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Sieben Unternehmen zeigen Interesse an Knauber-Immobilie in Godesberg

Knauber in Bad Godesberg : Sieben Unternehmen zeigen Interesse an Knauber-Immobilie

Bisher ist es noch unklar, wie es mit der Immobilie des Knauber-Freizeitmarkts in Bad Godesberg weitergeht. Klar ist aber: Es gibt mehrere Interessenten für die Fläche im Pennenfelder Areal. Die meisten stammen aus dem Einzelhandel und dem Handwerk.

Wie es mit der Immobilie des zum 30. Juni schließenden Knauber-Freizeitmarkts in der Pennenfelder Mallwitzstraße weitergeht, ist noch nicht entschieden. Das erklärt auf Anfrage Andreas von Ingersleben von der Invictus Immobilien und Bauen GmbH, die die Interessen des Hamburger Eigentümers vertritt.

Die Bonner Unternehmensgruppe Knauber kündigte Ende März an, ihre Freizeitmärkte zum 1. Juli dieses Jahres zu verkaufen. Die Bauhaus AG werde die Filialen in Bonn-Endenich, Ahrweiler, Bergisch Gladbach und Pulheim übernehmen. Die Märkte in Bad Godesberg und Troisdorf werden geschlossen. Auf Anfrage antwortet Alexander Cöln für Knauber nun, dass die etwa 40 Mitarbeiter der Godesberger Filiale von der Bauhaus AG übernommen werden.

Die 5400 Quadratmeter Mietfläche und die 3700 Quadratmeter betragende Freifläche des Pennenfelder Areals ist Gewerbegebiet. Damit unterliegt die dortige Nutzung den Rahmenbedingungen des städtischen Einzelhandels- und Zentrenkonzepts, so Markus Schmitz vom Presseamt. Im Genehmigungsverfahren werde die Verwaltung entsprechend des Planungs-, Bau- und Umweltrechts darüber befinden. „Über Gespräche mit dem Eigentümer und etwaigen Interessenten kann die Stadt aus rechtlichen Gründen keine Auskünfte geben.“

Es hätten sich bislang sieben Interessenten für die Weiternutzung beworben, sagt Andreas von Ingersleben von Invictus Immobilien. Sechs stammten aus dem Einzelhandel und Handwerk. Ein Bewerber wolle dort eine Versammlungsstätte eröffnen. Bis auf den Einzelhandelsvertreter seien alle Interessenten aus Bonn. „Einer möchte auch das bisherige Konzept eines Freizeitmarkts fortsetzen“, erläutert von Ingersleben.

Neuer Mieter könnte frühestens im Herbst einziehen

Die kommenden zwei bis drei Wochen laufe die Bestandsaufnahme der Immobilien und Flächen. Die Gebäude seien über vier Jahrzehnte immer wieder verändert worden. Vor dem Knauber-Markt hätten sie eine Diskothek und ein Fitnessstudio beherbergt. Im nächsten Schritt werde er prüfen, was auf besagtem Areal baurechtlich möglich sei, und die Konzepte der Anbieter vergleichen, sagt der Immobilienvertreter, der auch für das noch größere nachbarliche Gelände der Firma GKN Sinter Metals zuständig ist.

Frühestens im Herbst könne der neue Mieter des jetzigen Knauber-Markts einziehen. Wobei die in Holzbindekonstruktion gebaute kleinere Halle sehr in die Jahre gekommen und „in keinem sinnvollen Zustand“ sei, schränkt von Ingersleben ein. Im Sommer extrem aufgeheizt und im Winter eiskalt, weise sie eine ungünstige Energiebilanz auf und müsse wohl ersetzt werden. „Wir bedauern sehr, dass Knauber den Freizeitmarkt aufgegeben hat und nicht länger vor Ort bleibt“, resümiert der Immobilienvertreter.

Das sehen zahlreiche GA-Leser ebenso. Alexandra Mielke etwa erinnert sich mit Wehmut, wie sie über Jahre wie so viele andere in der Familie samstags gerne dort hingegangen sei. Die Schließung werde im Bad Godesberger Süden sehr bedauert, wandten sich Dorothea Lewerenz und Rosemarie Proske auch an den Oberbürgermeister. Das breit aufgestellte Sortiment im Freizeit- und Baumarktsektor habe die Bewohner Godesbergs, Wachtbergs und des weiteren Umlands versorgt. Vor Ort gebe es ab Juli keine Geschäfte mehr, die diese Lücke ausfüllen könnten.

Es wäre sehr wünschenswert, dass es künftig eine ähnliche Nutzung für den Standort des bisherigen Freizeitmarkts geben könnte, schrieb Ute Brauer an den OB. Und was passiert mit den Waren, die jetzt noch einen Monat lang in der Immobilie ausliegen? Der Godesberger Knauber-Markt biete seinen langjährigen Kunden bis zu seiner Schließung noch viele Angebote, antwortet Alexander Cöln für das Unternehmen. Und was an Waren bis dahin nicht verkauft sei, werde von Bauhaus übernommen.