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Godesberg: Unmut über katholische Gemeindefusion hält an

Godesberg : Unmut über katholische Gemeindefusion hält an

Die "Katholiken im Burgviertel" bringen ihre Sympathie für die Protest-Initiative von Pfarrern zum Ausdruck, die sich gegen die Fusion der drei Bad Godesberger Gemeinden richtet.

Zuletzt schien - zumindest von außerhalb betrachtet - Ruhe eingekehrt in die Schar der Katholiken der drei Godesberger Gemeinden. Die letzten offiziellen Nachrichten deuteten darauf hin, dass sowohl die Mehrzahl der Laiengremien als auch der Gemeindemitglieder die Fusion zum Seelsorgebereich mit 26.000 Mitgliedern unterstützen.

Ein Schreiben der Laien-Gruppe "Katholiken im Burgviertel" an den GA aber zeigt, dass der Widerstand gegen die geplante "Mega-Pfarrei" mitnichten erloschen ist. Ausgelöst durch die GA-Berichterstattung über eine Protest-Initiative von Pfarrern und Laien, die unter dem Motto "5 x Nein - Für eine glaubwürdige Kirche" auch im Erzbistum Köln die Fusionen zu immer größeren Seelsorgebereichen kritisieren, verfasste die Gruppe den Brief. Darin bringt sie ihre Sympathie für die Initiative mit der Ansicht zum Ausdruck, "dass die nicht-geweihten Menschen... viel stärker als bisher in die gemeindliche Arbeit einbezogen werden müssen", um die hauptamtlichen Seelsorger von ihren wachsenden Verwaltungsaufgaben zu entlasten. "Wir bedauern sehr, dass dieses Engagement (der Nicht-Geweihten, Anm.d.Red.) ... seitens der Kirchenleitung nicht gesehen werden will", schreiben die Verfasser sowohl mit Blick auf die Bistumsleitung als auch auf Dechant Wolfgang Picken. Die Protestinitiative sei ein verzweifelter Aufschrei und spiegele eine Entwicklung wider, "die die Priester in ihren Appellen an ihre Kirchenleitung bemängeln und die sich hier .... in ganz ähnlicher Weise vollzieht", heißt es in dem Schreiben weiter.

In Godesberg beobachten die "Katholiken im Burgviertel" zweierlei: "Zum einen eine Kirchenpolitik, die an den Menschen vorbei eine Großgemeinde schaffen will, die von der überwiegenden Mehrheit der Gläubigen abgelehnt wird", was die Gruppe "täglich in zahllosen Zuschriften, Anrufen und Ansprachen auf der Straße" erfahre. "Zum anderen erleben wir, wie viele Gläubige sich in den seitens der Kirche angekündigten Dialogprozess einbringen", heißt es mit Blick auf entsprechende Veranstaltungen von Stadtdechant Schumacher. Gegen Fusionen mit Augenmaß und unter Mitnahme der Gläubigen habe man nichts einzuwenden, wohl aber gegen eine "Mega-Pfarrei", die für eine zunehmende Anonymität stehe, heißt es in dem Brief weiter.