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Geplante Polizei-Anlaufstelle: Vermieter ziehen Angebot zurück

Geplante Polizei-Anlaufstelle : Vermieter ziehen Angebot zurück

Die Einrichtung einer Polizei-Anlaufstelle in Plittersdorf ist offenbar bis auf weiteres gescheitert. Nach dem zögerlichen Agieren der Polizei haben die Eigentümer des Ladenlokals an der Plittersdorfer Straße, das als Standort ins Auge gefasst war, jetzt Fakten geschaffen.

Wie der General-Anzeiger am Dienstag erfuhr, wollen sie nach anderen Mietern Ausschau halten.

"Wir waren acht Monate mit der Polizei im Gespräch. Im Februar nahmen neun Beamte die Räume eine Stunde lang eindringlich in Augenschein, die Signale der Polizisten uns gegenüber waren stets positiv.

Erst jetzt kam heraus, dass es aus Sicht der Behörde am Geld zu scheitern droht", stellt die Eigentümerin im Gespräch mit dem General-Anzeiger ihre Sicht der Dinge dar und ergänzt: "Wir waren immer zuversichtlich und dachten: Das sieht gut aus".

Wie berichtet, hatte die Polizei angesichts der zu erwartenden Mietkosten vom Projekt Abstand genommen. Und das, obwohl die Vermieter der Behörde bereits sehr weit entgegen gekommen waren. Am Ende war die Rede von einer Monatsmiete in Höhe von 200 Euro. "Wir wollten etwas Gutes für das Dorf tun", sagt die Eigentümerin der Geschäftsräume, in denen sie und ihr Mann einst einen Handwerksbetrieb geführt haben. Derzeit werden die Räume noch als Kunstgalerie genutzt.

Mit der aktuellen Entwicklung scheint auch eine Alternativlösung obsolet geworden zu sein, mit der die Polizei - ganz ihrem Wunsch entsprechend - die Immobilie hätte kostenlos nutzen können. Die Variante sah vor, unter den Plittersdorfern "den Hut herumgehen zu lassen", um mit privaten Spenden den Mietausfall der Ladenbesitzer zu kompensieren.

Analog zu den Festspielhausfreunden hatte Nikolaus Kircher, Vorsitzender der CDU Plittersdorf, schon die Idee einer "Aktion 50 x 50" vorgetragen, frei nach dem Motto: Wenn 50 Bürger je 50 Euro pro Jahr zahlen, dann haben wir die Jahresmiete zusammen.

Obwohl sich dieser Ansatz für den Laden an der Plittersdorfer Straße nun wohl zerschlagen hat, wollen Kircher und seine Mitstreiter nicht das gesamte Projekt zu den Akten legen. "Die Alternative ist: Wir verfolgen das Projekt grundsätzlich und mit einem neuen Ladenlokal weiter", sagt Kircher. Dies würde den Erwartungen der Bürger und seiner eigenen Überzeugung entsprechen.

Zumal bei vielen Plittersdorfern die Bereitschaft zu einer Umlage vorhanden sei. Kircher: "So einfach wollen wir das Polizeipräsidium nicht aus seiner Verantwortung und seiner Wahrheitspflicht gegenüber den Bürgern entlassen". Bonns Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa darf sich offenbar auf einen Willkommensgruß aus Plittersdorf freuen. Kircher: "Ich werde die Polizeipräsidentin zu unserem Bürgertreff am 9. Juli einladen".