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Sonja-Kill-Kita: Tango-Stars tanzen mit Kindern in Bad Godesberg

Sonja-Kill-Kita : Tango-Stars tanzen mit Kindern in Bad Godesberg

Die beiden Tango-Stars Nicole Nau und Luis Pereyra haben am Dienstag mit Kindern der Sonja-Kill-Kita in Bad Godesberg getanzt. Im November ist eine Benefizveranstaltung geplant.

Tanzen verbindet - über Sprach- und Kulturbarrieren hinweg. Wie sehr dies zutrifft, zeigte sich am Dienstag im Sonja-Kill-Kindergarten. Dort hatten die beiden Tango-Stars Nicole Nau und Luis Pereyra Halt gemacht. Und warben nicht nur für die Benefizveranstaltung zugunsten der Inklusions-Kita, bei der sie am 24. November auf der Bühne stehen. Sie zeigten dem Nachwuchs außerdem, wie viel Freude gerade argentinische Tänze bringen können. Mit Erfolg. Innerhalb kürzester Zeit waren Nau und Pereyra von klatschenden, stampfenden und sich drehenden Kindern umgeben - mit und ohne Förderbedarf. Von Barrieren keine Spur.

Obwohl Pereyra eine Tangolegende ist und Nau vom argentinischen Staatspräsidenten als die beste Tangotänzerin unserer Zeit geehrt wurde, stand zunächst nicht der wohl bekannteste argentinische Tanz im Mittelpunkt. Dieser sei eher etwas für Erwachsene, erklärte Nau. Im Gegensatz zur Chacarera, die "viel mehr für Kinder bestimmt ist". Denn vor allem den Kleinen liege das Spiel mit Rhythmen.

So hielt den tänzerischen Nachwuchs denn auch nichts mehr auf den Stühlen. Selbst, als die beiden Tänzer nach erfolgreicher gemeinsamer Chacarera einen Tango präsentierten, waren sie von hüpfenden Fans umgeben. "Man merkt, wie gut es den Kindern tut", sagte Kita-Leiterin Nicole Boaro auch sichtlich begeistert. Die Jungen und Mädchen gaben ihr Recht. "Es hat einfach alles Spaß gemacht", sagte John mit leuchtenden Augen. Alexander hingegen fand vor allem "das Tanzen mit dem Kleid toll". Dabei hatten Ariane und die anderen Mädchen vollen Einsatz bewiesen.

Unter dem Leitgedanken "Vielfalt leben" werden in der Sonja-Kill-Kita 45 Kinder ab sechs Monaten in drei Gruppen betreut. Darunter sind zwölf Kinder mit besonderem Förderbedarf. Die Einrichtung an der Anhalter Straße gibt es seit rund 30 Jahren. Sie hat einen psychomotorischen Schwerpunkt und ist als Inklusions-Kita "ein Leuchtturmprojekt", sagte Kindergartenkoordinatorin Sonja Velten.

"Ich fühle mich sehr erfüllt", sagte Pfarrer Edward Balagon, der als Vorsitzender des Kita-Trägers, der Bürgerstiftung Rheinviertel, das Treiben aufmerksam verfolgt hatte. Auch der Papst habe eine Leidenschaft für den Tango. Der Tanz sei "Ausdruck des Lebens und der Leidenschaft. Es ist uns eine Ehre, dass Sie hier sind."

Einige Kinder konnten übrigens auch sprachlich überzeugen. Der kleine Juan Carlos punktete mit seinem Spanisch, und auch John bewies Talent: "No heißt Nein", sagte er. Und zeigte damit, dass er nicht nur auf dem Tanzparkett einiges zu bieten hat.