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Fünf Einrichtungen in Bonn nehmen an „Nacht der Jugendkultur“ teil: Sprayen lockt, Corona nicht

Fünf Einrichtungen in Bonn nehmen an „Nacht der Jugendkultur“ teil : Sprayen lockt, Corona nicht

Mehrere Bonner Einrichtungen nehmen an der „Nacht der Jugendkultur“ teil, wie etwa das One World Café und das Jugendzentrum K7 in Bad Godesberg.

Unter Jugendkultur stellt sich die Erwachsenenwelt meistens derbe Rapmusik, Techno und Party vor. So ganz verkehrt ist das nicht, und auch bei der Nacht der Jugendkultur „nachtfrequenz21“, die am Samstag NRW-weit in rund 100 Städten stattfand, auch an einigen Standorten in Bonn, gab es genügend Gelegenheit, dem Klischee zu frönen. Das Problem ist, dass die Jugend zur Kultur geführt werden möchte. Jedenfalls kommt dieser Eindruck auf, wenn man Angelo danach fragt.

Er würde sich wünschen, „dass man öfters die Jugendlichen zur Seite holt“, meinte der 17-Jährige aus Bad Godesberg. So wie in der Jugendkulturnacht. Er war zum Trinkpavillon hinter der Stadthalle gekommen, wo das One World Café eine Spray-Aktion, ein interkulturelles Buffet und eine Open Stage anbot, eine Bühne, auf der jeder nach Belieben performen konnte. Die wurde allerdings nicht genutzt. „Keiner hatte den Mut, den Anfang zu machen“, sagte Merle Rode vom Café-Team. Aber die Spray-Ecke war bis in den späten Abend gut besucht, auch Angelo hinterließ ein Kunstwerk. Er hat am eigenen Leib erfahren, welche Folgen illegales Sprayen haben kann. „Wenn es mir legal angeboten wird, mache ich es lieber.“

An fünf Standorten in Bonn konnten sich die Jugendlichen ausprobieren

Er könne sich zum Beispiel vorstellen, dass Jugendliche auch an einem Fußballtag oder einer Fahrradtour Spaß haben könnten, aber es müsse ihnen angeboten werden. Er fand deshalb die Nacht der Jugendkultur sehr gut. „Es freut mich, dass Leute sich Zeit dafür nehmen, sich bis 23 Uhr hinsetzen und sich mit uns beschäftigen“, meinte Angelo.

Die Stadt Bonn hatte für die Durchführung der „nachtfrequenz21“ 200 Euro von der LKJ Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit NRW erhalten. Fünf Organisationen hatten im Vorfeld ihre Beteiligung zugesagt: Im Haus der Jugend in Kessenich gab es am Freitag und Samstag Hiphop-Workshops und musikalische Improvisation, in der Jugendkunstschule arte fact am gesamten Wochenende verschiedene Kunsttechniken und eine Ausstellung, außerdem hatte das Gemeindehaus der Evangelischen Auferstehungskirche auf dem Venusberg Theater, Tanz und mehr zum Thema Natur und Umwelt angekündigt.

Das Thema Corona zieht bei der Jugend nicht

In Bad Godesberg machte neben dem One World Café, wo man mit dem Zulauf ganz zufrieden war, das Jugendzentrum K7 am Sportpark Pennenfeld mit. Die Veranstalter boten dort Gegrilltes und Getränke an und luden zum Gespräch auf die rote Couch ein. Allerdings schien das Thema Corona die Jugend nicht zu locken: Nur früh am Abend gab es laut Einrichtungsleiterin Angelika Mette eine kleine Gesprächsrunde, ansonsten scheinen die Jugendlichen das Thema satt zu haben. „Jetzt haben wir mehr Freiheiten“, sagte Cagla (14). „Wir dürfen hier im Jugendzentrum ohne Maske herumlaufen.“ Da scheint der Redebedarf nicht mehr so groß zu sein.

K7-Mitabeiter Martin Bolz bestätigte das. „Am Anfang war das die große Freiheitsberaubung, die Jugendlichen durften nichts mehr. Da war die Aufregung größer.“ Aber ein wichtiges Thema ist die Pandemie für Cagla immer noch. Sie hat kürzlich ihre erste Impfung erhalten und kann Verweigerer nicht verstehen. Es sollten sich einfach alle impfen lassen, die es können.