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Panoramaplatz in Bad Godesberg: Streit um öffentliche Toilette

Panoramaplatz in Bad Godesberg : Streit um öffentliche Toilette

Um die Nutzung der öffentlichen Toilette in der Bastei am Rüngsdorfer Rheinufer und deren Ausschilderung streiten sich "Bastei"-Chef Martin Stützer und die Vorsitzende des Godesberger Bouleclubs Pétanque, Marion Yarar. Sie wirft dem Gastronomen vor, "nirgendwo ein Hinweisschild angebracht zu haben, das auf eine öffentliche Toilette hinweist".

Insbesondere beklagt sie die Situation bei Heimspielen beziehungsweise Turnieren des Vereins, der in der Boule-Bundesliga unterwegs ist: "Im letzten Jahr haben wir unser 50-jähriges Vereinsbestehen gefeiert. Da wir sehr viele Gäste zu Besuch hatten und gleichzeitig der Spielplatz im Park eingeweiht wurde, besuchten wir zwangsläufig die sanitären Einrichtungen der Bastei und wurden dort aufgefordert, einen Euro zu zahlen, da wir keine Gäste seien."

Genau da liegt offensichtlich der Knackpunkt, denn Stützer stellt klar: "Bei Turnieren muss der Bouleclub für eigene Toiletten sorgen, das sieht auch die Stadt so. Grundsätzlich kann in der Bastei jeder täglich von 10 bis 20 Uhr die Toilette kostenlos nutzen, da gibt es auch eine Vereinbarung zwischen der Stadt und mir. Auf die Toilette wird übrigens auch in einem Schaukasten am Rheinufer gleich neben dem Aufgang zur Treppe hingewiesen. Ich kann die Kritik der Vorsitzenden überhaupt nicht nachvollziehen, die übrigens nie bei mir vorstellig geworden ist", berichtet Stützer.

"Immer eine mobile Toilette zu organisieren, übersteigt die finanziellen Möglichkeiten unseres Vereins", klagt Yarar, die einen Bürgerantrag für die Bezirksvertretung gestellt hat, "um die Situation im Panoramapark so schnell wie möglich zu ändern und zu entspannen."

Für Stadtmarketing-Chefin Brigitte Grüll ist auch die Toilettensituation rund um den Ria-Maternus-Platz vor dem Godesberger Bahnhof "tragisch und dramatisch" - immerhin ein Areal, das so etwas wie das Eingangstor in die Stadt ist. Wie berichtet, weigert sich die Bahn, den Bahnhof mit einer Toilette auszustatten. Das bedeutet, dass der Gast, der aus dem Bahnhof herauskommt und eine Toilette sucht, erst einmal im Pavillon von Bad Godesberg Stadtmarketing gleich gegenüber landet.

"Leider ist aber bei uns die bauliche Situation nicht erfüllt", berichtet Grüll, "es gibt nur eine Personaltoilette." Die Folge: Man muss die Gäste wegschicken, in die benachbarten Gaststätten, wo es im Zweifel Geld kostet, oder in Richtung Kurpark oder Moltkeplatz zu den nächst gelegenen öffentlichen Toiletten. "Leider haben viele Leute dafür überhaupt kein Verständnis", sagt Grüll.

Die beiden öffentlichen Toiletten am Kurpark hinter den Kammerspielen sowie das Häuschen auf dem Moltkeplatz sind die beiden zentralen Sanitäranlagen in Godesberg. Klagen über diese beiden Anlagen scheint es zurzeit nicht zu geben: "Nach unserem ersten Trödelmarkt am vergangenen Sonntag gab's da keine Reklamationen", sagte Grüll.