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Auf zwei Rädern in die Ferne: Viel Andrang bei der 20. ADFC-Radreisemesse in Bad Godesberg

Auf zwei Rädern in die Ferne : Viel Andrang bei der 20. ADFC-Radreisemesse in Bad Godesberg

Bereits zum 20. Mal hat der ADFC an diesem Sonntag seine Radreisemesse ausgerichtet. In der Bad Godesberger Stadthalle haben sich Fahrrad-Fans unter anderem über die Themen Radtourismus, E-Bikes und "Radeln ohne Alter" informiert.

Der tote Winkel, den längere Fahrzeuge wie Busse und Lastwagen zwangsläufig haben, wird Radfahrern immer wieder zum Verhängnis. Dafür bietet das Unternehmen Bike Flash eine Lösung, die es auf der ADFC-Radreisemesse am Sonntag in der Godesberger Stadthalle vorführte: Ein Gerät soll Abbiegeverkehr, der einen Radweg kreuzt, warnen, wenn dort ein Radfahrer unterwegs ist. Dann blinkt das Gerät unübersehbar.

Innovativ? „Es ist gut, dass es Leute gibt, die sich über so etwas Gedanken machen“, sagte der Bonner Bürgermeister Reinhard Limbach beim Rundgang mit der Godesberger Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke, Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster sowie der Meckenheimer Blütenkönigin Anna Mahnig. Aber in Bonn gebe es so etwas schon: Wenn Radfahrer über die Kennedybrücke in Richtung Innenstadt fahren, blinkt kurz vor der Doetschstraße ein Signal für Autofahrer.

Das Konzept, das laut Bike-Flash-Mitarbeiter Arne Grün in Kürze in Flensburg getestet werden soll, war eine der wenigen Neuheiten auf der 20. Radreisemesse des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, die mit dem neuen Namen „Rad + Freizeit“ aufwartete, um aufzuzeigen, dass es nicht nur um Radtourismus geht. Besucher Hajo Reif aus Friesdorf hatte sich einige Broschüren für Reisen nach Ostfriesland mitgenommen, einer der vielen Regionen, die sich an den 95 Ständen präsentierten.

Partnerregion Ruhrgebiet

Partnerregion war in diesem Jahr das Ruhrgebiet. Das RadRevier.Ruhr – relativ neu und inspiriert von der RadRegion.Rheinland – biete rund 1200 Kilometer Radwege, sagte Christoph Lottritz, Abteilungsleiter Aktivtourismus Ruhr-Tourismus. An den Strecken gebe es mehr als 150 Bett-and-Bike-Betriebe zum Einkehren. „Die Leute kommen ins Ruhrgebiet, um die Industriekultur zu sehen. Diesen touristischen Höhepunkt kann man am besten mit dem Rad erleben.“ Und nicht zuletzt werde am 110 Kilometer langen Radschnellweg 1 gebaut, ein Modellprojekt zwischen Duisburg und Hamm. „Der könnte bis zu 50000 Auto-Pendler täglich von den Straßen holen“, schätzte Lottritz.

Auch ins Ausland kann die Radreise führen. Die baltischen Länder seien da sehr beliebt, wie Leszek Bargiel von Wama-Tour sagt: Interessante und geschichtsträchtige Städte würden viele Menschen aus Deutschland und Österreich anlocken. Obwohl die Infrastruktur nicht übermäßig auf Radfahrer ausgerichtet sei. „Aber es gibt relativ wenig Autoverkehr und die Leute fahren vorsichtig, da kann man gut auf den Straßen fahren.“

Auch Italien, Belgien, Indien und andere Länder wurden beworben. Für Trekking seien Vietnam und Indonesien beliebte Ziele, für Mountainbiker Slowenien, Albanien und der Alpenpass, hieß es bei Biketeam-Radreisen. Die am besten ausgebauten Straßen für Trekkingtouren gebe es in Südafrika, Mittelamerika und Kanada, innerhalb Europas ansonsten besonders auf Sardinien, Madeira und anderen Inseln.

Ein großes Thema waren E-Bikes. Daneben gab es natürlich viele Stände vom ADFC, der vor Ort auch Fahrräder codierte, die „Pfarr-Rad“-App des Kölner Erzbistums wurde beworben, und der Verein „Radeln ohne Alter“ hatte eine der Fahrradrikschas mitgebracht, mit denen die Freiwilligen Senioren in Bonn herumfahren.

Die Veranstalter konnten sich über guten Zulauf freuen: In den Gängen war es eng, draußen war die Parkplatzsuche mühsam. Die nächste Radreisemesse ist am 17. März 2019 in der Stadthalle. Die wird danach geschlossen. Wohin die Messe dann umzieht, wusste Annette Quaedvlieg, Vorsitzende des Bonner ADFC, noch nicht.