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Schüler bauen aus 400 Einzelteilen einen Elektro-Roller: Unterricht in Nachhaltigkeit

Schüler bauen aus 400 Einzelteilen einen Elektro-Roller : Unterricht in Nachhaltigkeit

Zwischen 16 und 18 Jahre sind die Schüler, die die Schachteln und Päckchen mit rund 400 Einzelteilen sortierten. Zehn Schüler der Abschlussklasse der Siebengebirgsschule standen am Montag vor der Aufgabe, bis diesen Freitag aus Bauteilen der neuesten Technikgeneration einen funktionsfähigen Elektro-Roller zusammenzubauen.

Das Projekt E-Schooler an der Verbundschule begleiteten Mitarbeiter der initiierenden Fortbildungsakademie der Wirtschaft Köln.

„Als Herr Höppner uns das Projekt vorgestellt hat, war sofort klar, dass das genau zu uns passt“, beschrieb Schulleiter Achim Bäumer den ersten Kontakt mit Projektleiter Oliver Höppner. Nachhaltigkeit sei nämlich eines der zentralen Themen an der Schule. Bald soll in anderen Projekten ein kleines, nachhaltiges Holzhaus mit Solarmodul auf dem Dach entstehen. „Anschließend kommt noch eine Ladestation dazu, dann können wir den von den Schülern gebauten E-Roller dort laden“, erklärte der Schulleiter den nachhaltigen Energiekreislauf, den die Kinder und Jugendlichen selbst bauen werden. Ein weiterer Vorteil sei, dass der Elektro-Roller bei den Mofa-Kursen an der Schule genutzt werden könne.

Schon im Vorfeld hatten die Jugendlichen Elektromobilität per 3D-Animation kennengelernt und in das passende Projektmanagement sowie betriebswirtschaftliche Aspekte geschnuppert. Ziel der Kooperation zwischen Schule und der Akademie sei es, Schüler für zukunftsorientierte Techniken zu begeistern, sagte Höppner. Schon heute suche man die Experten von morgen, weshalb Firmen sich gerne beteiligten. Bäumer begrüßte den Nutzen der Jugendlichen, auf diese Weise Einblick in Berufe zu erhalten, die es vor wenigen Jahren noch gar nicht gab. „Es ist unser Ziel, die jungen Leute zukunftsfähig aufzustellen“, sagte der Schulleiter.

Zu Beginn galt es, die Teile der Baugruppen zusammenzufassen. Im nächsten Schritt unterstützten zwei Ingenieure die Jugendlichen bei der Umsetzung der insgesamt 20-stündigen Montage. „Ich finde das Projekt besser als viele andere, weil wir etwas machen, was man gebrauchen kann“, sagte Anna-Lena (18).

Ob sie die erworbenen Kenntnisse in ihrem künftigen Berufsleben einsetzen möchte, wusste sie noch nicht. Mohamed (17) hatte dagegen schon klare Pläne: „Ich will Mechatroniker werden“, sagte er. Ihn interessierte die Technik der Bauteile ebenso wie das Zusammenfügen zum vollständigen Roller.

Was er hier mache, sei später im Beruf für ihn von Vorteil. Die Zeitvorgabe einzuhalten, war für die jungen Leute offenbar kein Problem. Schon am Donnerstag saßen alle wichtigen Teile am richtigen Platz und sie schraubten erste Schutzleisten fest.