1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Weihnachspäckchen für Senioren: Überraschung gegen die Einsamkeit

Weihnachspäckchen für Senioren : Überraschung gegen die Einsamkeit

Fünf junge Frauen packen 120 Weihnachtsgeschenke für die Senioren im Johanniterhaus. Damit wollen sie den alten Menschen, die in der Weihnachtszeit alleine sein, eine Freude machen.

Fünf Frauen im Alter zwischen 24 und 28 Jahren haben sich eine besondere Aktion für die Bewohner im Johanniterhaus ausgedacht. Angelehnt an die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ verteilen die Freundinnen an Heiligabend 120 Überraschungspakete an die Senioren. Fleißig gepackt wurde dafür schon am Sonntag, als sich im Andachtsraum die vielen bunten Päckchen stapelten.

Anna-Lena Burdick (29), Carla König (27), Britta Münz (28) sowie Lena (24) und Olivia-Joy Antes (27) überlegen sich jedes Jahr, wie sie etwas Gutes tun können. So auch vor ein paar Monaten, als die fünf Freundinnen beim Frühstück zusammensaßen. Schnell einigten sich die Frauen auf die Idee, den Bewohnern vom Johanniterhaus an Heiligabend kleine Geschenkboxen zu überreichen. „Wegen der Corona-Pandemie sind die Senioren dieses Jahr viel alleine und werden das auch zu Weinachten sein. Deshalb wollen wir den Menschen eine Freude machen“, sagte Olivia-Joy Antes, die auch Leiterin des sozialen Dienstes vor Ort ist.

Damit die Idee aber in die Tat umgesetzt werden konnte, waren die Frauen auf Hilfe von außerhalb angewiesen. In einem Rundschreiben, das an verschiedene Firmen, Institutionen und Ehrenamtliche ging, stellte Lena Antes die Idee vor. Die Resonanz sei daraufhin positiv gewesen, wie Antes berichtete. „Insgesamt sind 1300 Euro an Spenden zusammengekommen und wir haben viele Sachspenden erhalten.“ Darunter waren Schokoladen und Pralinen von einem Onlineshop aus Meckenheim sowie Kalender und Cremes von einer Apotheke aus der Nachbarschaft. Ein Hotel brachte zudem Tüten mit Plätzchen vorbei. „Von dem Geld haben wir verschiedenste Dinge gekauft, von denen wir überzeugt sind, dass sie den Rentnern gefallen werden, wie Tee, Christstollen, Mandalas und Cremes. Alle Spenden gehen direkt an die Bewohner“, sagte Antes.

Auch die Beethovenschule beteiligte sich an der Aktion. Die Grundschüler bastelten und schrieben 120 Weihnachtskarten für die älteren Menschen. „Die Kinder haben sich unter anderem für die Senioren Tipps ausgedacht, was man gegen die Einsamkeit so alles machen kann, wie zum Beispiel ein gutes Buch lesen.“ Damit die Pakete dann auch ihren weihnachtlichen Glanz bekamen, umhüllten Konfirmanden aus Niederbachem die Schachteln mit buntem Geschenkpapier. „Ich finde es sehr schön und herzergreifend, dass sich so viele verschiedene Institutionen beteiligt haben. Alle haben sich direkt bereit erklärt mitzumachen“, sagte Antes.

Für ihren Verpackungsdienst am Sonntag teilten sich die Frauen in zwei Teams auf. König, Münz und Lena Antes liefen zwischen den Stationen umher und befüllten nacheinander die Pakete. „Die Kantons durchwandern einmal alle Stationen. So kommen Stollen, Seife, Tee, Kalender, Mandalas, Cremes und Süßigkeiten in alle Päckchen“, erklärte Burdick. Sie und Olivia-Joy Antes nahmen dann die befüllten Pakete entgegen und kümmerten sich um die Personalisierung. „Als Leiterin des sozialen Dienstes kenne ich die Bewohner ja sehr gut und weiß, wie wir auf die Bedürfnisse individuell eingehen können“, sagte Antes. Die Bettlägerigen bekamen daher Kuschelsocken in die Kartons und andere Bewohner bekamen anstelle von Kreuzworträtseln kleine Glückskalender. Auch die Weihnachtskarten der Grundschüler fanden anschließend ihren Weg in die Kartons. „Die Schüler haben die Karten personalisiert mit Liebe Frau und Lieber Herr“, beschrieb Burdick, die die Grußbotschaften einsortierte. Bei einem Überraschungspaket durfte natürlich auch nicht die Schleife fehlen – die kam ganz zum Schluss.

Bis die Schuhkartons nun aber ein Lächeln auf die Gesichter zaubern dürfen, werden sie noch ein paar Tage sicher verwahrt bleiben. „Wir werden an Heiligabend gemeinsam die Kartons von Wohnbereich zu Wohnbereich verteilen“, kündigte Burdick an. Besonders gefiel ihr, dass sie die Aktion gemeinsam mit ihren Freundinnen machen konnte. „Das ist natürlich klasse, wir sind ein eingeschweißtes Team und haben auch anderweitig im Johanniterhaus schon ausgeholfen“, sagte sie. Die Frauen gingen für die Bewohner einkaufen und halfen bei der Registrierung der Besucher. Eine kleine Überraschung gibt es übrigens auch für die Bewohner der 58 Servicewohnungen schräg gegenüber. „Ein Hotel hat Plätzchen gebacken. Die Tütchen überreichen wir den Bewohnern dort an Heiligabend“, sagte Antes.