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Independent Bonn International School: Schule möchte Angebot ausbauen

Independent Bonn International School : Schule möchte Angebot ausbauen

Die Independent Bonn International School (IBIS) möchte anerkannte ausländische oder internationale Ergänzungsschule werden. Das geht aus einer städtischen Vorlage hervor, mit der sich die politischen Gremien im Oktober beschäftigen.

Der entsprechende Antrag an das nordrhein-westfälische Schulministerium ist gestellt, auch die Stadt hat das Anliegen geprüft. Das Ergebnis: Es besteht ein öffentliches Interesse daran, dass die Schule künftig ihr Angebot über die Grundschulebene hinaus ausbaut. Das Angebot, die Sekundarstufe der IBIS zu besuchen, würden vermutlich hauptsächlich die Schüler annehmen, die bereits die Primarstufe dort absolviert haben, so die Verwaltung. Die Schulleiterin habe bei einem Gespräch Mitte Juli geschätzt, dass dies ungefähr 250 Schüler wären. „Sie sieht insbesondere auch das Potenzial Bonner Kinder, die derzeit in Köln internationale Schulen besuchen, für Bonn zurückzugewinnen.“ Darüber hinaus wolle die IBIS mit anderen Schulen kooperieren, so zum Beispiel mit dem Aloisiuskolleg.

In Bonn gibt es laut Verwaltung 19 UN-Einrichtungen, mehrere international ausgerichtete Unternehmen wie die Post und die Telekom und verschiedene Nichtregierungsorganisationen. Da liege es auf der Hand, dass die Stadt grundsätzlich ein „hohes Interesse“ daran habe, internationale Bildungsmöglichkeiten anzubieten – und zwar an privaten und öffentlichen Schulen. An städtischen Einrichtungen wie dem Friedrich-Ebert- oder dem Helmholtz-Gymnasium gebe es daher bereits bilinguale Angebote. Außerdem habe die Gesamtschule „Bonns Fünfte“ „die Internationalität ihres Schulangebots zu einer der wesentlichen Zukunftsaufgaben gemacht“.

Internationale Privatschulen, für die Schulgeld bezahlt werden muss, gibt es bisher zwei – die IBIS im Primarbereich, die Bonn International School (BIS) auch für die älteren Schüler. Seitens der BIS sei angeführt worden, „dass der Markt für zahlungskräftige Eltern, die finanziell in der Lage sind, das Schulgeld für ein privatschulisches Angebot dieser Art aufzubringen, begrenzt ist“, so die Stadt. Gleichzeitig aber sei deutlich geworden, dass jährlich lediglich fünf Schüler von der IBIS zur BIS wechseln. Die meisten besuchen im Anschluss wohl eher städtische, bilinguale Gymnasien, so die Verwaltung.

Eine Konkurrenzsituation besteht zur BIS also nicht. Doch wie sieht es mit den öffentlichen Schulen aus? Zwar könnte dies Auswirkungen auf einige Schulen haben, meint die Verwaltung. Allerdings sei damit zu rechnen, dass die Schülerzahlen in Bonn künftig steigen – entgegen dem Landestrend. Außerdem seien die Flüchtlingskinder, davon circa 550 im Grundschulalter, noch gar nicht eingerechnet. Somit sei es aus städtischer Sicht keine Gefährdung für die öffentlichen Schulen, wenn die IBIS ihr Angebot ausbaut.

Anerkennung scheint nichtsim Wege zu stehen

Der Anerkennung scheint also nichts im Wege zu stehen – wenn die Politik dem Votum der Stadt folgt. Die endgültige Entscheidung zu der Thematik fällt am Donnerstag, 27. Oktober, im Bonner Rat. Das Gremium tagt ab 18 Uhr im Stadthaus.