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Unterführung an der Rheinallee: Stadt will neue Schilder an Nadelöhr in Bad Godesberg aufstellen

Unterführung an der Rheinallee : Stadt will neue Schilder an Nadelöhr in Bad Godesberg aufstellen

Ein Anwohner in Godesberg regte vor einem Jahr bei der Stadt eine bessere Beschilderung an der Rheinallee an. Die Antwort ließ auf sich warten. Nun soll es neue Schilder geben.

Es ist für Fahrradfahrer wie auch Fußgänger ein kleines Nadelöhr in die Godesberger Innenstadt. Die Unterführung von der Rheinallee in die Alte Bahnhofstraße. Schilder weisen vor der Unterführung in Richtung Innenstadt darauf hin, dass es sich um einen Gehweg handelt und Fahrradfahrer absteigen sollen. Den Godesberger Michel Burgmann stört schon länger, dass sich manche Fahrradfahrer daran aber nicht halten. Im Mai vergangenen Jahres hatte er sich deshalb an die Stadt gewandt, doch keine Antwort erhalten. Auf ein weiteres Schreiben hat die Stadt ihm nun geantwortet.

Früher sei das Schild durch mehrere Pflanzen so gut wie gar nicht sichtbar gewesen, so Burgmann. „Das hat sich mittlerweile gebessert, weil es einen Radikalschnitt der Büsche gab.“ Es sei zwar seitdem besser sichtbar, doch aufgrund seiner Höhe bemerken es einige nicht.

Pauschal möchte Burgmann die Fahrradfahrer aber nicht verurteilt wissen. Es gebe schon welche, die auch absteigen, beteuert Burgmann. „Aber es gibt eben viel zu viele, die sich nicht daran halten“, sagt er. Was ihn ebenfalls störe, ist, dass zwar ein Schild von der Rheinallee kommend vor der Unterführung angebracht ist, aber keines an der anderen Seite. Wer als Fahrradfahrer von der Alten Bahnhof­straße die Moltkestraße überquert, wird nirgends darauf hingewiesen, dass er absteigen sollte. Burgmann würde sich wünschen, dass das Ordnungsamt dort mehr ein Auge drauf hätte. „Das Ordnungsamt läuft hier zwar rum, aber kontrolliert nur die Falschparker“, sagt er. Burgmann stellt sich auch die Frage, was für E-Tretroller an dieser Stelle gelten sollte. Beschwerden von weiteren Bürgern habe es bislang nicht gegeben, antwortet die Stadt Bonn auf Nachfrage des GA. Was die E-Tret­roller angeht: „Die Regeln für den Radverkehr werden auch für E-Roller-Fahrer angewandt“, schreibt die Stadt Bonn in einer Mail dem GA. Insofern gelte das vorhandene Schild auch für E-Roller-Fahrer. Für sie gebe es keine entsprechenden Schilder, so die Stadt.

Wo mit dem Rad oder E-Roller gefahren werden darf, stehe in den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung, teilt das Presseamt mit. Im Straßenverkehr solle man in der Regel am rechten Fahrbahnrand fahren und zusätzlich auf angelegten beziehungsweise beschilderten Rad-, Geh- oder Fußgängerwegen. Dafür müssten diese Bereiche aber „ausdrücklich durch Zusatzbeschilderung freigegeben“ sein. „Soweit diese Voraussetzungen nicht vorliegen, ist Rad- bzw. E-Roller-Fahren nicht gestattet.“

Die Vermutung Burgmanns, dass sein erster Brief „auf dem falschen Schreibtisch gelandet sei“, bestätigt die Antwort des Straßenverkehrsamt an Burgmann, die unserer Redaktion vorliegt. Darin entschuldigt sich die Behörde für die späte Antwort, da sie von dem ersten Schreiben nicht erfahren habe. Nach einer Begehung bei der Unterführung solle aber nun von der Rheinallee kommend eine weitere Schilderkombination auf der linken Seite vor der Unterführung angebracht werden, „um die Regelungen zusätzlich zu verdeutlichen“. Aus Richtung Alte Bahnhofstraße soll der Weg zu Unterführung ebenfalls mit der Schilderkombination ausgestattet werden.

Die bisher vorhandenen Schilder, wie Burgmann es vorschlägt, etwas tiefer zu setzen, sei aber nicht möglich. Sie können „in der Höhe nicht verändert werden, da Verkehrszeichen nach vorgeschriebenen Maßgaben angebracht werden müssen“, begründet das Straßenverkehrsamt. Damit solle etwa mögliche Verletzungen anderer Verkehrsteilnehmer vorgebeugt werden. Auch auf die Kritik der kaum kontrollierten Stelle geht die Behörde ein. Man wolle auch die Polizei bitten, den Bereich der Unterführung in ihre Kontrollaktivitäten einzubeziehen, heißt es im Schreiben des Amtes. „Aus meiner Sicht bin ich angenehm überrascht“, sagt Burgmann. Er freut sich darüber, dass ihm so freundlich geantwortet wurde und bald neue Schilder vor der Unterführung angebracht werden.