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Evangelischer Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel tagt: Sieben Pfarrstellen fallen weg

Evangelischer Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel tagt : Sieben Pfarrstellen fallen weg

Der Evangelische Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel steht vor einschneidenden Kürzungen. Bis 2030 geht die Zahl der Stellen von 21,5 auf 14,17 zurück. Die Synode lehnt es ab, einen hauptamtlichen Superintendenten einzuführen.

Zwei Wochen nach der Synode der Nachbarn in Bonn standen am Samstag die ebenfalls digitalen Verhandlungen des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel ganz im Zeichen der Neuausrichtung. „Wir machen uns gemeinsam und mit einer gewissen Fröhlichkeit auf den Weg, auch wenn es uns nicht leicht fallen wird, Vertrautes aufzugeben“, gab Mathias Mölleken zu Beginn als Motto aus. Er ist Superintendent für die rund 51 000 Protestanten von Bad Godesberg bis Münstereifel und Weilerswist.

Von der Landeskirche vorgegeben, müssen auch die 13 Gemeinden seines Kirchenkreises bis 2030 ihre bislang 21,5 Pfarrstellen auf nur noch 14,17 kürzen. Dazu kämen rechnerisch 8,6 Pfarrstellen in Schulen, Krankenhäusern und Gefängnissen. „Wir werden neue Optionen ins Feld führen müssen“, kommentierte Mölleken die auf Grund von ernüchternden Mitgliederprognosen landeskirchlich beschlossenen Reduzierungen. „Wir werden auch über Kirchenkreisgrenzen flexibler nachdenken müssen“, folgerte er. Den Mut, eine perspektivisch weitere Zusammenarbeit der derzeit drei Bonner und regionaler Kirchenkreise zu suchen, hatte in seinem Grußwort auch Bonns Superintendent Dietmar Pistorius gemacht. Aber Pistorius sagte in Bezug auf Kardinal Reinhard Marx` Aufsehen erregendes Eingeständnis kämpferisch: „Wir Evangelischen sind nicht am toten Punkt angekommen.“

Jede Gemeinde soll sich äußern, für welche Änderungen sie bereit ist

Und so redeten sich die 70 Stimmberechtigten und ihre Gäste bis zum Nachmittag die Köpfe heiß, wie sie die Weichen zukünftig stellen wollen. Man befinde sich in intensiven Regionalgesprächen zum Pfarrstellenrahmenplan, wurde berichtet. Für die Gemeinden Godesbergs habe in Präsenz der Wachtberger Nachbarn bereits 2020 ein Gespräch stattgefunden, das man im Oktober fortsetze, so Pfarrer Klaus Merkes. Dann werde sich jede Gemeinde konkret äußern, für welche Änderungen sie offen sei.

Für Meckenheim, Rheinbach und Swisttal schilderte Pfarrerin Claudia Müller-Bück, eine der Stellvertreter Möllekens, vier Optionen: Die Gemeinden bleiben selbstständig, sie verändern ihre Grenzen, kooperieren oder fusionieren. Ebenfalls im Oktober werde jeder die Karten auf den Tisch legen. Die Gemeinden im Kreis Euskirchen tagen laut Pfarrer Ulrich Zumbusch in den kommenden Wochen zum Thema.

Superintendent Mölleken geht 2022 in den Ruhestand

Mit Blick auf den Pfarrstellensparkurs lehnte die Synode auf jeden Fall mit großer Mehrheit die Einrichtung einer hauptamtlichen Superintendenten-Stelle ab. Aktuell ist Mölleken im Nebenamt dreiviertel seiner Arbeitszeit für den Kirchenkreis und den Rest in der Gemeinde Meckenheim tätig. Doch er geht 2022 in den Ruhestand. Eine Neujustierung ist möglich. Wie berichtet, arbeitet der Bonner Superintendent seit 2020 hauptamtlich.

„Wir wollen verhindern, dass im Hauptamt ein nicht aus unserem Kreis stammender Superintendent unseren Weg bis 2030 bestimmt“, klangen in der Synode von Bad Godesberg-Voreifel Ängste an. Damit erhalte man sich zudem mehr Flexibilität bei möglichen Änderungen von Kirchenkreisgrenzen. Die Entscheidung, ob der nebenamtliche Superintendent noch mehr Unterstützung erhält als Mölleken jetzt, vertagte die Synode jedoch auf die Herbstsynode.