Kurfürstenbad in Bad Godesberg Stadt lässt Übergabetermin platzen

Bad Godesberg · Die Schwimmgemeinschaft Wachtberg Godesberg sollte den Betrieb des Kurfürstenbads am Freitag übernehmen. Doch daraus wird nichts – wegen technischer Mängel. Ob diese behoben werden, steht noch nicht fest.

Die Schwimmgemeinschaft Wachtberg Godesberg (SG Wago) wird das Kurfürstenbad vorerst nicht übernehmen – obwohl dies so vorgesehen war. Die Stadt habe die Übergabe, die Anfang der Woche stattfinden sollte, 30 Minuten vor dem geplanten Termin platzen lassen, sagte ein Vertreter der SG Wago. Der Grund: Das Städtische Gebäudemanagement hat nach seinen Angaben bei einer Begehung technische Mängel festgestellt. Deswegen sei die für morgen, Freitag, geplante Übernahme durch den Verein nicht möglich.

Morgen wolle sich Dezernatsleiter Martin Schumacher, in dessen Zuständigkeitsbereich auch das Sport- und Bäderamt fällt, ein Bild vor Ort machen. Das habe man ihm gestern mitgeteilt, sagte das SG-Wago-Mitglied. Die Verwaltung prüfe die Situation, hieß es gestern von Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann. „Am Freitag werden wir eine Stellungnahme abgeben“, so Hoffmann. Mehr war nicht zu erfahren, da die Mehrheit der Stadtverwaltung am gestrigen Betriebsausflug teilnahm.

„Wir stehen seit über einem Jahr in Verhandlungen mit dem Sport- und Bäderamt“, hieß es von der SG Wago, die das Kurfürstenbad als Schul- und Vereinsbad weiter betreiben möchte. Ursprünglich sollte der Verein das Ruder im Herbst übernehmen. Schließlich aber wurde vereinbart, dass die Mitglieder das Bad bereits ab morgen bis zu den Sommerferien betreiben und im August komplett übernehmen. „Die Vereinbarung über den Probebetrieb haben wir am vergangenen Freitag unterzeichnet.“

Am Mittwoch sollte die Übergabe stattfinden, die dann kurz vorher abgesagt wurde. Doch nicht nur der Probebetrieb steht auf wackligen Beinen: Man habe ihm mitgeteilt, dass „im Hinblick auf die geplante Übernahme ab Herbst erst einmal eine Bestandsaufnahme erfolgen müsse“. Die Stadt wolle prüfen, welche Arbeiten zu erledigen seien und dann entscheiden, „ob die Mängel behoben werden und das Bad überhaupt wieder in Betrieb genommen werden kann“.

Fraktionen sind verärgert

Für den Verein ist das ein Schlag ins Gesicht. „Unsere Schwimmer, die in vier Wochen an Wettkämpfen teilnehmen, können zurzeit nicht trainieren.“ Das Kurfürstenbad sei eingeplant gewesen, eine Alternative gebe es nicht. Es sei mehr als befremdlich, dass man monatelang verhandelt, eine Übereinkunft trifft „und dann alles fünf vor zwölf abgesagt wird“. Man erwarte Informationen, weshalb die Nutzung des Bades nicht möglich ist, welche technischen Mängel festgestellt wurden und ob die Absicht besteht, diese zu beheben.

Auch der Stadtsportbund ist erstaunt über das Vorgehen der Stadt. Man habe zwar nicht gewusst, dass bereits ab morgen ein Probelauf vereinbart gewesen sei. Aber nun ergäben sich weitere Fragen: Warum konnte die Begehung nicht vorher durchgeführt werden? Wie hoch sind die Reparaturkosten? Warum wusste der Bäderbeirat nicht Bescheid? Wo sollen künftig die Godesberger (Schüler) schwimmen? Und gilt weiterhin die Aussage des Oberbürgermeisters, dass alle Hallenbäder so lange in Betrieb bleiben, bis ein neues Bad gebaut wird? , fragt der SSB.

„Ich bin entsetzt“, sagte Marcel Schmitt vom Bürger Bund Bonn, der zur Sitzung der Bezirksvertretung am 1. Juni einen Dringlichkeitsantrag gestellt hat und umfangreiche Informationen einfordert. Man müsse die Situation schnellstmöglich klären – unter anderem mit Blick auf das Schulschwimmen.

„Das ist eine Hiobsbotschaft und ein Schlag ins Kontor des Ehrenamts“, meinte Philipp Lerch (CDU). Die SG Wago setze sich vorbildlich für den Weiterbetrieb des Bades ein und dürfe einen anderen Umgang erwarten. „Es ist unerklärlich, dass die unterzeichneten Absprachen unmittelbar vor der Aufnahme des Probebetriebs ohne stichhaltige Begründung infrage gestellt werden.“ Er habe sich richtig geärgert, sagte Ulli Hauschild (FDP). „Mit einem solchen Verhalten stößt man engagierte Bürger vor den Kopf.“

Es sei weiterhin das Ziel, das Bad im August zu übergeben, sagte Hillevi Burmester (SPD), die sich erhofft, dass morgen alles geklärt wird. „Es ist richtig, dass man gucken muss, dass alles in Ordnung ist. Aber wir hätten uns den Durchgang früher gewünscht.“

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