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Vivere-Gruppe trifft sich seit 2014 in Bad Godesberg: Vivere bringt Laien und Kirchenvertreter zusammen

Vivere-Gruppe trifft sich seit 2014 in Bad Godesberg : Vivere bringt Laien und Kirchenvertreter zusammen

In Bad Godesberg trifft sich seit 2014 eine franziskanisch geprägte, rheinische Laiengruppe mit dem Namen Vivere. Das Interesse der Katholiken, Protestanten und einer Muslimin ist auch der interreligiöse Dialog. Verständnis zeigen sie für Kirchenaustritte aufgrund aktueller Ereignisse.

Das lateinische „vivere“ bedeutet Leben. Und der „Vivere“-Name der rheinischen Gruppe, die seit 2014 hauptsächlich in Bad Godesberg aktiv ist, weist darauf hin, dass die Mitglieder durch franziskanische Inspiration leben wollen. Ziel sei ihnen der „geschwisterliche Umgang auf Augenhöhe“ zwischen Laien und Kirchenvertretern und die Solidarität mit Armen, erklären Ulrich Rau und Stephanie Schaerer für die Gruppe. Dazu komme, dass sie „die Geschöpfe der Natur als unsere Geschwister betrachten und offen in den interreligiösen Dialog gehen“ wollen. „Wir sind ein bunter Haufen mit einem niederschwelligen Angebot. Wir sehen uns als ökumenisch offenen Aufbruch“, sagt Rau.

Gleich viele Frauen wie Männer seien dabei, Katholiken und Protestanten und auch eine Muslima. Die Mitglieder kämen aus vielen Berufsgruppen. „Daneben haben wir auch je einen katholischen und evangelischen Pfarrer aus der weiteren Region und studierte Theologinnen in unseren Reihen.“ Und dazu komme Bruder Hermann Schalück als erfahrener Franziskaner. „Wir sind offen für alle Altersgruppen und für Menschen jeglicher Herkunft.“ Gemeinsam sei allen das Interesse an der Botschaft Jesu Christi.

Arbeit im Sinne des Franz von Assisi

Prägend für die Bildung der Gruppe sei die erfüllende Arbeit im ehemaligen Sachausschuss Schöpfung und Umwelt der katholischen Gemeinde St. Martin und Severin gewesen, sagt Rau und blickt zurück. Wie berichtet, hatte er bis 2012 schon den Titel „Bonner Klimabotschafter“ und den Anton-Roesen-Preis des Diözesanrats im Erzbistum erhalten. Die diversen Umweltaktionen hätten für einiges Aufsehen gesorgt, „wenn auch seinerzeit in der Gemeinde selbst nicht viel davon umgesetzt wurde“, erklärt Schaerer. Deshalb treffe man sich nun mit Gleichgesinnten in der „Vivere“-Gruppe im Sinne des Franz von Assisi, der also nicht nur den Papst in Rom, sondern auch einfache Menschen in den unterschiedlichsten Lebensformen, Milieus und Berufen ermutige, gemeinsam auf einem geschwisterlichen Weg zu bleiben. Im Zentrum vierzehntägiger Treffen stünden der persönliche Austausch über die Bibel, derzeit online, und – nach der Pandemie – gemeinsame Projektarbeit.

Angesichts der aktuellen Austrittswelle schmerze die Gruppenmitglieder natürlich der Blick auf die Kirchen, „sind sie doch für die meisten von uns unsere spirituelle Herkunft und Heimat“, erklären Rau und Schaerer. Viele in der Gruppe hätten sich jahrzehntelang haupt- oder ehrenamtlich in den Gemeinden mit Herzblut engagiert. „Und doch können wir auch Austretende angesichts der derzeitigen Gemengelage verstehen.“ Aber selbst wolle man nicht in Ohnmacht verharren, „sondern uns von der frohen Botschaft inspirieren lassen.“ In der Corona-Krise hätten die derzeit bundesweit zwölf „Vivere“-Regionalgruppen sogar einen Schub erhalten. „Durch die Pandemie sind fast alle mit digitaler Vernetzung vertraut“, erläutert Schaerer. Man organisiere die Treffen seither virtuell. Es gebe halt ein ganzes „Netz von suchenden, begeisterten, zweifelnden Menschen mit dem Evangelium als gemeinsame spirituelle Basis.“

Ein Kontakt ist über die Internetseite möglich: https://www.vivere-leben.de/