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Jugend-Musical: Stimmungsvoll und bühnenreif

Jugend-Musical : Stimmungsvoll und bühnenreif

„Romero und Julika“ steht nicht etwa für eine Neufassung von Shakespeare's berühmter Liebesgeschichte, sondern für ein Stück in freier Anlehnung an das Original. 17 Mädchen und ein Junge, der Jugendchor der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde „Golden Voices“, hat das Stück jetzt unter der Leitung von Kantor Christoph Gießer auf die Bühne gebracht.

. So wird Romeo zu Romero (Merle Wehnert), einem jungen, unfreiwilligen Schulabbrecher und Julia zu Julika-Jolanthe (Merle Göben), einer schüchternen jungen Dame mit dem Look einer alten Frau.

Das Stück umfasst eine Rahmenhandlung: Dolly, mittlerweile eine gestandene Frau, stößt beim Umzug in einem Karton auf ihr altes Tagebuch. Darin die Geschichte von Romero und Julika, die sie selbst miterlebt hat. Erinnerungen werden wach.

Wir springen in die Vergangenheit, die Szene wechselt. Auftritt: drei coole Jungs (ausschließlich gespielt von Mädels), schnell ergänzt durch ihre Schwestern und Freundinnen. Der coolste von allen: Hans-Otto Reichenbach. Man wartet noch auf Jolanthe, über die ordentlich gelästert wird. Geld hat sie ja, aber sonst zieht sie sich an wie eine alte Frau, trägt einen „Oma-Dutt“ und „eine Streberin ist sie auch noch“. Dumm nur, dass Jolanthe alles mithört.

Weinend und verlassen wird sie von Romero Morales und seinen Schwestern gefunden, die sogleich singend verkünden: „Hans-Otto ist ein fieses Schwein“. Er hat nämlich Geld aus der Klassenkasse gestohlen und Romero das Verbrechen untergejubelt, was das verfrühte Ende seiner Schullaufbahn bedeutete.

Im Laufe des Stücks verlieben sich Romero und Julika, aus dem hässlichen Entlein wird im Morales-Frisörsalon ein strahlender Schwan. Und das Ende? Happy! Niemand stirbt, Hans-Otto kriegt sein Fett weg und das Paar verbleibt in trauter Zweisamkeit. Zwischendurch zanken sich die beiden Familien in bester West Side Story-Manier, inklusive Schnipps- und Gesangsduellen. Für Gänsehaut sorgt Romero und Julikas Coversong von John Legends herzerweichender Ballade „All of Me“, in der Göbens glockenklare Sopran-Stimme voll zur Geltung kommt.

Auf der Suche nach einem Stück für die Golden Voices kam Kantor Gießer das Internet zu Hilfe. „Es ist relativ schwierig, für Jugendliche in dem Alter etwas zu finden. Es gibt sehr viele Kinder-Musicals und ganz große Geschichten, aber für diese Altersgruppe ist es schwierig. Das [Stück] habe ich im Internet gefunden und dann die Komponistin kontaktiert“, erzählte er.

Die Komponistin, Christiane Schmidt, ist Sängerin, Gesangspädagogin und Chorleiterin bei den Altriper Rheinfinken in Ludwigshafen, mit denen sie das Stück 2014 uraufführte.

Für den Text zeichneten sich Ulrike und Gerhard Weiler verantwortlich, aus deren Feder auch die Jugend-Musicals „Im Riff geht's rund“ und „Paul Pinguin will's wissen“ stammen. Regie führte die Schauspielerin Simone Silberzahn, die Stimmbildung übernahm Helgard Rehders.