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Godesberger Bezirksbibliothek: Selbst ausleihen und zurückgeben

Godesberger Bezirksbibliothek : Selbst ausleihen und zurückgeben

Zwei Wochen lang war die Bezirksbibliothek am Aennchenplatz geschlossen. Seit gestern um 11 Uhr ist sie für ihre Kunden wieder geöffnet. Der Grund: Ein neues, vollautomatisches Verbuchungssystem wurde installiert, außerdem wurde der Eingangsbereich neu gestaltet.

"Wir tun heute einen großen Schritt", konstatierte Stadtbibliotheksleiterin Gabriele Belloff. "Mit der neuen Technologie können die Kunden jetzt selbst die Ausleihe und Rückgabe übernehmen. Dies macht den Verbuchungsbetrieb effizienter", erläuterte Belloff die Vorteile.

Als erste Stadtteilbibliothek in Bonn ist die Godesberger Filiale nun sozusagen voll automatisiert. Es gibt jetzt zwei Selbstausleihstationen und zwei Rückgabestationen mit Vorsortierung. Diese funktionieren mit Funkfrequenz-Identifizierung (RFID). Auch an den Medien wurden die RFID-Chips angebracht. Ferner gibt es einen Kassenautomat, der allerdings noch intensiv getestet werden muss und daher noch nicht einsatzbereit ist. "Der Kassenautomat ist der erste in der Bonner Stadtbibliothek und muss noch vom Rechnungsprüfungsamt freigegeben werden. Hierfür war in der kurzen Schließungszeit leider nicht genügend Zeit", so Detlev Lehmann, Verwaltungsleiter der Stadtbibliothek. Er geht davon aus, dass der Automat im Januar betriebsbereit sein wird.

Für das System sind bereits neue elektronisch lesbare Kundenausweise im Einsatz, die an den Selbstverbuchungsterminals mittels RIFD berührungslos gelesen werden können. Im Zuge der Installation des neuen Systems hat der Eingangsbereich einen neuen Anstrich erhalten, die Verbuchungstheke wurde komplett umgebaut und die Elektroinstallation aktualisiert. Es gibt zudem eine neue große Info-Wand und an beiden Eingängen sind Diebstahlsicherungen ausgetauscht worden. Die Kosten für die Systemeinführung und Instandhaltungsmaßnahmen beliefen sich auf 125 000 Euro.

Im Fokus der Maßnahmen stand, die Wirtschaftlichkeit des Betriebs zu verbessern. Dies bedeutet allerdings auch, dass demnächst eine Stelle den Rationalisierungsmaßnahmen zum Opfer fallen wird, wie Belloff mitteilte. In den kommenden Wochen und Monaten gelte es nun, vor allem die Kunden in das neue System einzuführen. Einer der ersten Kunden, die gestern Vormittag die Bibliothek besuchten, war Erhard Weiss. "Früher war's einfacher", so sein erster Eindruck. "Aber", so schob er gleich nach, "man wird sich dran gewöhnen."

Bibliothek in Zahlen

Die Einführung der RFID-Technik ist auch an den anderen Bonner Bibliotheksstandorten geplant, sofern allerdings im Zuge der Haushaltsberatungen die entsprechenden Mittel dafür bereitgestellt werden. Die Kosten für die Systemeinführung in der Bezirksbibliothek Bad Godesberg lagen bei rund 125 000 Euro. Die Bibliothek am Aennchenplatz hatte in 2013 rund 100 000 Besucher, 45 Prozent davon haben Medien ausgeliehen, insgesamt gab es hier 236 000 Entleihungen. Zur Ausleihe stehen 45 000 Medien (Bücher, CDs, DVDs etc,) zur Verfügung. Die Stadtteilbibliothek zählte 2013 circa 4200 "aktive Kunden."