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Veranstaltungshalle in Bad Godesberg: Stadtverwaltung soll im Juni Pläne für Stadthalle vorlegen

Veranstaltungshalle in Bad Godesberg : Stadtverwaltung soll im Juni Pläne für Stadthalle vorlegen

Bezirksbürgermeister Christoph Jansen hat einen Brandbrief an Oberbürgermeisterin Katja Dörner geschrieben. Er möchte von der Stadtverwaltung eine Perspektive für die geschlossene Stadthalle haben. Der Sanierungsbeginn ist allerdings noch immer unklar.

Immer wieder war die Stadthalle Bad Godesberg Thema in den vergangenen Sitzungen der Bezirksvertretung. Immer wieder wurden etwaige Sanierungspläne und Zwischenstände der Bausubstanz-Untersuchungen besprochen und immer wieder kam seitens der Politik auch die Frage auf, ob die Stadthalle nicht wieder teilweise geöffnet werden könnte. Im Februar hieß es seitens Lutz Leide, Chef des Städtischen Gebäudemanagements, dass ein Baubeginn im zweiten Halbjahr 2022 realistisch sei. Der Politik geht das alles allerdings zu langsam.  Mit einem Brief hat sich Bad Godesbergs Bezirksbürgermeister Christoph Jansen nun an Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) gewendet. Jansen fordert darin die Stadtverwaltung auf, konkrete Vorschläge für die Sanierung zu machen und eine Öffnungsperspektive zu geben.

Stadthalle war vor der Schließung sehr gut gebucht

„Seit der Schließung der Stadthalle vor einem Jahr gibt es keine konkrete Perspektive zur zukünftigen Nutzung und baulichen Gestaltung derStadthalle. Auch gibt es keinen Plan, wann und in welchem Umfang welche Teile der Stadthalle saniert werden“, so Jansen.

Er erinnert dabei daran, dass die Stadthalle vor ihrer Schließung „eine der im bundesweiten Vergleich am besten ausgelasteten Stadthallen“. Die Halle würde das besonders stark nachgefragte „Mittel-Preis-Segment“ abdecken, weshalb die Halle für Messeveranstalter, Schulen, Firmen, Verbände und auch Bundesbehörden so beliebt sei. Außerdem verweist der Bezirksbürgermeister auch auf die Geschichte der Stadthalle, die 1955 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss eröffnet wurde. „Die Stadthalle ist im Wettbewerb der Städte ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor für den Kongress Tagungs- und Hotelstandort Bonn. Bis zur Schließung trug die Stadthalle durch ihre Lage zur Belebung von Kurpark und Innenstadt und somit zur öffentlichen Sicherheit in Bad Godesberg bei“, erklärt Jansen weiter.

Seit zwölf Monaten habe die Stadtverwaltung keine nennenswerte Initiative gezeigt

Seit zwölf Monaten würde die Stadtverwaltung „keinerlei nennenswerte Initiative“ zeigen, sich der Zukunft der Stadthalle anzunehmen und „dieses wichtige Projekt  voranzutreiben“, so Jansen. Daher fordert er in seinem Schreiben die Oberbürgermeisterin auf, die Stadthalle „zu einem Projekt höchster Priorität in der Stadtverwaltung zu machen“. In der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung am 16. Juni erwarte er „konkrete Vorschläge“ vorzulegen, wie der ursprünglich geplante Sanierungsbeginn im Jahr 2022 zu realisieren sei. In einer Pressemitteilung fordert der Bürger Bund Bonn, dass die Oberbürgermeisterin persönlich an der Sitzung teilnehmen soll.

Ob es Antworten seitens der Verwaltung geben wird, ist fraglich

„Die Verwaltung kann zu einem möglichen Baubeginn zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage treffen, da dies erst nach Vorlage des vollständigen Raumprogramms möglich sein wird“, erklärte Stadtsprecherin Monika Hörig auf GA-Anfrage.

Verwaltung muss Ergebnisse aus Gutachten bewerten

Den aktuellen Sachstand zur Sanierung beschreibt sie, wie folgt: „Die Materialuntersuchungen im Bestand, die im Herbst letzten Jahres begonnen haben, sind -bis auf untergeordnete Bereiche, die keinen Einfluss auf die Planung haben werden- abgeschlossen. Die Verwaltung wird die Ergebnisse des Gutachtens nach Vorlage prüfen und anschließend auch den politischen Gremien vorstellen“. Der Sachstand entspricht allerdings fast genau der Aussage, die Lutz Leide bereits im Februar gemacht hatte. Denn er erklärte damals, dass die Untersuchungen an der Bausubstanz der Stadthalle fast komplett abgeschlossen und dabei keine weiteren großen Schäden festgestellt worden seien. Bis zum Sommer sollten nach seinen Angaben alle Maßnahmen abgeschlossen sein.