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Uraufführungen am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium: Schüler zeigen eigene Version von Romeo und Julia

Uraufführungen am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium : Schüler zeigen eigene Version von Romeo und Julia

Der Literaturkurs des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums zeigt an diesem Wochenende eine selbst geschriebene Version von Romeo und Julia. Die Aufführungen sind am Freitag und Samstag, 23. und 24. Juni.

Die Geschichte um Romeo und Julia wurde schon oft erzählt, die der Titanic ist auch bekannt, und eine Mischung aus beiden war seinerzeit im Kino sehr erfolgreich. Ungewöhnlich an dem Theaterstück, das der Q1-Literaturkurs des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums auf die Bühne bringt, ist deshalb vor allem, dass die Schüler es selbst geschrieben haben. Für „Die Titanic wird nicht sinken!“ hatten sie außerdem eine interessante Idee.

Zur Vorbereitung hatte der Kurs von Lehrerin Melanie Shriner zwei Theaterstücke besucht. Das eine: Die „Romeo und Julia“-Aufführung in den Godesberger Kammerspielen. Dort erhielten sie die deutsche Übersetzung des Originaltextes, der darin verwendet wurde. „Immer wenn Julian und Romina aufeinander treffen, sprechen sie in der Sprache Shakespeares“, so Shriner. Um darzustellen, dass man dennoch eine eigene Geschichte erzählt, wurden die Namen der Hauptfiguren geändert und quasi ein Geschlechtertausch durchgeführt: Hier kämpfen zwei Frauen um den jungen Julian. Der ist Passagier erster Klasse, ebenso wie die eifersüchtige Pari, während Romina als Flüchtling in der untersten Klasse mitfährt. Das Paar begegnet sich zum ersten Mal, als sie Äpfel stehlen will und er sie dabei beobachtet.

Das zweite Theaterstück, das die Schüler besuchten, war die teils abstrakte „Titanic“-Bühnenadaption im Staatstheater Oldenburg. Dort führten sie auch Interviews mit den Schauspielern. „Ich habe von dort mitgenommen, wie man Emotionen rüberbringt“, sagt Richard (17), der das Stück als Erzähler begleitet. „Durch die Interviews habe ich gelernt, wie man an so ein Stück herangeht, vom Schauspielerischen her“, sagt Marie (17), eine der Pari-Darstellerinnen. Denn für beide Aufführungen hat die Klasse zwei komplette Besetzungen. Und sie hätten erfahren, wie man in der Rolle bleiben kann, wenn auf der Bühne Unvorhergesehenes passiert, erzählt Karim (19).

"Kompromisse finden, war das Schwierige"

Das Schreiben sei nicht so schwer gewesen, sagt Richard. „Kompromisse zu finden, war das wirklich Schwierige.“ Er hatte es da allerdings leicht: Er konnte seine Erzähler-Passagen unabhängig vom restlichen Stück schreiben. „Ich musste da nicht auf andere eingehen.“

Zwei Tanzszenen hat der Kurs, der die Schwerpunkte kreatives Schreiben und Theater hatte und ein Ersatzkurs für Kunst und Musik ist, ins Stück geschrieben. Für die Choreografien haben sich die Schüler mit der Tanzschule Lepehne Herbst professionelle Unterstützung geholt.

Wie das auf der Bühne aussieht und wie die Geschichte ausgeht, sieht man am kommenden Freitag und Samstag, 23. und 24. Juni, jeweils ab 19 Uhr in der Aula des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums, Gotenstraße 50. Der Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden zur Deckung der entstandenen Kosten gebeten.