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Carl-Schurz-Realschule in Godesberg: Stadt plant Fusion der Realschulen

Carl-Schurz-Realschule in Godesberg : Stadt plant Fusion der Realschulen

Statt zwei Realschulen soll es in Bad Godesberg künftig nur noch eine geben. Diesen Plan verfolgt aktuell die Stadtverwaltung.

Als Gründe nennt sie rückläufige Anmeldezahlen und die Ankündigung der Bezirksregierung, bisherige Ausnahmegenehmigungen für das kommende Schuljahr letztmalig zu erteilen.

Die Lösung verspricht sich die Verwaltung davon, die Gertrud-Bäumer-Realschule - eine reine Mädchenschule - mit der gemischten Carl-Schurz-Realschule zusammenzulegen. Zur konkreten Umsetzung favorisiert die Verwaltung folgenden Weg: Für das kommende Schuljahr 2015/16 bliebe es beim bisherigen Zustand. Danach nähme die Carl-Schurz-Realschule keine Fünftklässler mehr auf, die heutigen Klassen liefen aus, danach würde die Schule aufgelöst. An der Gertrud-Bäumer-Realschule hingegen würde ab 2016/17 mit der Aufnahme von Jungen in den fünften Klassen auf Koedukation, also gemeinsamen Unterricht von Mädchen und Jungen, umgestellt. Die bisherigen reinen Mädchenklassen hingegen blieben bestehen. Somit würde sich am Unterricht für die jetzigen Schüler beider Schulen bis zum Abschluss nichts ändern.

Über den Vorstoß aus dem Schulamt sollen im September Schulausschuss, Hauptausschuss und Bezirksvertretung sowie abschließend am 22. Oktober der Stadtrat entscheiden. Die Verwaltung begründet ihren Schritt mit rückläufigen Anmeldezahlen, die für beide benachbarten Schulen zuletzt Ausnahmegenehmigungen der Bezirksregierung erforderlich gemacht hätten. Tatsächlich lagen die Anmeldezahlen der Carl-Schurz-Realschule in den vergangenen fünf Schuljahren (inklusive des laufenden) stets unter der Marke von 50 Kindern als Mindestmaß zur Bildung von zwei Eingangsklassen.

Laut Landesschulgesetz muss eine Realschule mindestens zwei Klassen pro Jahrgang haben. Günstiger sah es an der Gertrud-Bäumer-Realschule aus, die seit vielen Jahren auch außerhalb Godesbergs einen guten Ruf genießt. Doch auch hier wurde zuletzt ein Mal die 50er-Marke nicht erreicht: Für das laufende Schuljahr lag die Anmeldezahl bei 39 Mädchen. Ergänzt wurden die Klassen laut Verwaltung zwar um Kinder aus dem Bonner Norden, die dort keinen Realschulplatz bekommen hatten - doch auch mit ihnen habe die Jahrgangsstärke zuletzt knapp unter 50 gelegen. Die Bezirksregierung sieht langfristig keine Aussicht auf eine signifikante Steigerung und kündigt ein Ende ihrer Ausnahmegenehmigung an. Über die mögliche Zusammenlegung hat die Bonner Stadtverwaltung mit der Bezirksregierung bereits gesprochen.

Zuletzt war eine Fusion von Carl-Schurz-Realschule und Johannes-Rau-Hauptschule an den Anmeldezahlen gescheitert.