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Uhrmacher in Friesdorf: Vierter versuchter Einbruch in Juweliergeschäft

Uhrmacher in Friesdorf : Vierter versuchter Einbruch in Juweliergeschäft

Vielleicht wird es in Friesdorf bald kein Juweliergeschäft mehr geben. Dieter Weberruss, der seinen Laden seit 1975 betreibt, möchte schließen. Ganz freiwillig geht der 75-Jährige allerdings nicht.

„Weil der Alarm losgegangen ist, ist der Täter abgehauen“, beschreibt der Juwelier und Uhrmacher, der die Scheibe notdürftig mit einer Pappe abgedeckt hat – ohne Beute, wie auch schon bei den versuchten Einbrüchen 2008, 2013 und 2015. Ende März allerdings konnte der Tatverdächtige festgenommen werden.

Der alkoholisierte Mann hatte versucht, mit einer Eisenstange die Scheibe des Juweliergeschäftes einzuschlagen, beschreibt Polizeisprecherin Ruth Braun. Dabei wurde er von Passanten beobachtet, festgehalten und konnte so von der Polizei gestellt werden.

Der 41-Jährige befindet sich wieder auf freiem Fuß, da keine Haftgründe vorlagen. Ein Unbekannter ist der Mann nicht: „Er ist polizeilich bereits in Erscheinung getreten“, sagt Braun. Nach Informationen des General-Anzeigers lebte er zum Tatzeitpunkt in einem Übergangswohnheim, was die Polizeisprecherin auf Anfrage bestätigte.

Weberruss hat nun nach eigener Aussage „die Nase voll“. Auch wenn die Täter nie zum Ziel gelangt seien, liege der Schaden jeweils zwischen 400 und 2000 Euro. „Außerdem hat man die Lauferei, muss alles mit den Versicherungen regeln“, sagt der 75-Jährige resigniert. Von der psychischen und physischen Belastung ganz zu schweigen.

„Theoretisch wäre ich noch fit genug, den Laden weiterzuführen“, so Weberruss, der eigentlich das Geschäftsleben an der Annaberger Straße am Laufen halten möchte. Die ständigen Einbruchsversuche aber seien ihm an die Substanz gegangen, mittlerweile mache sich sein Alter bemerkbar. Und: „Ich bin davon müde geworden.“

Soll heißen, dass der Laden, in dem hauptsächlich Uhren und Schmuck angeboten werden, in naher Zukunft wohl endgültig aus dem Friesdorfer Geschäftsleben verschwinden wird. Damit geht auch ein Stück Geschichte aus dem Ortsbild verloren. Denn laut Weberruss eröffnete sein Vorgänger das Juweliergeschäft bereits im Jahr 1932.