden.

Die Schüler kamen auf die Idee, mit einem Fitnessband als Rückenlehne mehr Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen. Zuerst haben sie von einem normalen Klassenraumstuhl die Rückenlehne abgenommen. Die Querstangen wurden mit zwei Besenstielen verlängert, an denen sie dann auch die zwei Fitnessbänder befestigt haben. Zum Schluss wurde noch ein Schlauch über die Besenstiele geschoben, um die spitzen Kanten zu verdecken.

Von der Idee bis zum fertigen Stuhl dauerte es einige Zeit. Die Kinder zeichneten, skizzierten und fertigten Modelle an. "Auf unserem Stuhl kann man sich jetzt bequem zurücklehnen", erklärt der zwölfjährige Alex. "Und wenn man den Rücken gegen das Band drückt, kann man seine Bauchmuskeln trainieren." Auch die Rückenmuskulatur lässt sich aktiv trainieren. Das mache den Stuhl zum "Fitness-Stuhl".

Die Erfinder-AG der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule besteht seit Oktober 2001 und wird in den fünften und sechsten Klassen angeboten. Einmal wöchentlich trifft sich die AG. "Ziel ist, dass die Schüler sich über Alltagsprobleme Gedanken machen, Fragen stellen und Lösungsansätze entwickeln", erklärt Kirst. "Zudem ist es schön, wenn sie Leistungsbereitschaft entwickeln und die Chance wahrnehmen, sich zu engagieren".

Um an dem Erfinderwettbewerb teilzunehmen, mussten einige Kriterien erfüllt werden. Die Schüler verfassten Texte, stellten Vermarktungsschritte an und Kirst beantragte einen Gebrauchsmusterschutz beim Patentamt. Anhand von Skizzen wurde außerdem ein stabilerer und optisch schönerer Prototyp von der Ausbildungswerkstatt SGL-Carbon gebaut. Die Mühen haben sich gelohnt: Der "Fitness-Stuhl" wurde von der Jury des Erfinderwettbewerbs ausgezeichnet und hat einen Preis gewonnen.

Welche Platzierung es geworden ist, erfahren die drei morgen in Nürnberg. Egal, welcher Platz es wird, sie werden nicht enttäuscht sein: "Dabei sein ist alles", sagt Alex. Sie werden den Stuhl dort auch auf der internationalen Erfindermesse ausstellen. "Wir stellen den Fitness-Stuhl auch Patentvermarktern und anderen Erfindern vor", erklärt Kirst. Matylda und Alex würde es freuen, wenn der Stuhl tatsächlich bald in den Klassenräumen stünde. "Das wäre toll, denn dann würde man in der Schule sitzen und wissen, dass man diejenige war, die den Stuhl erfunden hat", sagt die Elfjährige.

Später beruflich als Erfinder tätig zu sein, können sich die beiden jedoch nicht vorstellen. "Ich habe zwar viele Ideen, aber für später wäre das nichts", sagt Alex.